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| Monument der belgischen Kohl- und Stahlblüte |
Heute sind kaum Leute beim Frühstück. Auch die Mischung ist besonders. Außer uns frühstücken ein dt. Mann und eine dt. Frau zusammen, alle anderen Gäste sind schwarz. Das Wetter ist super.
Um 8.45 sind wir zurück im Zimmer, um 9.15 fahren wir los. Wir wollen schneller sein als der für 16 Uhr angekündigte Regen.
Unser heutiges Ziel ist Hoegarden. Das liegt westlich von Liège im flämischen Teil Belgiens. Wer sich hier z.B. von seinem Häuschen trennt, der hat es verkocht.
Am Parkplatz im Stadtzentrum sind ausreichend Plätze vorhanden. Eine Holländerin steigt neben uns aus dem Auto und dann in andere Schuhe. Sie schaut uns beim Ausräumen und Zusammenbauen der Räder zu, wünscht viel Vergnügen und macht sich auf die Wandersocken.
Uns treibt es nach Westen in Richtung Overijse. Auf der anderen Seite von Brüssel ist Remco Evenepoel aufgewachsen.
Die Fahrt ist ein reines Vergnügen. Den Powermeter-Pedalen mangelt es zwar schon beim Start an Batterie, aber der kleine Motor im Hinterrad schiebt uns die sechs- bis zehnprozentigen Hügel hoch, als wären sie plattes Land. So geht altersgerechtes Rennradfahren.
In der realen Ebene bzw. ab ca. 26 km/h ist der Jüngste leicht im Vorteil, weil einerseits der Motor abschaltet und andererseits die Mutter ihre rechte Hüfte schonen möchte, damit sie wenigstens noch bis zur OP im August hält.
Bei Kilometer 30 stürzen wir eine Abfahrt mit 17 Prozent Gefälle hinunter (bildlich geschrieben). Nach drei weiteren Kilometern erwartet uns in Overijse zunächst die weiße Mauer mit Porträts belgischer Rad-Heroen. Und dann kommt die S-bocht klim mit Serpentinen, Kopfsteinpflaster und bis zu 18 Prozent Steigung. Da machen wir lieber bei den Heroen Schluss und fahren auf die andere Seite, wo wir ein Häppchen essen und aufs Kind warten.
Frisch gestärkt geht es nochmal die 17-Prozent-Sause runter und dann gemeinsam über Huldenberg zurück. Vorher erwartet uns aber in Terlanen noch die Moskesstraat, die wir zugunsten eines Besuchs im Café Sportman ebenfalls auslassen.
Hinter Hamme-Mille führt unser Weg nach links von den feinen Straßen weg und über eine kurze Kopfsteinpflaster-Passage, die direkt zu einer Straßensperre führt. Wir folgen brav der Umleitung, stellen aber irgendwann fest, dass diese uns leider in die falsche Richtung führt.
Nach einer leicht ungehaltenen Diskussion entscheiden wir uns für die Rückkehr nach Beauvechain bzw. zu der feinen Straße. Die Strecke führt über lehmverschmiertes Kopfsteinpflaster steil abwärts. Da muss man aufpassen, dass man nicht schneller unten ist als gewünscht.
Ab Beauvechain liegt noch eine knappe Stunde vor uns, unterwegs ist mein Strom wieder am Ende, aber die restliche Strecke lässt sich auch bequem mit eigener Kraft bewältigen. Am Parkplatz angekommen, laden wir die Räder wieder ein und freuen uns, dass wir regenfrei hin und zurück gekommen sind.
Von der Brüstung des Pavillons beobachtet uns ein kleiner Junge. Er kommt kaum dazu, seine Kugel Eis zu essen. Auf die Frage „Lecker?“ nickt er vehement mit dem Kopf. Wir nehmen uns ein Beispiel an ihm und gönnen uns zur Feier der schönen letzten Strecke ein völlig überteuertes Eis an der gegenüberliegenden Ecke.
Danach geht's zurück nach Liège. Unterwegs setzt der Regen ein.
Für den Abend haben wir im Restaurant des Hotels einen Tisch reserviert. Bestätigt wurden drei Gäste, vor Ort weiß man nur von zwei. Aber es gibt noch einen passenden Tisch neben zwei wichtigen Schweizer Geschäftsleuten.
Die Speisekarte umfasst die bekannten Highlights der belgischen Küche. Wir bestellen einen Cava als Apéritif, leider muss die Flasche erstmal ins Gefrierfach, um ein bisschen abzukühlen. Wir überbrücken diese Phase mit zwei Glas Prosecco und bestellen dazu einen spanischen Vorspeisenteller zum Teilen. Danach einen Vol au vent, eine Canette und ein Ris de veau.
Wir sind uns einig, dass die Reise für alle ein Gewinn war. Und dass man das wiederholen könnte. Morgen geht's für den einen zurück nach Osten, für die anderen weiter nach Westen.






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