![]() |
| Notre-Dame nach dem Frühstück |
Zum Abschied zeigen sich die amerikanischen Gäste nochmal von ihrer besten Seite.
Einer nuschelt auf die Frage nach der Zimmernummer: „Two-O-Nine“. Die Fragerin versteht „Two or nine“, aber die Zimmernummer gibt's im Hause nicht. Die Frau neben uns sitzt auf ihrem Stuhl, spricht mit den Tischnachbarn und presst dabei ihre Knie, ihre Hände und ihre Füße so fest zusammen, dass die Handflächen zittern. Und einen Tisch weiter sitzt ein Amerikaner im Holzfällerhemd.
Was treibt diese Menschen nach Europa bzw. nach Reims? Sie können ja nicht mal den Champagner mit nach Hause nehmen.
Ansonsten ist das Frühstück relativ schwach. Nur das Spiegelei, die Crêpe und der Apfelkuchen waren wirklich gut. Wir holen erstmal unser Auto, fahren ein Stück gegen die Einbahnstraße und parken wieder vorschriftswidrig. Es regnet, da wird keiner kontrollieren kommen.
Der Austernstand gegenüber dem Hotel hat um 9:40 Uhr schon wieder geöffnet. Die Stühle stehen draußen, die Kundschaft kommt wahrscheinlich erst ab elf. Die Suche nach einem Bäcker ist zuerst mal erfolglos. Wir machen eine kleine Stadtrundfahrt durch gesperrte Zonen und sehen unterwegs die schönsten Häuser, Paläste und Plätze der Stadt. Ob wir allerdings wirklich überall dort fahren dürfen, wo wir fahren, darf bezweifelt werden.
In der Nähe des Hôtel de Ville werden wir fündig. Die Boulangerie Paintagruélique sieht sehr einladend aus, die Gattin kommt erst nach einiger Zeit, dafür gut bepackt wieder zum Auto.
Die Autobahn ist leer. Die erste Rastplatz heißt Aire de l’espère, das gibt uns Hoffnung. Nach der Autobahnauffahrt übernimmt der Tempomat, deutlich hinter Verdun gibt es den ersten Grund, zu bremsen: Wir möchten an einem Halteplatz rausfahren.
Kurz nach 17 Uhr stehen wir auch wieder mal an einer Tankstelle. Die letzte Füllung in Brügge hat uns knapp 850 Kilometer weit gebracht. Zu Hause packen wir schön aus und versuchen langsam, auch im Kopf anzukommen.
