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Samstag, 2. Juni 2018

Stadt, Land, Fluss - 6. Tag: Sonne, Speed und Schluss

Das Frühstück ist gut, wird den vollmundigen Ankündigungen des Hauses aber nicht gerecht. Wir nehmen das einfach so hin, denn wir haben eine andere Sorge: das Wetter.

Die schlechte Vorhersage für heute Nachmittag und morgen für die Gegend um Magdeburg erhärtet sich, wir entscheiden uns dafür, die Reise abzubrechen. Zurück im Zimmer suchen wir die nächste Autovermietung, die Wahl fällt auf Tangermünde. Wir buchen die gleiche Kategorie wie bei der Hinfahrt am letzten Freitag zum etwas günstigeren Preis.

Abschied von Havelberg

Donnerstag, 31. Mai 2018

Stadt, Land, Fluss - 5. Tag: Sonne, Schafe, stille Schönheit

Das Frühstück am nächsten Morgen wird problematisch, denn die 27 Teilnehmer der Radfahrer-Gruppe plündern das auf kleine Einheiten, die nacheinander kommen, eingerichtete Buffet wie ein Schwarm Heuschrecken.

Die Servicekräfte und der Koch bemühen sich zwar redlich, werden des Missstands aber nicht Herr. Hier hat einfach die Restaurant-Leitung versagt, die einen solchen Ansturm nicht auf Kosten der anderen Gäste bewältigen, sondern die im Voraus bekannten, höheren Anforderungen durch entsprechende Maßnahmen hätte abfedern müssen.

Wir machen, dass wir zunächst zum ALDI gegenüber (Obacht: neues Ladenkonzept, sieht jetzt aus wie bei Lidl) und dann auf die Piste kommen.

Raus aus der Stadt, rein ins Vergnügen

Mittwoch, 30. Mai 2018

Stadt, Land, Fluss - 4. Tag: Sonne, Schafe, Storchennester


Wir stehen immer früher auf, heute um halb sieben. Das Frühstück im EG besteht aus vielen in Plastik abgepackten Grausamkeiten, sehr wenigen Brötchen und sehr guten Rühr- und Spiegeleiern. Der Koch sitzt missmutig an der Theke / Rezeption, eine Kanne mit Kaffee steht auf der Warmhalteplatte, Besteck und Geschirr muss man sich selber holen.

Hier weiß man noch, was mit Selbstbedienung wirklich gemeint ist.

Um halb neun fahren wir schon am Deich, links macht die Gattin das erste Foto des Tages, rechts kehrt der ursprünglich außereuropäische Mitarbeiter (Achtung: N-Wort!) vor dem gepflegten Anwesen im norddeutschen Kolonialstil. Ein geschwätziger Einheimischer kommt von dort hoch auf den Deich: "Und?" "Muss!"

Das erste Bild am Morgen - nicht weit von Hoopte gibt der Himmel schon sein Bestes

Dienstag, 29. Mai 2018

Stadt, Land, Fluss - 3. Tag: Sonne, Schafe, Schifffahrtswege

Heute haben wir der Sonne ein Schnippchen geschlagen, sind früher aufgestanden und haben uns nach gutem Frühstück schon um kurz nach acht auf den Weg gemacht.

Das war anfangs wieder etwas umständlich, denn sowohl unser Pfadfinder als auch einige ältere Einheimische waren ganz klar der Ansicht, wir müssten die Stadt über eine Fähre am Hafen verlassen. Wir stellten bei der Suche fest, dass es diese Fähre nicht (mehr) gibt, man aber stattdessen ganz einfach um das Hafenbecken herum fahren und so den Anschlusspunkt erreichen kann.

Was hier fehlt, sind zwei, drei unterforderte Großstadt-Huskies

Montag, 28. Mai 2018

Stadt, Land, Fluss - 2. Tag: Sonne, Schafe, Salzkonserven

Um sieben klingelt der Wecker, widerwilliges Aufstehen, Bad, erste Anläufe in Richtung Taschen packen.

Ab acht gibt's Frühstück, wir sind früh vor verschlossener Tür, bezahlen die Nacht und gehen noch ein paar Schritte vors Haus in die Morgenfrische. Das Frühstück ist gut, wir nehmen reichlich. Um kurz nach neun fahren wir in Richtung Hafen und damit raus aus Büsum.

Ständige Begleiter am Deich

Sonntag, 27. Mai 2018

Stadt, Land, Fluss - 1. Tag: Sonne, Schafe, Spargelspitzen

Früh raus, ins Familienbad, wir müssen uns beeilen, weil der Schwager zum Sonntag ein Blockseminar hält und um neun in der Uni sein muss. Vorher holt er noch Brötchen, wir packen unsere Restsachen in das mitgebrachte Paket, das die Schwägerin dankenswerter Weise im Lauf der Woche zu Post bringen wird.

Nach überdurchschnittlich emotionalem Frühstück verabschieden wir erst den Schwager und dann uns. Ab 9.20 Uhr läuft die Zeit. Zunächst südwärts in Richtung Oeversee, dann irgendwann westwärts in Richtung Husum. Zwischendurch zelebrieren wir kurz den Ärger, ohne den eine solche Tour bei uns nie auskommt; es geht um Pedale, Schuhe und deren schlechte Verbindung. Vielleicht reicht der eine Ausbruch für die kommenden Tage.

Die ersten Spargel gibt's schon kurz hinter Flensburg

Sonntag, 29. April 2018

Hochzeitsreise 2018 - Überraschung in der Grünen Hölle


22. April 2018 - sieben Uhr morgens wird langsam zur Gewohnheit. Das Frühstück ist großzügig dimensioniert, die Kellnerinnen sind sehr professionell. Wir versorgen den Körper mit dem Nötigsten und sind fast fertig als ER den Saal betritt: Anfang 50, groß gewachsen, adrett gekleidet. Sein „Salve!“ weckt die letzten Unausgeschlafenen, sein gewinnendes Lächeln setzt dem peinlich-berührten Gegrüßten vom Nebentisch zu, sein rechter Arm greift weit aus, um mit dessen rechter Hand den aufrichtig-freundschaftlichen Handschlag zu zelebrieren.

Die Kellnerin fragt, was er trinken möchte, als Mann von Welt bestellt er „einen Maccucino“. Damit sind wir gut gerüstet für alles, was kommen kann; wir gehen.

Sonntagmorgen in Landshut: die Ruhe vor dem Sturm

Viertel nach neun im Sattel, links raus aus der Hotel-Einfahrt, irgendwo wird die Isar schon sein. Beharrliches Geradeausfahren bringt uns direkt zur Isarbrücke, die wir nicht überqueren müssen - der Weg läuft am südlichen Ufer.

Hochzeitsreise 2018 - einmal quer durch Niederbayern


21. April 2018 - der Wecker klingelt wieder um sieben. Er ist spät dran, draußen am Kirchplatz herrscht schon seit mehr als einer Stunde hörbarer Betrieb. Das defekte Telefon erfordert einige technische Änderungen, die mittels Telekom-Service in erträglicher Zeit erledigt werden können. Eine Mitarbeiterin empfiehlt, das Telefon zu trocknen.

Das Frühstück ist nicht so opulent, wie ich es von einem Gasthof mit eigener Metzgerei erwartet hätte. Aber es ist alles da, und die Stimmung ist sowieso ziemlich im Eimer. Als wir um 8.20 Uhr die Gaststube verlassen, pfeifen sich unter den Kastanien vor der Tür zwei junge Männer die ersten Weißwürste mit Brez’n rein. So ist das also, wenn der Eingeborene frühstückt.

Die Strecke ist zunächst ok - Wirtschaftswege, Nebenstraße. Irgendwann kommt als Konkurrenz-Route die „Tour de Baroque“ ins Spiel, die Beschilderung lässt nach. Ein Schweizer, der zunächst vergeblich versucht hatte, sich bei uns anzuhängen, wird aufdringlich. Wir lassen ihn fahren, er verliert uns aus den Augen, super!

Hochzeitsreise 2018 - knapp vorbei an der Familiengeschichte


20. April 2018 - wieder um sieben aufgestanden, wieder den Büroalltag von gestern aufgearbeitet, dann Frühstück im Hotel Post, das schräg gegenüber steht und zum Familienimperium gehört. Die Kellnerin ist super drauf, erzählt von kasachischen Hochzeiten und ausgekochten Schafsköpfen fürs Brautpaar. Wie sich herausstellt, hat sie heute auch was zu feiern: ihren Geburtstag.

Die Räder stehen gegenüber, wir nehmen sie gleich mit nach unten, packen unsere Siebensachen zusammen, loben im Rausfahren noch die Chefin für Ihre schönen Hotels. Um halb zehn geht’s zurück an den Kanal.

Die Blätter der Bäume zieren sich noch, der Raps ist schon da

Hochzeitsreise 2018 - das Idiom wechselt

19. April 2018 - früh aufgewacht und gesehen, dass die Eintracht das Pokalspiel gewonnen hat. Nico Kovac kann damit sicher sein, dass er in der nächsten Saison Trainer des amtierenden Pokalsiegers (gewesen) sein wird.

Wir stehen um sieben auf, erst ein bisschen Büro, dann Frühstück. Da Angebot ist begrenzt, das Schippchen fürs Müsli angekettet, die umgedrehten Kaffeetassen kleben auf den Untertassen. Und: Nur wo Nutella draufsteht, ist auch Nutella drin. Das Publikum im Frühstücksraum ist besonders: stark tätowierte, stark übergewichtige Menschen. Nur ein „normaler“ Gast, der genau wie wir etwas ratlos vor dem Angebot an Speisen steht. Wir haben keine Zeit, uns über all das Gedanken zu machen. Der Preis von 77 Euro stimmt auch beim Auschecken noch, wir sind insgesamt nicht unzufrieden.

Um 9.20 Uhr geht es dann endlich los. Die neue Technik weist uns den Weg, und das macht sie wirklich ausgezeichnet. Der Weg ist noch wie gestern: staubig und von Löchern durchzogen. Erfreulicherweise haben die uns voraus gefahrenen Fahrradfahrer eine gut sichtbare Spur durch den breit gestreuten Split gezogen, sie macht es leichter, die unzähligen Gefahrenstellen unversehrt zu passieren. Die Wege an Rhein, Main, Doubs, Loire usw. haben uns einfach verdorben.

Wie im echten Leben: Man muss wissen, woher der Wind weht