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Dienstag, 9. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 9. Juni 2026 – Planschen auf höchster Ebene

Wo Arles sich trifft

Das Frühstück ist deutlich unterdurchschnittlich. Der Raum ist riesig und nicht gut besetzt. Das schafft keine angenehme Atmosphäre.

Interessant ist die rotbekleidete Spanierin, die es wohl darauf angelegt hat, das Personal zu quälen. Anschließend fischt sie sich zwei Eier aus dem Kochwasser, lässt sich zwei Eierbecher bringen, setzt sich an einen Tisch und haut mit einem kleinen Löffel immer wieder abwechselnd auf die Eier. Wenn man ihren Gesichtsausdruck als Maßstab nimmt, ist sie mit dem Ergebnis zumindest nicht ganz zufrieden.

Wir atmen heute mal durch.

Absolutes Top-Niveau!

Nach dem Frühstück gehen wir kurz aufs Zimmer, dann mit den Rechnern bestückt wieder runter in die Halle. Bis etwa 13 Uhr beschäftigen wir uns mit Rechnungen, Blog, Fotos und weiteren Reiseplänen.

Dann gehen wir wieder hoch, um uns fürs Schwimmbad umzuziehen. Das klappt gut, leider ist das Zimmer nicht gemacht, und die Damen verabschieden sich zum Mittagessen.

Wir fahren hoch auf die Dachterrasse im vierten Stock. Das erfordert ein gewisses Auf und Ab sowie den Wechsel des Fahrstuhls. Oben angekommen, treffen wir ein Mitglied einer tunesischen Fussballnationalmannschaft (U19, U21, U23?), die aktuell in Arles und bei uns im Hotel weilt, um an einem Turnier teilzunehmen. Er hält es nicht lange mit uns aus.

Gassen, die leben

Das Becken ist etwa zehn mal acht Meter groß und einen Meter fünfzig tief. Von der Terrasse sieht man die Kathedrale, einige Dächer von Nachbarhäusern und die gesamte Technik des Hotels, die auf dem Dach untergebracht ist. Wir halten es nicht lange mit ihr aus.

Zurück im Zimmer duschen wir, buchen das Hotel für den nächsten Tag und legen uns hin.

Um halb sechs klingelt der Wecker, wir machen uns stadtfein und wollen zum Abschied nochmal in alle Gassen schauen. Das klappt noch besser als erwartet, wir gehen durch Ecken, die uns beim letzten Besuch nicht aufgefallen waren und die heute wie kleine Oasen im städtischen Alltag wirken.

Das Haus links vorne steht zum Verkauf

Einige Häuser sind sehr schön renoviert, viele haben das zwingend vor sich, viele scheinen aufgelassen. Aber fast überall stehen Blumentöpfe und Kästen vor den Häusern, wachsen Oleander und Konsorten aus dem entsiegelten Boden.

Um kurz nach sieben kommen wir zurück auf den kleinen Platz vor L'Antonelle, der heute und morgen leider geschlossen ist. Schräg gegenüber schauen wir ins Fenster des Käseladens, den man vom Fleck weg leerfressen könnte. Es ist eine Schande, dass es sowas in Deutschland nicht gibt.

Uns zieht es weiter in Richtung Rhône, und wir sind nicht die einzigen, die es zieht. Auf dem weiteren Weg sehen wir in einer Gasse ein paar besetzte Tische und fühlen uns angezogen, wenn nicht eingeladen.

Leben direkt an der Rhône

Das Restaurant hat einen Chef und einen Koch. Der eine ist meistens draußen und erinnert an die Chefin von L'artiste in Montélimar: Er spricht in allen Sprachen auf seine Gäse ein, liebt die Koreranerinnen – Mutter und Tochter – an unserem Nachbartisch genau wie die Briten einen Tisch weiter, und er tanzt mit all den Passanten, Wheelies, Skateboardern, Radfahrern und anderen, die seinen Weg vor dem Restaurant kreuzen. Der andere kocht drinnen à l'ancienne.

Es gibt eine Tapenade aus Sardellen, Oliven, Kapern zum Apéritif, Vorspeisen: Fehlanzeige. Dafür stehen vier Hauptspeisen auf der Karte, wir nehmen das Filet de Daurade und daste de Veau. Die Musik ist mindestens so ancienne wie die Küche, die Gattin schmilzt bei beidem dahin.

Als Nachtisch kommen ein Éclair und eine Meringue mit Eis auf den Tisch, am Ende haben wir zu den günstigsten Konditionen dieser Reise sehr gut gegessen.

Déjà-vu 2026 | 8. Juni 2026 – Wo der Papst boxt(e)

Die päpstliche Residenz

Nach uns betreten andere Menschen den Frühstücksbereich. Die feurig-spanische Dame im roten Top, die sich wie eine Muleta zwischen Buffet und Tisch bewegt. Oder die dynamisch-orientierungslose Deutsche, die erst in die Mitte rennt und dann schaut, wo sie eigentlich hin will. Zuletzt die achtsame Amerikanerin im weiten Gewand, die sich den Frühstückstisch mit ihrem Begleiter und zwei iPads teilt bzw. teilen muss.

Wir fahren entspannt 
raus aus Orange. Die Stadt ist auch im Vorüberfahren noch ganz schön.  Dann geht es auf kleinen Wegen in Richtung Caderousse, ein sehr schönes kleines Örtchen. Hier verwirklichen sich einige diesen Traum vom Haus in Südfrankreich mit der Palme vor der Tür und die Hauswände gestrichen in den Farben des Südens. Die Mauern um die Grundstücke sind hoch, die Tore sind zu. Es sieht als, als wären die meisten von ihnen heute nicht da.

Wie komme ich von hier weiter, nachdem ich angelegt habe?

Uns leitet der sehr gut ausgebaute Radweg in Richtung Châteauneuf-du-Pape. An der halte fluvial kommt uns eine achtköpfige Rennradlergruppe entgegen. Die werden jetzt ihren Tag an der Rhône verbringen, viele Alternativen in Form von Hügeln haben sie hier nicht.

Fehlt nur der Gauloises rauchende Franzose auf dem Fahrrad mit Beret basque und Baguette

Der Radweg bleibt perfekt ausgebaut, und wir kommen problemlos nach Avignon. So gut der Weg auch sein mag, es gibt keine einzige Infrastrukturmaßnahme. Kein Café, keine Bar, keine Servicestelle, keinen Supermarkt. Wer hier ein Problem hat, muss immer in die Dörfer, Orte und Städte.

Jetzt sind wir in Avignon. Dem Durchfahrenden reiht sich eine Boutique an die nächste. Die Stadt wirkt dadurch sehr wohlhabend, die Besucher sollten es sein. Wir sitzen gegenüber des Hotel de Ville, wo der Tourist richtig abgekocht wird, und trinken zwei Cappuccini zum Sparpreis von zehn Euro.

Rechts die Stadt, links le pont

Mit der Mittagspause wird es leider nichts, weil die Gattin den Weg an die Rhône scheut. Erst wäre es in Schlangenlinien runtergegangen, dann unter der Straße durch und auf der anderen Seite wieder hoch ans Ufer. Rückweg umgekehrt.

Aus Avignon kommt man nicht so leicht wieder raus mit dem Fahrrad. Das haben wir schon einmal schmerzlich erfahren, heute haben wir eine vorgegebene Route, die sich allerdings auch nicht als Vorteil erweist. Die Biegungen und Wendungen sind überraschend, es geht rauf und runter und dann entlang des recht geraden, langweiligen und sandigen Weges. So essen wir erst in Boulbon, das ist etwa 18 Kilometer südlich von Avignon. Vorher gab es weder eine Bank noch eine andere Möglichkeit. Die Stimmung ist leicht gereizt.

Auf der anderen Seite liegt Beaucaire

Nach der Pause vor der Kirche fahren wir auf der D35 nach Tarascon und von dort über die Brücke nach Beaucaire, an das wir nicht unbedingt die besten Erinnerungen haben. Die Stadt kämpft um jeden Touristen, wir gewinnen in der Folge das Gefühl: auch mit unfairen Mitteln. 

Direkt nach der Brücke geht es wieder schwer verständlich links, rechts, rauf, runter. Am Ende sollen wir auf einem Trampelpfad unter einer Eisenbahnbrücke durchfahren und über einen Steg eine Schleuse überqueren. Wir machen alles wie vorgegeben und stehen vor sechs Metallstufen. Dass wir die Räder heben müssen, hebt auch nicht gerade die Stimmung.

Dieser Weg wird kein leichter sein

Nach dem Heben ist der offizielle Weg gesperrt. Die Umleitung ist schwer nachzuvollziehen. Wir umfahren einen sehr großen Wind- und Solarpark und dann auf dem Deich weiter in Richtung Arles. Der Wind kommt wieder von vorne. Weit ist es nicht mehr, mein Akku signalisiert sinkende Leistungsfähigkeit. Warum soll es ihm besser gehen als uns?

Vor uns fährt ein Einsatzfahrzeug der Deichweg-Kontrolle. Er ist langsamer als wir unterwegs, hat wahrscheinlich eine Klimaanlage im Auto und weicht keinen Millimeter. Im Gegenteil, mal pendelt er nach links, mal nach rechts auf den Schotter. Der dabei frei werdende Platz auf dem Weg reicht nicht zum Überholen. Ich muss dreimal sehr laut werden, dann fährt er nach links, bremst ab und macht für uns den Schotter frei.

In Arles kommen wir schnell zu unserem Hotel. Mit dem Bremsen springt die Akku-Anzeige von über 25 Prozent auf unter zehn Prozent Kapazität. Die Batterie im Rad der Gattin verzeichnet noch 34 Prozent. Solche Differenzen gab es bisher nicht. Ich rufe oben im Zimmer gleich mal bei Mahle an.

Der Mensch am anderen Ende erklärt mir erstmal, dass Männer und Frauen unterschiedlich Fahrrad fahren. Ich bin genau in der richtigen Stimmung für solchen Blödsinn. Dann sprechen wir über Fehlermeldungen der letzten Tage, und er kommt irgendwann doch damit heraus, dass der Motor unserer Räder für unsere Art der Nutzung nicht gemacht seien. Da wäre der neue Mittelmotor die bessere Wahl.

Abgesehen davon, dass es den erst seit kurzer Zeit gibt, wird er nur in MTB verbaut und die Räder sind so hässlich wie alle anderen mit Mittelmotor. Außerdem haben 850 Watt Leistung und über 100 Newtonmeter in meinem Verständnis nicht mehr viel mit Fahrrad zu tun, das sind elektrische Mopeds. Ich bedanke mich aber auf jeden Fall für seine ehrliche Ansage. Mal gucken, wie lange unsere zwei Transporteure unsere Anforderungen noch überleben.

Das alte und neue Zentrum der Stadt

Es ist spät geworden. Wir machen uns auf den Weg hinauf in die Altstadt, schauen kurz bei der Arena vorbei und pressen uns dann bei Gaudina zum Essen auf den schmalen Bürgersteig. Das Essen ist sehr gut. Vorneweg gibt es eine dicke Bouillon safrané aux moules et pâtes, danach ein Ragoût de Taureau. Als Dessert gibt es einmal Fondant intense au chocolat, einmal Paris–Brest.

Wir sprechen über die vergangenen drei Wochen und die damit verbundenen Anstrengungen. Das ist für uns beide kein einfacher Abend. Als erstes Ergebnis beschließen wir, unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern, um neue Kraft zu tanken. Drei Tage in einer dieser Touristenschachteln am Mittelmeer werden wir nicht buchen, da muss es andere Möglichkeiten geben.

Vielleicht hätten wir doch hier essen sollen

Der Kellner kriegt auch noch einen ab. Nachdem er den Apéritif schon ohne grignotage serviert und Sekunden später die Vorspeise gebracht hatte, bitte ich ihn nach dem Hauptgang, mit den Desserts noch ein bisschen zu warten. Zehn Sekunden später steht er wieder am Tisch und sagt: „Ils sont déjà fait.“ Das führt zu einem mittleren Ausbruch in meiner Muttersprache, was ihn zunächst überrascht und dann wortlos wieder abziehen lässt.

Ich wundere mich, wie viele Franzosen mich verstehen, wenn ich laut Deutsch spreche.

40 Kilometer schlechte Stimmung

Déjà-vu 2026 | 7. Juni 2026 – Am Abend großes Theater

The empire likes back

Das Frühstück bei ibis ist bunt, sehr bunt. Speisen und Getränke sind okay und entsprechen dem günstigsten Gesamtpreis. Die Schweizer sind auch wieder da, sie machen einen recht entspannten Eindruck und wollen heute auch nicht so weit fahren. Mal gucken, ob man sich unterwegs nochmal zuwinkt.

Tausend Jahre Kirchengeschichte in Viviers

Vor Viviers sehen wir einen riesigen Steinbruch mit ebensolchem Zement- oder Kieswerk daneben. Aus der Stadt grüßt später die imposante Kathedrale über den Fluss, und danach beginnt es, so richtig wild zu werden. Wir überqueren wunderschöne Brücken, sehen rote  Felswände auf der linken Seite der Rhône, und der Wind ist auch heute wieder auf unserer Seite. Gestern war er auf unserer Vorderseite, heute ist er auf unserer Rückseite.

Nach Viviers fahren wir durch La Forêt d'Ur, und hier zeigt sich, wie man so einen Radweg anlegen sollte. Denn im Süden ist es heiß im Sommer, und im Schatten der hohen Bäume ist es wirklich angenehm kühl, während immer noch so viel Sonne durch die Baumkronen kommt, dass man gut sehen kann.

Der heilige Michael passt auf uns auf

Auch heute sind wieder sehr viele Menschen unterwegs. Wir haben viele Familien gesehen mit kleinen Kindern, sowohl als Tagesausflügler als auch als Tourenfahrer. Wenn ein Kind dabei ist, fährt das oftmals auf dem Fahrrad eines Elternteils mit. Wenn es älter ist, fährt es selbst. Einige hängen auch hinten am Fahrrad des Vaters dran, einer hat seinen mindestens zehnjährigen Sohn sogar mit einem Seil von Rad zu Rad mitgezogen.

Spannende Verbindung zwischen alt und neu

Insgesamt man hat schon das Gefühl, dass viele Menschen aus solchem gemeinsamen Tun für sich Honig saugen. Die Schweizer, die wir gestern und heute Morgen beim Frühstück im Hotel gesehen haben, vermittelten dieses Gefühl auch. Sie fuhren aus der Schweiz die Rhône entlang nach Lyon und jetzt weiter bis nach Marseille. Von dort wollen sie mit dem Zug wieder heim in die Schweiz fahren. Er fährt bio, sie mit einem sehr üppig konfigurierten Elektrogerät.

Wie der Zufall es will, bringt uns der Weg in den Süden immer wieder in direkten Kontakt mit der Autoroute du Soleil
. Auf dem Weg nach Montélimar haben wir sie gestern – gefühlt sechs Mal über- oder unterquert. Heute fahren wir ab Mondragon (frz. für Meine Frau) etwa fünf Kilometer neben ihr her.

Überraschung zur Mittagspause

Nach der Mittagspause passiert dann kurz vor Mornas das Unerwartete: Wir sehen die Forteresse de Mornas, die wir schon sehr oft von der A7 aus gesehen haben, aber leider nie ordentlich fotografieren konnten. Jetzt kann Madame in aller Ruhe alle Fotos machen, die sie immer schon mal machen wollte.

Wir haben noch 15 Kiloimeter bis Orange.

Pflanzenschutz auf der Obstplantage

Die Strecke ist auch heute wieder gesäumt von Obstbäumen, Weinstöcken und riesigen Feldern. Mais, Getreide, Paprika, Lavendel – hier wächst, was die Welt braucht.

In Orange angekommen, erwartet uns der erste Kontakt mit Augustus, wir machen einen Bogen drum. Zu unserem Hotel geht es stadteinwärts geradeaus, viel zentraler könnte es nicht sein. Die Rezeption ist dreifach besetzt, dem männlichen Mitarbeiter könnte die Gattin einen ausgezeichneten Implanteur in Würzburg empfehlen.

Das Zimmer ist sehr schön und hat sogar einen Sonnenbalkon. Da machen wir gleich mal große Wäsche. Nach einer Pause geht es hinaus in die Stadt. Die Lokale rund um den großen Platz und am Theater sind durchaus besucht, aber richtig viel ist noch nicht los. Für das Theater sind wir zu spät, es schließt um 19 Uhr. Für die kleine, sehr schöne, aber tendenziell etwas zu kitschig bemalte Cathédrale Notre-Dame-de-Nazareth reicht es aber noch. Ein Glanzstück im Inneren ist die Orgel. Von unten sieht sie aus wie der Kopf eines wilden Tieres, das auf die Gemeinde blickt.

Wo der Kaiser spielen ließ

Wir essen direkt am Theater. Über uns tanzen die Martinets noirs, die wir in Monbéliar vermisst hatten, auf den Tisch kommen eine Planche de fromages et de charcuteries sowie eine Pinsa tomate burrata. Dazu gibt's einen Petit Martin und hinterher noch eine Panna cotta und eine etwas verunglückte Dame blanche.

Am alten Comte vorbei gehen wir zurück zum Hotel. Es ist nicht weit.

Vom Nougat zum Obst, das geht nur in Südfrankreich

Sonntag, 7. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 6. Juni 2026 – Das Tourrettes-Syndrom

Die Brücke, die alles verändert

Heute brauchen wir lange, bis wir rausgekommen. So ist das halt, wenn man nach dem Frühstück im Zimmer noch einen Blog zu Ende schreiben will.

Um zehn Uhr fahren wir los, auf der durchaus befahrenen Route Nationale 7 geht es gut vorwärts. Dann biegt unser Radweg nach links ab auf die „Route des belvédères“, was dazu führt, dass wir einen kleinen Hügel hoch- und nach ein paar Hundert Metern wieder runterfahren. Das muss nicht sein, dann fahren wir lieber durchgehend auf der Straße.

Heute sind außer uns sehr viele Gespanne unterwegs, die Leute wollen ja alle in den Süden. Manche dieser Gespanne haben vorne ganz schmale Pkw und hinten dran einen sehr breiten Anhänger. Der Holländer, der mich dadurch beinahe rasiert hätte, wird sich an die Maße seiner mobilen Unterkunft hoffentlich bald gewöhnen.

Eine interessante Variante sind die zwei Abschleppwagen, die jeweils einen Wohnwagen ziehen. Man könnte denken, dass hier Pessimisten auf dem Weg ans Meer sind. Aber: Ist das wirklich schlüssig? Den Wohnwagen ziehen sie ja sowieso schon. Und wenn am Abschleppwagen etwas kaputtgeht, können sie sich ja nicht selbst abschleppen.

Dort haben wir auch schon einmal gelegen

Nach Tain-l'Hermitage fahren wir auf einem besseren und reich mit feinem Kies bestreuten Weg. Da fährt man am besten zügig, um nicht ins Rutschen zu kommen. 
Der Wind ist ein bisschen gegen uns, aber dafür haben wir ja eine leichte Unterstützung. Um elf machen wir erstmal eine Zuckerpause, kurz drauf der nächste Fluss: Die Isère fließt von Osten ein.

Rückblickend ist es übrigens ein Segen, dass wir nicht die Idee umsetzen, statt der paar überquerten und begleiteten Flüsse die Appellationen zu benennen, die wir vom Radweg aus sehen oder tatsächlich durchfahren. Vom Elsass über das Jura, das Burgund und das Beaujolais hätten wir schon Hunderte auflisten müssen. Und jetzt kämen noch die von den Côtes du Rhône dazu – eine Mammutaufgabe.

Auf dem Weg nach Valence

Bourg-lès-Valence empfängt uns mit einem sehenswerten Naherholungsgebiet. In Valence selbst möchten wir dann
 fürs Mittagessen einkaufen. Das ist nicht leicht. Die Wege durch die Stadt sind sehr schön angelegt, aber die Supermärkte der Stadt sind oberhalb des Radwewgs, und dieser Beziehung halten wir's mit dem TSV 1860 München, unnötige Aufstiege möchten wir uns ersparen.

Ein Blick zurück in den Norden

Auf der anderen Seite der Rhône findet Madame eine Toilette, und während ich warte, spricht mich eine Dame an, die mir helfen möchte. Sie rät mir, nicht zu Carrefour, sondern ein Stück weiter zum großen Intermarché zu fahren. Das machen wir brav, und hinterher suchen wir ein Plätzchen für unsere Mittagspause.

Nach der Mittagspause geht es durch ein schönes Waldstück, danach durch endlose Aprikosen-Plantagen und hinter Charmes-sur-Rhône ergießt sich L'Embroye in die Rhône. Es folgen Le Turzon und 
Eyrieux, und bei Beauchastel fahren wir durch ein großes Fest mit Boule-Turnier und sonstigen Vergnügungen für Jung und Alt.

In La-Voulte-sur-Rhône würde die Gattin am liebsten bleiben, spätestens jetzt haben wir endgültig den Süden erreicht. Aber wir müssen über die Brücke, denn unsere Hotelbuchung in Montélimar ist nicht stornierbar. Wenig später wird dieses Weiterkommen abrupt verhindert, die Brücke über La Drôme ist gesperrt.

Spätestens jetzt sind wir im Süden

Wir fahren natürlich trotzdem erstmal weiter, aber da ist kein Durchkommen, denn nach unseren ersten Metern auf der Brücke sehen wir, dass der Bautrupp tatsächlich auch am Samstagnachmittag arbeitet. Also fahren wir zurück, kommen noch mit einem Schweizer und einigen Franzosen ins Gespräch und folgen dann der Umleitung.

Diese entpuppt sich als zehn Kilometer langes Martyrium. Es ist heiß, und wir haben heute im falschen Vertrauen auf eine geringere Streckenlänge und für die Arbeit gegen den Wind zu viel Energie verbraucht. In Les Tourrettes ist mein Akku leer, und ich erfahre schmerzhaft, was es bedeutet, mehr als 130 Kilogramm Systemgewicht mit eigener Kraft eine fünfprozentige Steigung hinauf zu fahren. Ich habe das Gefühl, das Fahrrad fährt rückwärts.

Entnervt rufe ich in unserem Hotel an, auf der anderen Seite meldet sich Lea, die sich als „Frankfurter Mädel“ vorstellt. Ich lege unser Schicksal in ihre Hände, wir fahren runter in die Bar an der N7, trinken einen Café und warten auf ihren Rückruf. Zur gleichen Zeit hält ein Mercedes-Transporter auf dem dortigen Parkplatz, und ich frage den Fahrer, ob er nicht zufällig nach Montélimar fährt und uns mitnehmen würde mit seinem großen Auto.

Er fährt leider in die andere Richtung, sagt aber, dass wir uns wegen der Strecke nach Montélimar keine Sorgen machen müssten. „C'est tout plat et ce sont seulement dix kilomètres.“ Der Café und die kurze Ruhepause tun ihr Übriges, wir bitten Lea, ihre Bemühungen einzustellen und fahren die restliche Strecke ohne Strom. Das geht besser als erwartet, nach 35 Minuten stehen wir vor unserem Hotel.

Nach 95 Kilometern fühlt sich alles nach Heimat an

Während wir abpacken, kommen zwei Schweizer, die heute auch gelitten haben und froh sind, ihr Ziel endlich erreicht zu haben. Wir spulen unsere Routine ab, legen uns erschlagen hin und schleppen uns gegen halb acht zum Abendessen.

Lea wollte uns eigentlich gut beraten, aber nachdem wir gestern schon sehr distinguiert gegessen haben, reicht uns heute die Cuisine traditionelle an der nächsten Ecke: Chez l'artiste.

Der Künstler auf dieser Bühne ist eine Sie, die Chefin. Sie wirbelt über die Terrasse, spricht mit allen Gästen in der Sprache, die sie gerade für passend hält und macht den Laden tatsächlich zum Theater. Speisen und Getränke gibt es auch, sind aber eher Nebensache. Sie schafft es sogar, den Bub im Lamine-Yamal-Trikot, der den ganzen Abend am Handy spielt, für einige Zeit zurück ins echte Leben zu bringen.

Wir nehmen Salade croustillante au Saint-Marcellin, Rôti de porc grillé und Faisselle d'ardèche bzw. Salade drômoise, Magret de canard und einen Coupe ardoise. Dazu gibt es einen lokalen, roten 14,5-Prozenter, damit kann man einfach nichts falsch machen.

Bleiben nur noch ein paar Gedanken zu Montélimar.

Ich habe diesen Namen – wie wahrscheinlich viele meiner Generation – zum ersten Mal im Jahr 1968 gehört. Und falsch verstanden. Ich glaubte, es gehe in dem Lied um eben diese Stadt, obwohl es um deren bekanntestes Produkt geht: den Nougat.

George Harrison sagte später einmal, dass er das Lied wegen Eric Claptons Naschsucht geschrieben habe, der Montélimars liebte und jede angefangene Süßigkeitenpackung komplett aufessen musste. Claptons sonstiges Suchtverhalten war zwar wesentlich gesundheitsgefährdender, aber nur für dieses galt: „you'll have to have them all pulled out after the Savoy Truffle.

Sehr schöne Strecke mit unschönem Ende

Samstag, 6. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 5. Juni 2026 – Die another day

Abschied von der kleinen großen Stadt

Unser Hausarzt hatte mir bei unserem Telefonat am 27. Mai ja noch mit auf den weg gegeben: „Verunfallen Sie nicht.“ Heute hätte ich ihn beinahe gleich zweimal schwer enttäuscht.

Aber der Reihe nach: Heute ist Weltumwelttag, da geht es natürlich wieder aufs Rad. Nach Frühstück und Packen holen wir die Pferdchen aus dem Verlies und reiten an der Rhône entlang aus der Stadt. Es war ein wenig frisch, aber ganz schön mit vielen Joggern und anderen Radfahrern. Kurz vor dem Zusammenfluss der beiden Flüsse geht es beim Musée des Confluences über den Pont Pasteur und weiter auf die rechte Seite der Saône.

Ab da wird es dann ein bisschen anders. Denn plötzlich sind wir dort, wo wir von der Autobahn aus schon oft Fahrradfahrer gesehen und uns gewundert haben, wie die wohl da hinkamen. Jetzt sind wir selbst die Fahrradfahrer. Jetzt lernen wir, dass die Orte hinter Lyon ineinander übergehen und quasi mit der Stadt verschmelzen.

Augen zu und drüber

Und es passieren Dinge in diesem städtischen Umfeld, die sowohl Fahrradfahrer als auch Autofahrer lieber vermeiden würden. Wir fahren auf dem Radweg, die Ampel des Autos rechts ist rot. Der Autofahrer fährt los, brüllen hilft. Kurz darauf kommt links eine Ausfahrt vom Carrefour-Parkplatz. Der Radweg ist deutlich gekennzeichnet, der ältere Herr, der laut Aussage meiner Gattin nicht mehr Auto fahren sollte, fährt ungebremst raus. Brüllen hilft nicht, weil der Mann die Bremse nicht findet. Irgendwie bin ich gerade noch vorbeigekommen. Das wird unseren Hausarzt freuen.

Abgesehen davon, gibt man sich überall wirklich Mühe, die Infrastruktur fahrradgerecht zu gestalten. Da werden Radwege in die Mitte zwischen den Spuren verlegt. Da dürfen Radfahrer an den Ampeln zuerst losfahren, damit die Autofahrer sie gut sehen und nicht gleich an der Ecke überfahren. Aber dann hört der Radweg wegen Bauarbeiten einfach auf, und die Umleitung wird für Autofahrer eingerichtet. Also schauen wir mal und sehen, dass wir besser die Straße nehmen sollten, die links parallel zu der gesperrten Straße läuft. Da dürfen nämlich nur wir, aber keine Autos fahren.

Augen zu und durch

Bei Vernaison kreuzen wir wieder über den Fluss, dann geht es am Rand eines Industriegebietes plötzlich in die Botanik. Von „halbwegs erträglich“ verengt sich die Spur auf 15–20 Zentimeter durch sehr dichtes Unterholz. Der Boden ist von den 50 Litern von gestern gut durchgeweicht, aber wir kriegen das recht ordentlich hin. Als wir rauskommen, stehen da zwei ältere Rennradfahrer, denen man sofort ansieht, dass sie den kulinarischen Verlockungen der Region nicht widerstehen können oder wollen. Sie machen uns Mut und sagen, dass die ViaRhôna nur noch einen Kilometer entfernt ist.

Das bedeutet dann konkret: So, wie wir nach Lyon reingefahren sind, fahren wir auch jetzt wieder. Jetzt haben wir allerdings rechts die dreispurige A7 und links kommen uns statt Radfahrern Autos entgegen. Außerdem teilen wir unsere Spur mit Autos und Motorrädern, die mit geschätzten 100 Sachen an uns vorbeibrettern.

Wo die Milane kreisen

Nach etwa 30 Kilometern machen wir kurz vor Vienne am Ende eines Gewerbegebiets eine „Gemütspause“. Wir atmen mal tief durch, ziehen die warmen Sachen aus und sprühen uns mit Sonnenschutz ein. Rund um uns herum wächst wilder Majoran. Weiter geht es durch Vienne und Condrieu, wir schauen den Menschen dort beim Leben am und mit dem Fluss zu und halten an einer sehr breiten Stelle der Rhône zur Mittagspause. In der Mitte des Flusses dient eine Insel als Heimat für Schwarzmilane, Kormorane und sonstiges Gefieder.

Optimal fürs Vorwärtskommen

Von dort kommen wir durch romantische Gebiete und kleinere Orte. Der gesamte Weg ist gesäumt von den Reben der Côtes du Rhône. Hinter Saint-Pierre-de-Boeuf beginnt eine etwa sieben Kilometer lange „Rennstrecke“, deren günstiges Profil wir gerne annehmen. Kurz vor Saint-Rambert-d'Albon überqueren wir die Rhône 
erneut und fahren wieder rive gauche. Auf der anderen Seite passieren wir ein Sägewerk, das sich auf angespitzte Pfosten spezialisiert hat. Hinter hohen Zäunen stehen sie auf Paletten, es sieht aus wie bei Faber-Castell mit überdimensionierten Bleistiften.

In Saint-Valier stoppen wir bei einem riesigen Intermarché und kaufen ein bisschen was für morgen zum Frühstück, bis nach Ponsas sind es noch drei Kilometer. Schwierig ist es auch, denn um 
zum Hotel zu kommen, müssen wir von der schmalen, gut befahrenen Straße nach links über die durchgezogene Linie abbiegen.

Château!

Unsere Bleibe entpuppt sich als ein veritables Schloss mit einem Swimmingpool in Wettkampfdimensionen. Wir nehmen die Herausforderung an und treffen am Pool leider genau die Klientel, die wir etwas schwierig finden: laut palavernde, bemüht lockere und die vermeintliche Bedeutung heraushängen lassende Nordländer (meint die Gattin, lässt sich nicht verifizieren). Um halb acht sind wir fürs Restaurant eingebucht, vorher spulen wir unser Programm ab.

Das Abendessen wollten wir eigentlich im Bistrot nehmen, da ist es billiger. Aber beim Blick auf die Karte erscheint uns das Restaurant doch attraktiver. Als wir ankommen, grölen schon die Nordländer, da machen wir der jungen Servicekraft gleich deutlich, dass wir in diesem Umfeld nicht essen möchten. Sie bedauert den Krach, wir reden hin und her, und irgendwann kommt heraus, dass wir im Bistrot sind. Das Restaurant ist nebenan. Dort hört man die Krakeeler immer noch, aber es ist ruhiger.

Beim Essen haben wir die Wahl zwischen drei Alternativen, wir nehmen die günstigste. Was danach kommt, ist eine Offenbarung: vier Amuse-bouches, eine Vor-, eine Hauptspeise und ein Dessert. Was wir essen, lässt sich nicht beschreiben. Es ist eine wilde Mischung von Extrakten, Schäumen, Essenzen, die in Form von Gelées, Plättchen, Backwerk auf die Teller kommt. Handwerklich sensationelle Küche, das große Menü wäre eventuell doch besser gewesen.

Die Kellner kommen aus Dänemark, der Küchenchef auch, und seine Frau macht das Kaufmännische. Vielleicht kommt daher die Verbindung zu den nordischen Gästen.

Im Süden von Lyon beginnt der Süden

Donnerstag, 4. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 4. Juni 2026 – Heilige Hallen

Sextett mit Limonen

Heute sind wir wieder etwas später aufgestanden und haben entsprechend auch später gefrühstückt.

Schon gestern wurden wir beim Einchecken darüber informiert, dass es beim Frühstück „Animation“ geben würde. Heute erleben wir, dass damit weder Tanz noch Gesang gemeint war, sondern vom Personal nur auf Produkte hingewiesen wurde, die man frühstücken könnte. Muss man aber nicht machen.

Wohnen und Parken im Zentrum Lyons

Weil Stadtbummel an Regentagen nicht unsere bevorzugte Okkupation sind, haben wir uns entschlossen, uns in Teilen neu mit Kleidung und Schuhen einzudecken, die besser zu den kommenden Tagen passen als das Mitgeführte. Der Rezeptionist, der uns einen hauseigenen Schirm leiht, rät uns, nach links zu gehen, in das Westfield Einkaufszentrum.

So etwas mitten in einer Stadt von nur 550.000 Einwohnern ist unglaublich. Auf mehreren Ebenen gibt es wirklich alles und noch viel mehr. Einen solchen Ort haben wir in Deutschland noch nie gesehen, hier ist es eine von mehreren Einkaufsmöglichkeiten mitten im Stadtzentrum. Einen Eindruck davon liefert ein älterer Film mit Woody Allen.

Bei Decathlon haben wir alles gefunden, was wir wollten: Schuhe und kurze Hosen. Bei Fnac habe ich noch ein Set Batterien für unsere PowerMeter bekommen, und bei C&A gibt es für 13 Euro das weiße Polohemd, das die Gattin ersetzen wollte. Anschließend gehen wir zurück zum Hotel, wir haben ja alles.

Mindestens 60 gute Gründe, nicht Veganer zu werden

Gottseidank kommt man auf diesem Rückweg aber an den Halles de Lyon Paul Bocuse vorbei, und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Von außen eher unscheinbar, gehen dem Betrachter drinnen die Augen über: Es gibt einfach alles, was man sich in Sachen sehr gutes Essen und Trinken vorstellen kann. Wir sind beim Meeresfrüchte-Stand hängengeblieben, haben sechs Austern und und eine Carafe d'eau bestellt und dem Koch auf der anderen Seite des Tresens beim Vorbereiten größerer Gebinde zugeschaut.

Wir haben schon an vielen Orten in Frankreich und anderswo Austern gegessen, aber solche haben wir noch nicht einmal direkt bei den Fischern auf der Île d'Oléron, in Arcachon oder an der Atlantikküste bekommen. An anderen Ständen gibt es Fleisch, Käse, Obst, Gemüse und Süßes in allen Variationen und einer offensichtlichen Qualität sondersgleichen.

Strahlende Abendsonne über Lyon

Irgendwann muss aber auch das ein Ende haben, und zum Hotel ist es nicht mehr weit. Wir pausieren bis etwa halb sechs, dann machen wir uns auf den Weg hinauf nach Fourvière. Da es seit heute Morgen schüttet (mehr als 50 Liter pro Quadratmeter sollen es werden), nehmen wir die Métro. Die Fahrt kostet 2,30 Euro, das Ticket gilt eine Stunde lang auf allen Linien.

Die Métro fährt fahrer- und schaffnerlos alle paar Minuten, zwei Wagen bilden einen Zug. Die Stationen sind sauber, die Wände nicht verschmiert, die Züge frei von Vandalismus-Folgen. Dieser Zug ist gerappelt voll, die Stationen sind so weit voneinander entfernt, dass die Technik zwischendurch nochmal richtig beschleunigen kann. Eine Station ist von der anderen so weit entfernt, wie z.B. die Hauptwache in der hessischen Partnerstadt vom Dornbusch. Man muss sich wundern, dass Deutschland kein derart effizientes System zu bieten hat.

Up the hill and down the hill

In wenigen Minuten sind wir in Vieux Lyon, von dort nehmen wir die Funiculaire. Sie wird von Stahlseilen durch einen Tunnel nach oben gezogen. Oben angekommen, besuchen wir eines der Wahrzeichen der Stadt, die Basilika Notre-Dame de Fourvière. Sie ist innen überbordend mit Mosaiken geschmückt, wenn man die christlichen Skulpturen wegdenkt, wähnt man sich in einer Moschee. Die Messe ist gerade gelesen, der Pfarrer sitzt vorne im  Chor und hält innere Einkehr mit seinem Herrn. Dann tritt er nochmal an den Altar und singt im Wechsel mit der Gemeinde „Jesus, Jesus, Jesus, Jesus“.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade

Unseren Fußweg nach unten begleiten unzählige Läufer, die völlig durchnässt wahlweise auf- oder abwärts joggen. Viele wechseln die Richtung, überholen uns zuerst und kommen uns bald darauf wieder entgegen. Zufällig liegt unser Ziel an einer Stelle, die wir am besten über La Montée des Chazeaux erreichen, der sich bei näherer Betrachtung als must-see Lyons herausstellt.

Ruhe vor dem Ansturm

Den heutigen Restaurant-Tipp veredanken wir der Kellnerin, die uns gestern Abend bei Lea bediente. Les Lyonnais liegt am unteren Ende der o.g. Montée, es zählt zu den legendären Bouchons de Lyon und öffnet gerade als wir – eine halbe Stunde früher als reserviert – kommen. Der Chef nimmt das nicht tragisch, setzt uns an einen schönen Tisch und lässt alles bringen, wonach uns der Sinn steht: zwei Picon bière vorneweg, dann Saucisson brioché maison und Paté croute gefolgt von Quenelle de brochet und Tête de veau. Am Ende folgen noch ein Demi Saint Marcellin und eine Crème brûlée.

Der Heimweg wird sehr nass und dauert einige Zeit. Wir sind uns einig, dass man einen Regentag in Lyon kaum schöner verbringen kann.