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Dienstag, 9. Juni 2026

Déjà-vu 2026 | 7. Juni 2026 – Am Abend großes Theater

The empire likes back

Das Frühstück bei ibis ist bunt, sehr bunt. Speisen und Getränke sind okay und entsprechen dem günstigsten Gesamtpreis. Die Schweizer sind auch wieder da, sie machen einen recht entspannten Eindruck und wollen heute auch nicht so weit fahren. Mal gucken, ob man sich unterwegs nochmal zuwinkt.

Tausend Jahre Kirchengeschichte in Viviers

Vor Viviers sehen wir einen riesigen Steinbruch mit ebensolchem Zement- oder Kieswerk daneben. Aus der Stadt grüßt später die imposante Kathedrale über den Fluss, und danach beginnt es, so richtig wild zu werden. Wir überqueren wunderschöne Brücken, sehen rote  Felswände auf der linken Seite der Rhône, und der Wind ist auch heute wieder auf unserer Seite. Gestern war er auf unserer Vorderseite, heute ist er auf unserer Rückseite.

Nach Viviers fahren wir durch La Forêt d'Ur, und hier zeigt sich, wie man so einen Radweg anlegen sollte. Denn im Süden ist es heiß im Sommer, und im Schatten der hohen Bäume ist es wirklich angenehm kühl, während immer noch so viel Sonne durch die Baumkronen kommt, dass man gut sehen kann.

Der heilige Michael passt auf uns auf

Auch heute sind wieder sehr viele Menschen unterwegs. Wir haben viele Familien gesehen mit kleinen Kindern, sowohl als Tagesausflügler als auch als Tourenfahrer. Wenn ein Kind dabei ist, fährt das oftmals auf dem Fahrrad eines Elternteils mit. Wenn es älter ist, fährt es selbst. Einige hängen auch hinten am Fahrrad des Vaters dran, einer hat seinen mindestens zehnjährigen Sohn sogar mit einem Seil von Rad zu Rad mitgezogen.

Spannende Verbindung zwischen alt und neu

Insgesamt man hat schon das Gefühl, dass viele Menschen aus solchem gemeinsamen Tun für sich Honig saugen. Die Schweizer, die wir gestern und heute Morgen beim Frühstück im Hotel gesehen haben, vermittelten dieses Gefühl auch. Sie fuhren aus der Schweiz die Rhône entlang nach Lyon und jetzt weiter bis nach Marseille. Von dort wollen sie mit dem Zug wieder heim in die Schweiz fahren. Er fährt bio, sie mit einem sehr üppig konfigurierten Elektrogerät.

Wie der Zufall es will, bringt uns der Weg in den Süden immer wieder in direkten Kontakt mit der Autoroute du Soleil
. Auf dem Weg nach Montélimar haben wir sie gestern – gefühlt sechs Mal über- oder unterquert. Heute fahren wir ab Mondragon (frz. für Meine Frau) etwa fünf Kilometer neben ihr her.

Überraschung zur Mittagspause

Nach der Mittagspause passiert dann kurz vor Mornas das Unerwartete: Wir sehen die Forteresse de Mornas, die wir schon sehr oft von der A7 aus gesehen haben, aber leider nie ordentlich fotografieren konnten. Jetzt kann Madame in aller Ruhe alle Fotos machen, die sie immer schon mal machen wollte.

Wir haben noch 15 Kiloimeter bis Orange.

Pflanzenschutz auf der Obstplantage

Die Strecke ist auch heute wieder gesäumt von Obstbäumen, Weinstöcken und riesigen Feldern. Mais, Getreide, Paprika, Lavendel – hier wächst, was die Welt braucht.

In Orange angekommen, erwartet uns der erste Kontakt mit Augustus, wir machen einen Bogen drum. Zu unserem Hotel geht es stadteinwärts geradeaus, viel zentraler könnte es nicht sein. Die Rezeption ist dreifach besetzt, dem männlichen Mitarbeiter könnte die Gattin einen ausgezeichneten Implanteur in Würzburg empfehlen.

Das Zimmer ist sehr schön und hat sogar einen Sonnenbalkon. Da machen wir gleich mal große Wäsche. Nach einer Pause geht es hinaus in die Stadt. Die Lokale rund um den großen Platz und am Theater sind durchaus besucht, aber richtig viel ist noch nicht los. Für das Theater sind wir zu spät, es schließt um 19 Uhr. Für die kleine, sehr schöne, aber tendenziell etwas zu kitschig bemalte Cathédrale Notre-Dame-de-Nazareth reicht es aber noch. Ein Glanzstück im Inneren ist die Orgel. Von unten sieht sie aus wie der Kopf eines wilden Tieres, das auf die Gemeinde blickt.

Wo der Kaiser spielen ließ

Wir essen direkt am Theater. Über uns tanzen die Martinets noirs, die wir in Monbéliar vermisst hatten, auf den Tisch kommen eine Planche de fromages et de charcuteries sowie eine Pinsa tomate burrata. Dazu gibt's einen Petit Martin und hinterher noch eine Panna cotta und eine etwas verunglückte Dame blanche.

Am alten Comte vorbei gehen wir zurück zum Hotel. Es ist nicht weit.

Vom Nougat zum Obst, das geht nur in Südfrankreich

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