Seiten

Donnerstag, 14. Mai 2026

Ardennen-Klassiker | 1. Mai 2026, Lots of Lüttich

Liège und liègen lassen

Unser Sohn fährt Rennrad. Weniger draußen, mehr im Keller auf der Rolle. Aber dafür schaut er gerne Radrennen im Fernsehen.

Zu Schulzeiten war er einmal mit dem Schulorchester in Tourcoing, das ist unweit von Roubaix, dem Ort, an dem der Radsport-Klassiker Paris–Roubaix vor einhundertdreißig Jahren zum ersten Mal und heute noch immer endet.

Anfang 2025 lamentierte er irgendwann vehement darüber, dass er seinerzeit überhaupt nicht wusste, wo er war, und ihm die vermeintliche Heiligkeit des Bodens nicht bewusst war. Deshalb haben wir ihm zum letzten Geburtstag einen Pavé und einen Besuch des Rennens geschenkt.

Atmospère – ja, das können sie, diese Franzosen

Bei näherer Betrachtung schien ihm der Besuch eines Radrennens, bei dem an den entscheidenden Stellen schon Tausende stehen und die Fahrer mit einem Wooosh vorbeifahren, dann allerdings nicht übermäßig reizvoll. Er schlug deshalb vor, dass wir selbst einige der Strecken abfahren und den noch relativ frischen Schweiß von Pogačar, van Aert, Seixas usw. von den Straßen einatmen sollten.

So ergab es sich, dass wir uns für heute in Lüttich verabredet haben, um ab morgen Teile des Amstel Gold Race, der Flèche Wallonne und der Flèche Brabançonne abzufahren.

Bei uns lief alles nach Plan, in München gab es Schwierigkeiten mit dem reservierten Mietwagen, sodass der Nachwuchs den hauseigenen Twingo für die 700-Kilometer-Strecke aktivieren musste.

Gleich servieren sie den Apéritif

Gegen 19.00 Uhr waren wir dann alle in unserem Hotel an der Maas eingetroffen, bemühten uns um passende Parkmöglichkeiten und suchten um halb neun den lokalen Libanesen heim.

Perfekte Begleiter zu warmem, libanesischen Brot

Er machte uns vorneweg drei Mezze (Muhammara, Samboussek Jebneh und Fatet Magdous) und hinterher drei Hauptgänge: Shawerma maison, Côte d'agneau und Halloumi mit Fatet falafel. Wir erinnern uns gerne daran, wie es war: sehr lecker. Den libanesischen Wein hätte es eher nicht gebraucht, da wäre ein Franzose sicher nicht schlechter gewesen.

Wir saßen bis halb elf draußen, genossen die Multikulti-Atmosphäre und machten uns gegenseitig Mut für die kommenden Kilo- und Höhenmeter. Morgen früh gibt's ab acht Uhr Frühstück, danach fahren wir – je nach Wetterprognose – nach Valkenburg oder Pont de Bonne.

Wir waren die ersten, die gingen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen