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Samstag, 6. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 5. Juni 2026 – Die another day

Abschied von der kleinen großen Stadt

Unser Hausarzt hatte mir bei unserem Telefonat am 27. Mai ja noch mit auf den weg gegeben: „Verunfallen Sie nicht.“ Heute hätte ich ihn beinahe gleich zweimal schwer enttäuscht.

Aber der Reihe nach: Heute ist Weltumwelttag, da geht es natürlich wieder aufs Rad. Nach Frühstück und Packen holen wir die Pferdchen aus dem Verlies und reiten an der Rhône entlang aus der Stadt. Es war ein wenig frisch, aber ganz schön mit vielen Joggern und anderen Radfahrern. Kurz vor dem Zusammenfluss der beiden Flüsse geht es beim Musée des Confluences über den Pont Pasteur und weiter auf die rechte Seite der Saône.

Ab da wird es dann ein bisschen anders. Denn plötzlich sind wir dort, wo wir von der Autobahn aus schon oft Fahrradfahrer gesehen und uns gewundert haben, wie die wohl da hinkamen. Jetzt sind wir selbst die Fahrradfahrer. Jetzt lernen wir, dass die Orte hinter Lyon ineinander übergehen und quasi mit der Stadt verschmelzen.

Augen zu und drüber

Und es passieren Dinge in diesem städtischen Umfeld, die sowohl Fahrradfahrer als auch Autofahrer lieber vermeiden würden. Wir fahren auf dem Radweg, die Ampel des Autos rechts ist rot. Der Autofahrer fährt los, brüllen hilft. Kurz darauf kommt links eine Ausfahrt vom Carrefour-Parkplatz. Der Radweg ist deutlich gekennzeichnet, der ältere Herr, der laut Aussage meiner Gattin nicht mehr Auto fahren sollte, fährt ungebremst raus. Brüllen hilft nicht, weil der Mann die Bremse nicht findet. Irgendwie bin ich gerade noch vorbeigekommen. Das wird unseren Hausarzt freuen.

Abgesehen davon, gibt man sich überall wirklich Mühe, die Infrastruktur fahrradgerecht zu gestalten. Da werden Radwege in die Mitte zwischen den Spuren verlegt. Da dürfen Radfahrer an den Ampeln zuerst losfahren, damit die Autofahrer sie gut sehen und nicht gleich an der Ecke überfahren. Aber dann hört der Radweg wegen Bauarbeiten einfach auf, und die Umleitung wird für Autofahrer eingerichtet. Also schauen wir mal und sehen, dass wir besser die Straße nehmen sollten, die links parallel zu der gesperrten Straße läuft. Da dürfen nämlich nur wir, aber keine Autos fahren.

Augen zu und durch

Bei Vernaison kreuzen wir wieder über den Fluss, dann geht es am Rand eines Industriegebietes plötzlich in die Botanik. Von „halbwegs erträglich“ verengt sich die Spur auf 15–20 Zentimeter durch sehr dichtes Unterholz. Der Boden ist von den 50 Litern von gestern gut durchgeweicht, aber wir kriegen das recht ordentlich hin. Als wir rauskommen, stehen da zwei ältere Rennradfahrer, denen man sofort ansieht, dass sie den kulinarischen Verlockungen der Region nicht widerstehen können oder wollen. Sie machen uns Mut und sagen, dass die ViaRhôna nur noch einen Kilometer entfernt ist.

Das bedeutet dann konkret: So, wie wir nach Lyon reingefahren sind, fahren wir auch jetzt wieder. Jetzt haben wir allerdings rechts die dreispurige A7 und links kommen uns statt Radfahrern Autos entgegen. Außerdem teilen wir unsere Spur mit Autos und Motorrädern, die mit geschätzten 100 Sachen an uns vorbeibrettern.

Wo die Milane kreisen

Nach etwa 30 Kilometern machen wir kurz vor Vienne am Ende eines Gewerbegebiets eine „Gemütspause“. Wir atmen mal tief durch, ziehen die warmen Sachen aus und sprühen uns mit Sonnenschutz ein. Rund um uns herum wächst wilder Majoran. Weiter geht es durch Vienne und Condrieu, wir schauen den Menschen dort beim Leben am und mit dem Fluss zu und halten an einer sehr breiten Stelle der Rhône zur Mittagspause. In der Mitte des Flusses dient eine Insel als Heimat für Schwarzmilane, Kormorane und sonstiges Gefieder.

Optimal fürs Vorwärtskommen

Von dort kommen wir durch romantische Gebiete und kleinere Orte. Der gesamte Weg ist gesäumt von den Reben der Côtes du Rhône. Hinter Saint-Pierre-de-Boeuf beginnt eine etwa sieben Kilometer lange „Rennstrecke“, deren günstiges Profil wir gerne annehmen. Kurz vor Saint-Rambert-d'Albon überqueren wir die Rhône 
erneut und fahren wieder rive gauche. Auf der anderen Seite passieren wir ein Sägewerk, das sich auf angespitzte Pfosten spezialisiert hat. Hinter hohen Zäunen stehen sie auf Paletten, es sieht aus wie bei Faber-Castell mit überdimensionierten Bleistiften.

In Saint-Valier stoppen wir bei einem riesigen Intermarché und kaufen ein bisschen was für morgen zum Frühstück, bis nach Ponsas sind es noch drei Kilometer. Schwierig ist es auch, denn um 
zum Hotel zu kommen, müssen wir von der schmalen, gut befahrenen Straße nach links über die durchgezogene Linie abbiegen.

Château!

Unsere Bleibe entpuppt sich als ein veritables Schloss mit einem Swimmingpool in Wettkampfdimensionen. Wir nehmen die Herausforderung an und treffen am Pool leider genau die Klientel, die wir etwas schwierig finden: laut palavernde, bemüht lockere und die vermeintliche Bedeutung heraushängen lassende Nordländer (meint die Gattin, lässt sich nicht verifizieren). Um halb acht sind wir fürs Restaurant eingebucht, vorher spulen wir unser Programm ab.

Das Abendessen wollten wir eigentlich im Bistrot nehmen, da ist es billiger. Aber beim Blick auf die Karte erscheint uns das Restaurant doch attraktiver. Als wir ankommen, grölen schon die Nordländer, da machen wir der jungen Servicekraft gleich deutlich, dass wir in diesem Umfeld nicht essen möchten. Sie bedauert den Krach, wir reden hin und her, und irgendwann kommt heraus, dass wir im Bistrot sind. Das Restaurant ist nebenan. Dort hört man die Krakeeler immer noch, aber es ist ruhiger.

Beim Essen haben wir die Wahl zwischen drei Alternativen, wir nehmen die günstigste. Was danach kommt, ist eine Offenbarung: vier Amuse-bouches, eine Vor-, eine Hauptspeise und ein Dessert. Was wir essen, lässt sich nicht beschreiben. Es ist eine wilde Mischung von Extrakten, Schäumen, Essenzen, die in Form von Gelées, Plättchen, Backwerk auf die Teller kommt. Handwerklich sensationelle Küche, das große Menü wäre eventuell doch besser gewesen.

Die Kellner kommen aus Dänemark, der Küchenchef auch, und seine Frau macht das Kaufmännische. Vielleicht kommt daher die Verbindung zu den nordischen Gästen.

Im Süden von Lyon beginnt der Süden

Donnerstag, 4. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 4. Juni 2026 – Heilige Hallen

Sextett mit Limonen

Heute sind wir wieder etwas später aufgestanden und haben entsprechend auch später gefrühstückt.

Schon gestern wurden wir beim Einchecken darüber informiert, dass es beim Frühstück „Animation“ geben würde. Heute erleben wir, dass damit weder Tanz noch Gesang gemeint war, sondern vom Personal nur auf Produkte hingewiesen wurde, die man frühstücken könnte. Muss man aber nicht machen.

Wohnen und Parken im Zentrum Lyons

Weil Stadtbummel an Regentagen nicht unsere bevorzugte Okkupation sind, haben wir uns entschlossen, uns in Teilen neu mit Kleidung und Schuhen einzudecken, die besser zu den kommenden Tagen passen als das Mitgeführte. Der Rezeptionist, der uns einen hauseigenen Schirm leiht, rät uns, nach links zu gehen, in das Westfield Einkaufszentrum.

So etwas mitten in einer Stadt von nur 550.000 Einwohnern ist unglaublich. Auf mehreren Ebenen gibt es wirklich alles und noch viel mehr. Einen solchen Ort haben wir in Deutschland noch nie gesehen, hier ist es eine von mehreren Einkaufsmöglichkeiten mitten im Stadtzentrum. Einen Eindruck davon liefert ein älterer Film mit Woody Allen.

Bei Decathlon haben wir alles gefunden, was wir wollten: Schuhe und kurze Hosen. Bei Fnac habe ich noch ein Set Batterien für unsere PowerMeter bekommen, und bei C&A gibt es für 13 Euro das weiße Polohemd, das die Gattin ersetzen wollte. Anschließend gehen wir zurück zum Hotel, wir haben ja alles.

Ca. 
Mindestens 60 gute Gründe, nicht Veganer zu werden

Gottseidank kommt man auf diesem Rückweg aber an den Halles de Lyon Paul Bocuse vorbei, und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Von außen eher unscheinbar, gehen dem Betrachter drinnen die Augen über: Es gibt einfach alles, was man sich in Sachen sehr gutes Essen und Trinken vorstellen kann. Wir sind beim Meeresfrüchte-Stand hängengeblieben, haben sechs Austern und und eine Carafe d'eau bestellt und dem Koch auf der anderen Seite des Tresens beim Vorbereiten größerer Gebinde zugeschaut.

Wir haben schon an vielen Orten in Frankreich und anderswo Austern gegessen, aber solche haben wir noch nicht einmal direkt bei den Fischern auf der Île d'Oléron, in Arcachon oder an der Atlantikküste bekommen. An anderen Ständen gibt es Fleisch, Käse, Obst, Gemüse und Süßes in allen Variationen und einer offensichtlichen Qualität sondersgleichen.

Strahlende Abendsonne über Lyon

Irgendwann muss aber auch das ein Ende haben, und zum Hotel ist es nicht mehr weit. Wir pausieren bis etwa halb sechs, dann machen wir uns auf den Weg hinauf nach Fourvière. Da es seit heute Morgen schüttet (mehr als 50 Liter pro Quadratmeter sollen es werden), nehmen wir die Métro. Die Fahrt kostet 2,30 Euro, das Ticket gilt eine Stunde lang auf allen Linien.

Die Métro fährt fahrer- und schaffnerlos alle paar Minuten, zwei Wagen bilden einen Zug. Die Stationen sind sauber, die Wände nicht verschmiert, die Züge frei von Vandalismus-Folgen. Dieser Zug ist gerappelt voll, die Stationen sind so weit voneinander entfernt, dass die Technik zwischendurch nochmal richtig beschleunigen kann. Eine Station ist von der anderen so weit entfernt, wie z.B. die Hauptwache in der hessischen Partnerstadt vom Dornbusch. Man muss sich wundern, dass Deutschland kein derart effizientes System zu bieten hat.

Up the hill and down the hill

In wenigen Minuten sind wir in Vieux Lyon, von dort nehmen wir die Funiculaire. Sie wird von Stahlseilen durch einen Tunnel nach oben gezogen. Oben angekommen, besuchen wir eines der Wahrzeichen der Stadt, die Basilika Notre-Dame de Fourvière. Sie ist innen überbordend mit Mosaiken geschmückt, wenn man die christlichen Skulpturen wegdenkt, wähnt man sich in einer Moschee. Die Messe ist gerade gelesen, der Pfarrer sitzt vorne im  Chor und hält innere Einkehr mit seinem Herrn. Dann tritt er nochmal an den Altar und singt im Wechsel mit der Gemeinde „Jesus, Jesus, Jesus, Jesus“.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade

Unseren Fußweg nach unten begleiten unzählige Läufer, die völlig durchnässt wahlweise auf- oder abwärts joggen. Viele wechseln die Richtung, überholen uns zuerst und kommen uns bald darauf wieder entgegen. Zufällig liegt unser Ziel an einer Stelle, die wir am besten über La Montée des Chazeaux erreichen, der sich bei näherer Betrachtung als must-see Lyons herausstellt.

Ruhe vor dem Ansturm

Den heutigen Restaurant-Tipp veredanken wir der Kellnerin, die uns gestern Abend bei Lea bediente. Les Lyonnais liegt am unteren Ende der o.g. Montée, es zählt zu den legendären Bouchons de Lyon und öffnet gerade als wir – eine halbe Stunde früher als reserviert – kommen. Der Chef nimmt das nicht tragisch, setzt uns an einen schönen Tisch und lässt alles bringen, wonach uns der Sinn steht: zwei Picon bière vorneweg, dann Saucisson brioché maison und Paté croute gefolgt von Quenelle de brochet und Tête de veau. Am Ende folgen noch ein Demi Saint Marcellin und eine Crème brûlée.

Der Heimweg wird sehr nass und dauert einige Zeit. Wir sind uns einig, dass man einen Regentag in Lyon kaum schöner verbringen kann.

Déjà-vu 2026 | 3. Juni 2026 – Durch den Elbtunnel nach Lyon

In beiden Richtungen sehr zu empfehlen

Heute ist Weltfahrradtag, da fahren wir erstmal 30 Kilometer mit dem Zug.

Wobei das nicht ganz richtig ist, erstmal stehen wir um sieben auf, frühstücken im Zimmer und machen uns reisefertig. Dann checken wir aus – die spröde Kollegin aus dem  Osteuropäischen ist uns inzwischen sehr zugewandt und winkt schon fröhlich, wenn sie uns sieht – und fahren zum Bahnhof von Tournus.

Ein Zug am Band, fester Stand im Zug

Hier sieht es so aus, wie man es sich auch in Deutschland wünschen würde: sauber, aufgeräumt, funktional. Aber wir wissen ja schon seit 1974, dass das Wünschen nicht mehr hilft. Das Einsteigen funktioniert reibungslos, die Räder werden mit einem simplen Spanngummi fest fixiert, die Fahrt ist rasant. Beim Blick aus dem Fenster rast die Welt mit 120 Stundenkilometern vorbei, ein leichtes Schwindelgefühl kommt auf.

Ein letzter Blick auf Mâcon

Vom Bahnhof Mâcon geht es ein Stückchen durch die Stadt, dann ein Stückchen über Felder und Wiesen, und plötzlich kommen wir in eine Ecke, die wie ein Naturschutzgebiet wirkt. Wir fragen einen Einheimischen, der das verneint, aber genau weiß, wie man die Voie bleue entlang der Saône beschreibt: magnifique!

Voie bleue ins Schöne

Wir fahren, fahren, fahren, fahren – ist ja Weltfahrradtag – und passieren bei Thoissey einen großen Campingplatz mit Schwimmbad und Schiffsanleger. Wenn wir vorbeifahren, rufen die Vögel oft „vite, vite, vite“, und wir sind nicht sicher, ob es anfeuernd oder beschreibend gemeint ist. Nach einer kurzen Zuckerpause geht es weiter Richtung Montmerle.

Schon mal gesehen, aber aus ganz anderer Perspektive

Was uns unterwegs durch den Kopf geht, ist, dass wir das alles tatsächlich schon gesehen haben. Aber nicht als Rad-, sondern als Flusskreuzfahrer. Und weil das ganz andere Sicht auf Land und Leute bedeutet, erkennen wir absolut nichts wieder.

Montmerle ist ein stilles, sehr schön anzuschauendes Städtchen. Große Platanen spenden dem Bouleplatz Schatten, wir passieren Maisfelder, und auf bereits gemähten Wiesen liegen große Heuballen. Sie sind nicht in die üblichen Plastikfolien eingerollt, sondern in den Farben der Tricolore umwickelt. So weiß der Bauer, dass das Heu für seine Tiere wirklich zu 100 Prozent französischen Ursprungs ist.

Nach etwas mehr als 40 Kilometern machen wir bei Beauregard Mittagspause und schauen hinüber nach Villefranche-sur-Saône. Der dortige Bootsclub lässt seine Sportgeräte zu Wasser, wir teilen Baguette, Tomaten, Banane und schauen zu.

Bei Saint-Bernard sitzen Gott und die Welt an Tischen entlang des Ufers: ein junges Pärchen, eine Mutter mit drei Kindern, zwei Schüler, zwei komplett schwarz verschleierte Frauen, Nah- und Fernverkehrs-Radfahrer. Es ist wirklich unglaublich, wie die Leute das Angebot annehmen.

Hier geht es von der Romantik hinüber in die Realität

Ab Couzon-au-Mont-d'Or wird es dann ernst. Wir überqueren die Saône und fahren auf einen Radweg, der uns bis ins 9e Arrondissement von Lyon führt. Der Weg wurde einfach von der vorhandenen Schnellstraße abgeteilt und dient als Radschnellweg. Wer so fährt wie wir, dem kommen links die Raser entgegen, die auf dem Fahrrad aus der Stadt kommen, und rechts die Raser, die mit dem Auto aus der Stadt kommen. Ein bewegendes Gefühl!

Vorboten der Stadt bei Cuire-le-Bas

Irgendwann erreichen wir den Tunnel de la Croix-Rousse, der den Stadtteil zwischen den beiden Flüssen durchquert. Fahrräder gucken in die eine Röhre, Autos in die andere. Am Ende erreichen wir La Part-Dieu im 3e Arrondissement, wo auch unser Hotel steht.

Zunächst einmal sind Hotels in Lyon an Wochentagen sehr teuer, da zahlt normalerweise die Firma. Unser Mercure mit seinen vier Sternen ist im Vergleich mit anderen halbwegs erträglich, wobei wir sicher sind, dass es gezielt gebaut und ausgestattet wurde, um exakt diese Klassifikation zu erreichen.

Bevor wir das Hotel sehen, sehen wir allerdings den „Bauch“ des Hotels. Denn dort müssen wir unsere Räder abstellen. Dieser Bereich ist für das Valet-Parking reserviert und ein rechtes Dreckloch. Hier tanzen nächtens garantiert nicht nur die Ratten. Und dann geht es für uns samt schwerem Gepäck auf verschlungenen Wegen über eklige Treppenhäuser vorbei an Werkstätten und der Küche wieder zurück in die Lobby.

Solche Ecken darf man Gästen nicht zeigen.

Fahrraderscher Käfig

Wir stecken das irgendwie weg, nisten uns im Zimmer 105 ein und gehen erst um 19:00 wieder auf die Straße. Dort erwartet uns der neunte Fluss dieser Reise, die Rhône, und eine Stadt, wie wir sie nicht vermutet hätten. Mondän, voller Leute, voller Leben, voller Attraktionen – man weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll. Und man fragt sich, wie es eine Stadt, die nur ca. 550.000 Einwohner hat, schafft, einen solchen Eindruck von Weltläufigkeit und Metropole zu erwecken. Und wie es das dörfliche Frankfurt geschafft hat, mit dieser Stadt eine Städtepartnerschaft zu schließen.

Abendessen gibt es dann zum Abschied mit Blick auf die Saône. Die Namenspatronin ist Teil der kulinarischen Tradition Lyons, und auch heute prägen zwei ältere Damen den Service und damit das Erscheinungsbild des Restaurants. Eine von ihnen nennt der Restaurantleiter „Mamie“.

Wir sitzen im ersten Stock am Fenster und können schön aufs Stadtleben schauen. Neben uns ein Fünfertisch voller Einkaufsbummler, die nach getaner Futterarbeit ihre zahlreichen Tüten rausschleppen. Hinter uns eine Gruppe von Deutschen, Franzosen und Asiaten, die einen Geschäftsabschluss feiern oder vorbereiten. Einer der Asiaten erklärt dem Bier trinkenden Deutschen, dass Bier ein Kennzeichen deutschen Lebensart ist.

Ein Ziel für den Regentag morgen

Und was gibt's bei uns zu essen? 1x Croustillants de Langoustines, 1x Foie gras und 2x Gigot d’agneau. Dazu einen Crémant de Bourgogne, danach La Chartreuse und Le Chocolat. Unsere Kellnerin gibt sich viel Mühe mit uns, Mamie erklärt mir, wie ich La Chartreuse verzehren sollte, und der Restaurantleiter weist uns zum Abschied in die Variationen der Chartreuses ein. Am Ende steht die Variante, für die man pro Zentiliter-Gläschen 80–90 Euro zu zahlen bereit sein muss.

Wir zahlen nur, was wir tatsächlich verzehrt haben und gehen beseelt durch die inzwischen ins Nacht(er)leben übergegangenen Straßen zurück in unsere Bleibe.

Unglaublich: von Burgund und Beaujolais direkt nach Lyon

Dienstag, 2. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 2. Juni 2026 – Ein unerwarteter Besucher

Die dritte Woche beginnt mit Regen

Heute haben wir nur eins vor: Nichtstun.

Dementsprechend stehen wir kurz nach acht auf, machen uns langsam ausgehfein und sind um neun Uhr bei unserem Frühstücks-Bäcker. Vor Ort gönnen wir uns zwei Formule petit-déj, bestehend aus Café et croissant. Weil das für Nicht-Franzosen viel zu wenig ist, nehmen wir noch ein Baguette plus sonstige Viennoiserie mit.

Nächste Station ist die Fromagerie Tournusienne, gleich unten an der Ecke. Den Laden haben wir Ende der 80er im letzten Jahrtausend kennengelernt, damals führte ihn ein Ehepaar um die 30, und der Ehemann vermittelte immer den Eindruck, als wolle er den Käse am liebsten behalten. Vor einigen Jahren haben die Beiden an einen Nachfolger übergeben, Sébastien Boisson, der dem Namen nach eher etwas zum Käse verkaufen sollte.

Der Weg des Geistlichen

Aber die Qualität ist nach wie vor einzigartig. Wir nehmen einen frischen Ziegenkäse, ein sehr kleines Stück Brie de Meaux und eine ordentliche (= 400 Gramm) Scheibe zwölf Monate alten Comté. Später, beim Mittagessen, stellen wir dann fest, dass alle drei perfekt gereift und viel zu wenig für zwei Käsejunkies wie uns sind.

Zurück im Hotel essen wir das Sonstige von heute früh und brechen gleich danach wieder auf, diesmal mit den Rädern. Zuerst besuchen wir die Abbaye Saint-Philibert de Tournus, die wir immer wieder mal besuchen. Man will ja nicht nur treten und futtern, auch die Kultur soll nicht zu kurz kommen.

„No, I am your father.“

Was wir bei der Gelegenheit lernen, ist, dass vieles Religiöse, was wir heute als quasi gottgegeben erachten, einen langen Weg hinter sich hat. Eines der Holzkreuze in der Abbaye trägt dort, wo wir ein INRI erwartet hätten, die Buchstaben IHS. Wenn man gelesen und verstanden hat, welche Entwicklung damit verbunden ist, dann wird das Studium der Theologie plötzlich mehr als nur das Lesen in der Bibel.

Nach der Abbaye zieht es uns zu Carrefour, wo wir das Nötigste für heute und morgen erwerben. Anschließend zurück ins Hotel, denn wir haben für mittags eine Stunde im Becken gebucht, und da wollen wir keine Minute verpassen.

Becken, die die Welt bedeuten

Nach dem Schwimmen folgt das Duschen und Wäschewaschen (muss ja morgen alles trocken sein) und das karge Mittagessen, dessen Qualität der Gattin die Tränen in die Augen treibt. Danach legen wir uns wieder hin und stehen erst nach 15:00 Uhr wieder auf.

Draußen regnet es, und vor unserem Fenster sitzen links außen zwei kleine, graue Bällchen, die sich als zwei Generationen Gartenrotschwanz herausstellen. Das ist für uns besonders interessant, denn bei uns nistet gerade ein Pärchen dieser Gattung und infolge Abwesenheit können wir an der Entwicklung und Aufzucht des Nachwuchses nicht teilhaben. Aber hier schauen wir gerne zu, wie die/der Alte, der/dem Jungen die nötigen Kalorien bringt.

Dem Nachwuchs auf der Spur

Es folgt ein bisschen Büroarbeit und weitere Reiseplanung, um Viertel nach sechs noch ein Telefonat mit dem Kinde, und schon bald ist wieder Zeit für den Weg an den Quai. In der gleichnamigen Brasserie sind fast alle Tische besetzt, wir verbringen den Abend zwischen einem amerikanischen und einem französischen Pärchen.

Der Amerikaner spricht überraschenderweise sehr gut Französisch, die Amerikanerin nicht, dafür quäkt sie wie Dolly Parton. Essen können sie beide nicht, trinken umso besser – das ist zumindest ein Anfang. Wie am Sonntagabend muss allerdings die Frage erlaubt sein, warum der Wehrfähige hier sitzt, statt die Straße von Hormus freizubomben.

Auf französischer Seite ist auch keiner der Teilnehmer des Essens mächtig. Die Dame gabelt sich mit der rechten Hand durch den Teller, der Herr bestellt und trinkt zu den Quenelles einen roten Premier Cru.

So einer fließt auf unserer Seite des Rheins eher nicht

Wir lassen es langsam angehen, trinken vorab einen Crémant, danach einen Côte de Nuits Villages. Das Essen kommt auch nicht zu kurz: je zweimal Œuf 63° à EpoissesCoq au vin und zum Abschluss einen Coupe Bourguignonne, den die Gattin ob seiner Qualität nur unter Zuhilfenahme äußerster emotionaler Selbstbeherrschung zu sich nehmen kann.

Als wir das Lokal verlassen, legt die Avalon Poetry II am Kai an. Das Schiff sieht aus, als wäre es das richtige für uns. Wir sprechen mit dem Skipper, am Freitagmorgen könnten wir in Lyon zusteigen – aber leider hat er keine Kabine für uns frei. Im Hotel schauen wir mal auf die Angebote und sind froh, dass es nicht geklappt hat. Der Anbieter ruft für die Woche von Chalon nach Arles mindestens 4.600 Dollar auf. Pro Person, wohlgemerkt.

So sieht es hier jeden Abend aus

Wir gehen beschwingt bis selig zurück ins Hotel, zahlen die 200 Euro, die noch offen sind, und beschließen den Abend mit dem guten Gefühl, eine sehr günstige Reise zu unternehmen.

Einkaufen mit kultureller Note

Montag, 1. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 1. Juni 2026 – Bei den Turteltäubchen

Himmelherrgottchardonnaywetter!

Heute wird wieder länger geschlafen!

Um kurz nach acht stehen wir auf, ziehen uns zögerlich an – ist ja alles so anders ohne Weiterfahrt. Da unser Frühstücksbäcker heute nicht geöffnet hat, haben wir das Frühstück im Hause gebucht.

Mein Müsli ist gut, Madame ist mit ihrem weniger zufrieden. Das Baguette ist gut, Käse und Wurst sind eher Durchschnitt. Die Marmeladen sind hausgemacht und sehr gut, außerdem kommt aus der Patisserie ein Nutella-Derivat, das neu definiert, was in dieser Produktgattung möglich ist.

Am Tisch neben uns sitzt die Frau mit den Schweinchen-Augen, die gestern Abend etwas weiter hinter uns saß. Sie hat den Oligarchen geheiratet, der aktuell eigentlich eher an der Front sein müsste als hier in der französisch-ländlichen Idylle. Aber die Mischung der Gäste ist sowieso recht bizarr, da kommt es darauf auch nicht mehr an.

Einmal hin

Ich bitte meine Frau vorsichtshalber, mich nicht mehr mitzunehmen, wenn ich mal soweit bin wie einige der aktuellen Gäste.

Nach dem Frühstück holen wir unsere Laster aus der Garage. Nicht weit von ihnen steht ein Maserati GranTourismo Folgore, der ebenfalls zum Laden hier unten ist. Seine Batterie ist so groß wie die des Kia, den wir gerade bestellt haben: 80 Kilowattstunden. Damit kommt der Italiener nicht annähernd so weit wie der Koreaner, dafür kostet er in der Grundausstattung das Sechsfache.

Wir haben eigentlich keine Zeit für solche Überlegungen, denn wir haben einen Termin in Viré-Clesse. Und wir sind spät dran. Aber ohne Gepäck fahren die Traktoren tatsächlich wie Rennräder, so dass wir keine 45 Minuten bis zur Domaine brauchen. Christine, die Chefin, braucht einen Moment, aber dann erkennt sie uns wieder. So ist das halt, wenn man nicht monatlich, sondern nur alle paar Jahre kommt.

In Christines Weindepot

Der neue Jahrgang ist noch nicht auf der Flasche, aber die Gattin will schon wissen, was sie da bestellt (und bezahlt). Also dreht Christine einfach mal den Hahn am Tank für sie auf. Danach besprechen wir noch Mengen, Termine und Versandkosten und schon geht es auf gleichem Weg zurück nach Tournus.

Am Ufer der Saône haben sich drei, vier kleine, wilde Campingplätze etabliert, belegt sind sie von Menschen mit deutschem Nummernschild am Auto. Mal stehen drei Zelte beieinander, mal sind es sechs oder sieben. In der Mitte große Tische, Wäscheleinen sind zwischen Bäumen verspannt. Aber warum sollte sich der Teutone in Frankreich auch anders verhalten als der Zigeuner?

Einmal her

Zurück in Tournus reservieren wir en passant am Quai für den heutigen Abend. Das Lokal ist nur wenige Schritte von unserem morgigen Ziel entfernt, da sind wir mal gespannt, ob der qualitative Abstand auch so gering ist.

Danach geht es zum Bahnhof. Wir haben überlegt, dass wir die Fahrt nach Lyon am Mittwoch im Zug beginnen könnten. Erstens sind uns 110 Kilometer zu viel. Zweitens kennen wir die Strecke nach Mâcon gut (die erste Hälfte davon sind wir heute hin und her gefahren). Drittens soll es vormittags regnen, und da hat man doch lieber ein Dach über dem Kopf. Und viertens ist der Zug noch schneller als wir – er braucht nur etwa 15 Minuten.

Tournus, le quai

Tournus, le vrai

Schließlich geht es wieder ins Hotel, wo die spröde Rezeptionistin tatsächlich dafür gesorgt hat, dass ein ans Wasser angeschlossener Gartenschlauch samt Bürste zur Reinigung unserer Räder bereitliegt. Das machen wir gleich, denn es ist nötig. Danach laden wir für Mittwoch auf, bedanken uns an der Rezeption und essen die Reste unseres Mittagessens von gestern.

Für 15 Uhr haben wir unseren heutigen Schwimmbad-Besuch reserviert, danach steht wieder eine Mittagspause an. Hier feiert die Faulheit fröhliche Urständ'.

Wir liegen lange. Irgendwann versammelt sich auf der Terrasse aber eine Gruppe sehr kommunikativer Damen fortgeschrittenen Alters (vulgo: Hühnerhaufen), gegen die unsere Müdigkeit keine Chance hat. Räumen wir also wieder ein bisschen auf und machen uns fürs Abendessen schick.

Chez Pierre et Paul sollte besser Chez Perrine et Pauline heißen, denn es gibt nur einen einzigen Träger eines männlichen Vornamens in der Truppe. Die Karte ist übersichtlich, wir hätten gern beide das Menü genommen. Der von mir gewünschte Wechsel des Hauptgerichtes ist aber nicht möglich, so dass ich meine drei Gerichte einzeln bestellen muss.

Abendhimmlisch

Sie nimmt Salade bressane und Suprême de Poulet, er nimmt Escargots und Cuisses de Grenouille. Beide nehmen Poire Héléne und Café. Der Service ist nett und bemüht, aber ziemlich unterirdisch. Dieses ganze Prinzip der Dienstleistungs-Gesellschaft geht seit einiger Zeit den Bach runter, weil in allen Bereichen der gut ausgebildete Nachwuchs fehlt.

Am Quai liegen einige Penichettes, von oben sieht man gut, wie das Verhältnis der Mieter untereinander ist. Etwas abseits liegt ein Flusskreuzfahrtschiff, von dem sich eine größere Gruppe nach dem Abendessen zum Landgang aufmacht. Irgendwann legt ein Schiff der Konkurrenz direkt daneben an, und es sieht aus, als würden Menschen von dem einen über das andere Schiff an Land gehen. Vielleicht haben die Kapitäne aber auch nur ihre Routen verglichen.

Mal sehen, was der kommende Tag bringt.

Über die Hügel in die Weinberge

Sonntag, 31. Mai 2026

Déjà-vu 2026 | 31. Mai 2026 – Ein Sonntagsspaziergang

Radweg mit eingebauter Bremse

Trotz der Randale in der Nacht schlafen wir sehr gut. Gegen drei Uhr wird es ruhiger, da können wir zumindest ein Fenster etwas aufmachen. Ab etwa sechs Uhr hört man dann die Autos der Stadtreinigung, die mit dem Aufräumen beginnen.

Wir müssen heute Zeit schinden. In Tournus lässt man uns erst nach 15:00 Uhr ins Zimmer, der Weg ist kaum der Rede wert, deshalb bleiben wir erstmal so lange wie möglich, wo wir gerade sind.

Die Stadtreinigung hat ihre Arbeit schon gemacht

Wir frühstücken ab neun Uhr, lassen uns Zeit dabei, obwohl das nicht einfach ist. Den Orangensaft pressen wir uns frisch, das ist ein bisschen klebrig, schmeckt aber super. Das Müsli ist gut, das Baguette sehr gut. Die Kuchenabteilung ist verbesserungsfähig, das Rührei eine Katastrophe. Bei den vergangenen elf Frühstücken gab es zweimal richtiges Rührei. Sonst gab es eine vorkonfektionierte Masse mit Ei-Anteil, die unter Wärmeeinwirkung bröckelig gerührt worden war. Heute ist es am schlimmsten. Das ist Ei-Papp mit Mehl.

Nach dem Frühstück lassen wir uns also gaaaanz viel Zeit, fangen mit dem Packen an und reden über die letzte Nacht und die letzten Tage. Irgendwann muss es aber dann doch sein. Wir checken aus, holen die Räder und satteln für die Weiterfahrt.

Ab in den Süden

Um kurz vor zwölf fahren wir los, Komoot ist gut vorbereitet und führt uns schnell durch die noch relativ ruhige Stadt. Besonders nett ist der vor uns durch die Straßen gleitende Pkw unbekannter Marke, dessen Schürzen ihn zwingen, an den hierzulande weit verbreiteten Erhöhungen des Niveaus quasi millimeterweise vorwärts zu fahren, stets darauf bedacht, den jederzeit möglichen Bodenkontakt zu vermeiden.

Hinter ihm kommen wir in etwas mehr als Schritttempo an den Pont Jean Richard, und es gibt kein Halten mehr. Ab hier kann der Motor wieder brüllen, können die Fehlzündungen wieder die sonntägliche Mittagsruhe bereichern.

Wir fahren (etwas leiser und langsamer) über Saint-Marcel nach Ouroux-sur-Saône und kurz darauf auf den Radweg entlang des Saône-Ufers. Die Fahrt verläuft ohne Anstrengung, heute lassen wir das Motörchen arbeiten, es sind ja gerade mal 30+ Kilometer.

Endlich mal keine Sonne

Im Hotel angekommen, dürfen wir wieder noch nicht ins Zimmer, also machen wir Mittagessen auf der Terrasse. Wir kennen das Prinzip.

Um Viertel nach drei erteilt uns die etwas spröde Rezeptionistin die Freigabe. Für 16:00 Uhr haben wir das Schwimmbad gebucht, vorher packen wir aus und tun, was wir immer tun. Im Schwimmbad gewinnt die latente Müdigkeit dann endgültig die Oberhand.

Aus der Ferne grüßt die Stadt

Nach ein paar Bahnen schleppen wir uns zurück ins Zimmer, duschen und fallen ins Bett. Kurz nach 18:00 Uhr wachen wir auf und bereiten uns aufs Abendessen vor. Heute ist Sonntag, die meisten Restaurants haben geschlossen, wir haben also im Restaurant des Hauses reserviert.

Heute essen wir mal beide dasselbe: Paté croute au ris de veau, Paleron de boeuf charolais und Entremets poire au vin rouge. Das Essen ist wirklich super, der Service höchstens bemüht. Anfangs dauert es endlos, bis wir überhaupt mal eine Karte bekommen. Dann bringt der Kellner den falschen Perlwein (was uns zwei Gläser kostenlosen Apéritif beschert).

Geschmortes Rind unter Wirsing versteckt

Die Truppe rennt wie ein Hühnerhaufen, der den am Himmel kreisenden Habicht gesehen hat, durchs Lokal. Man hat nicht das Gefühl, dass die Arbeit einem System oder einer Ordnung folgte, sondern eher, dass die überhöhte Geschwindigkeit dem Fehlen eines solchen Systems geschuldet ist.

Egal, am Ende ist es ein gelungener Abend. Bis Mittwoch machen wir uns hier zwei schöne Tage, morgen besuchen wir die Domaine des Tourterelles, um bei Christine Wein zu bestellen. Ja, und dann schauen wir mal.

Für die paar Meter lohnt das Packen kaum