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| Wo Arles sich trifft |
Das Frühstück ist deutlich unterdurchschnittlich. Der Raum ist riesig und nicht gut besetzt. Das schafft keine angenehme Atmosphäre.
Interessant ist die rotbekleidete Spanierin, die es wohl darauf angelegt hat, das Personal zu quälen. Anschließend fischt sie sich zwei Eier aus dem Kochwasser, lässt sich zwei Eierbecher bringen, setzt sich an einen Tisch und haut mit einem kleinen Löffel immer wieder abwechselnd auf die Eier. Wenn man ihren Gesichtsausdruck als Maßstab nimmt, ist sie mit dem Ergebnis zumindest nicht ganz zufrieden.
Wir atmen heute mal durch.
Nach dem Frühstück gehen wir kurz aufs Zimmer, dann mit den Rechnern bestückt wieder runter in die Halle. Bis etwa 13 Uhr beschäftigen wir uns mit Rechnungen, Blog, Fotos und weiteren Reiseplänen.
Dann gehen wir wieder hoch, um uns fürs Schwimmbad umzuziehen. Das klappt gut, leider ist das Zimmer nicht gemacht, und die Damen verabschieden sich zum Mittagessen.
Wir fahren hoch auf die Dachterrasse im vierten Stock. Das erfordert ein gewisses Auf und Ab sowie den Wechsel des Fahrstuhls. Oben angekommen, treffen wir ein Mitglied einer tunesischen Fussballnationalmannschaft (U19, U21, U23?), die aktuell in Arles und bei uns im Hotel weilt, um an einem Turnier teilzunehmen. Er hält es nicht lange mit uns aus.
Das Becken ist etwa zehn mal acht Meter groß und einen Meter fünfzig tief. Von der Terrasse sieht man die Kathedrale, einige Dächer von Nachbarhäusern und die gesamte Technik des Hotels, die auf dem Dach untergebracht ist. Wir halten es nicht lange mit ihr aus.
Zurück im Zimmer duschen wir, buchen das Hotel für den nächsten Tag und legen uns hin.
Um halb sechs klingelt der Wecker, wir machen uns stadtfein und wollen zum Abschied nochmal in alle Gassen schauen. Das klappt noch besser als erwartet, wir gehen durch Ecken, die uns beim letzten Besuch nicht aufgefallen waren und die heute wie kleine Oasen im städtischen Alltag wirken.
Einige Häuser sind sehr schön renoviert, viele haben das zwingend vor sich, viele scheinen aufgelassen. Aber fast überall stehen Blumentöpfe und Kästen vor den Häusern, wachsen Oleander und Konsorten aus dem entsiegelten Boden.
Um kurz nach sieben kommen wir zurück auf den kleinen Platz vor L'Antonelle, der heute und morgen leider geschlossen ist. Schräg gegenüber schauen wir ins Fenster des Käseladens, den man vom Fleck weg leerfressen könnte. Es ist eine Schande, dass es sowas in Deutschland nicht gibt.
Uns zieht es weiter in Richtung Rhône, und wir sind nicht die einzigen, die es zieht. Auf dem weiteren Weg sehen wir in einer Gasse ein paar besetzte Tische und fühlen uns angezogen, wenn nicht eingeladen.
Das Restaurant hat einen Chef und einen Koch. Der eine ist meistens draußen und erinnert an die Chefin von L'artiste in Montélimar: Er spricht in allen Sprachen auf seine Gäse ein, liebt die Koreranerinnen – Mutter und Tochter – an unserem Nachbartisch genau wie die Briten einen Tisch weiter, und er tanzt mit all den Passanten, Wheelies, Skateboardern, Radfahrern und anderen, die seinen Weg vor dem Restaurant kreuzen. Der andere kocht drinnen à l'ancienne.
Es gibt eine Tapenade aus Sardellen, Oliven, Kapern zum Apéritif, Vorspeisen: Fehlanzeige. Dafür stehen vier Hauptspeisen auf der Karte, wir nehmen das Filet de Daurade und das Côte de Veau. Die Musik ist mindestens so ancienne wie die Küche, die Gattin schmilzt bei beidem dahin.
Als Nachtisch kommen ein Éclair und eine Meringue mit Eis auf den Tisch, am Ende haben wir zu den günstigsten Konditionen dieser Reise sehr gut gegessen.





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