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Dienstag, 4. Juni 2013

4. Juni 2013: Kocher-Jagst-Radweg 2.0

Neustart!

Morgen fahren wir wieder gen Züttlingen und neu-starten unsere unlängst abgebrochene bzw. gar nicht erst begonnene Vier-Tage-Tour im Uhrzeigersinn entlang des Kocher-Jagst-Radwegs.

Falls jemand mitkommen möchte: Wir treffen uns zwischen halb elf und elf am Parkplatz an der Neuenstadter Straße, gegenüber der Volksbank Möckmühl-Neuenstadt.

Alles wiederholt sich.

Montag, 13. Mai 2013

13. Mai 2013: Kocher-Jagst-Radweg – Die Radtour der Superlative!

Westwärts immer, ostwärts nimmer!

Nach dem letzte Woche ins Wasser gefallenen Südost-Versuch besinnen wir uns heute auf das Motto unseres Blogs und fahren nach (Süd)Westen. Unser Ziel: Züttlingen, die romantische 1166-Seelen-Gemeinde am Jagst, dem Start- und Zielpunkt unserer Vier-Tage-Tour im Uhrzeigersinn entlang des Kocher-Jagst-Radwegs.

Schon bei der Abfahrt stellen wir fest: Auf Asphalt kommt man einfach am besten vorwärts. Für die ersten 132 Kilometer brauchen wir deshalb nur wenig mehr als eine Stunde. Und dann finden wir auch noch direkt an der Neuenstadter Straße, gegenüber der Volksbank Möckmühl-Neuenstadt, einen Parkplatz.

Frisch geputzt, frisch geölt und für alles offen.

Donnerstag, 9. Mai 2013

8. Mai 2013 – Regensburg & Rückfahrt, 22,98 km

Die Bahn macht mobil

Was macht man morgens in einer fremden Stadt? Richtig: frühstücken.

Anschließend gehen wir gegenüber in den Dom, wo uns das Bronzedenkmal für Fürstbischof Kardinal Philipp Wilhelm das kirchliche Verständnis von der Verbindung von Staat und Kirche erläutert. Im nördlichen Seitenschiff verstehen wir spontan den Michaelsaltar und erfreuen uns an den weiblichen Figuren der Verkündigungsgruppe an den Vierungspfeilern.

Strahlt wie eh und je: Glasmalerei aus dem Mittelalter.

7. Mai 2013 – Dietfurt an der Altmühl–Regensburg, 69,29 km

Kachelmann lügt! Alle anderen auch!!

Tage voller Sonnenschein hatten sie uns vorhergesagt, nun haben wir zwar drei schöne Tage hinter, aber vor allem einige ergiebige Regentage vor uns. Ab Freitag soll es im Süden und Südost bis zu elf Liter Regen pro Quadratmeter schütten. Auf solch wetterwendische Wetterfrösche können wir gut verzichten. Egal, ob sie Kachelmann oder sonstwie heißen.

Aber fahren wir doch erstmal los.

Hinter Dietfurt ist die Welt noch in Ordnung (meint man).


Montag, 6. Mai 2013

6. Mai 2013 – Hüttendorf–Dietfurt an der Altmühl, 94,02 km

„Hoid fria hob i scho zwoa g'seng.“

Über der Krone lacht die Sonne, wir frühstücken reichlich und rollen kurz nach neun in Richtung Radweg. Unter der Brücke führt am anderen Ufer ein Mann seinen Hund spzieren, die Welt ist schön.

Morgens gehen alle Gassi.

Bis Fürth sind es etwas mehr als zehn Kilometer, bis Nürnberg etwas mehr als zwanzig. Die Strecke ist absolut monoton, mal durchqueren wir ein Gewerbegebiet, mal fahren wir über eine Brücke. Mal führt der Kanalweg vom Kanal weg, dann wieder hin. Es gibt keine Fixpunkte, kein Ziel und vor allem: keinen Schiffsverkehr.

Sonntag, 5. Mai 2013

5. Mai 2013 – Die Kanalien sind wieder los!

Wir sind unterwegs nach Süden

Ab heute gehen wir mit dem Titel unseres Blogs schlecht um, denn unser aktuelles Ziel liegt gar nicht im Westen, sondern im Südosten. Die Wettervorhersager machen uns Mut, dass es das Wetter gut mit uns meinen könnte, also nutzen wir die vielen Feiertage im Mai, um kurz diverse Brücken zu schlagen.

Aufbruch um kurz nach neun. Der Bauch voll, die Taschen voll und schon nach drei Kilometern die erste 12%-ige Steigung. Unsere Kenntnis des Streckenprofils macht uns ziemlich sicher, dass es für lange Zeit auch die letzte gewesen sein wird.

Passend zur gerade aufkommenden Spargelsaison begegnen uns in Geiselwind zwei Autos voller Holländer, die sichtlich keine große Lust auf ihre Arbeit haben. So, wie Polen und Rumänen in der Gegend als Erntehelfer eingesetzt werden, sind unsere niederländischen Nachbarn hier, um die zum Spargel passende Sauce anzurühren.

Bei Hirschaid stoßen wir auf den Kanal, dem wir nach Süden folgen.

Samstag, 4. Mai 2013

4. Mai 2013, ein spätes Fazit


Im letzten Jahr sind wir knapp 4.000 Kilometer durch Frankreich gefahren und haben einiges gelernt:

1.  Es gibt überraschend viele Radwege in Frankreich.
2.  Das Fahren zwischen zwei Meeren war super, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.
3.  Am Atlantik kann man sehr gut Austern essen.
4.  Eine Flusskreuzfahrt hätten wir wohl nie gemacht. Und jetzt wissen wir sogar, warum.

Was wir außerdem wissen: Wir werden uns bei passender Gelegenheit wieder auf den Weg nach Westen machen. Im Herbst sowieso. Und dann schauen wir mal ...

Morgen fahren wir aber erstmal ein paar Tage in die andere Richtung.


Nachtrag zum überfluteten Keller:


Es lag natürlich nicht am starken Regen. Sondern am feuchten Toilettenpapier, mit dem Alexander Hartmann bzw. später Ernstberger, unser Kuckuckskind im Dachgeschoss, den Abfluss verstopft hatte.


Freitag, 1. Februar 2013

18. Juni 2012, der vierzigste Tag: Chagny–Chalon-sur-Saône–Frankfurt am Main, 20,39 km

Drei Mal kleiner Grenzverkehr

Das Frühstück ist nicht toll, aber in unserem Komplettpreis mit drin, da wollen wir keine Spielverderber sein. Beim Bezahlen hat sich der gestern vereinbarte Preis dann plötzlich um 30 Euro erhöht, was wir Madame freundlich wieder ausreden.

Die Tours zum Ende der Tour

Der Weg nach Chalon-sur-Saône ist kurz, aber schmerzlich. Trotz durchgängig leichter Neigung kommt auf den verbleibenden 20 Kilometern keine rechte Freude auf. Außerdem fragen wir uns natürlich, ob unsere weiteren Planungen tatsächlich wie geplant zu realisieren sind.


Dunkle Wolken, passende Stimmung

In Chalon-sur-Saône angekommen, suchen wir uns einen Carrefour. Dort ziehen wir uns um, kaufen noch ein paar Kleinigkeiten und informieren den nahenden Abholer per Telefon, wo er uns bitte finden soll.

Gegen halb zwölf fährt ein riesiger Mercedes-Van auf den großen Parkplatz. Er hat Platz für uns, für alle Taschen und Täschchen, und die Räder können wir bequem hinten rein stellen. Was wir nicht erwartet hatten: Mo muss ab hier fahren, denn ab hier gilt der Mietvertrag.

Wir tanken, suchen uns einen Aldi in der Nähe (die Schokoladen-Quader sind fast aufgebraucht und in Saligny gab's aus eben dieser Quelle einen Crémant, den wir gerne auch zu Hause trinken würden) und fahren nach erfolgreichem Einkauf auf der bestens bekannten Autoroute A36 in Richtung Mulhouse.

In Gundelfingen regeln wir die noch offenen Formalitäten, bauen die fehlende Rückbank wieder ein und die Räder auseinander, damit sie im kleiner gewordenen Auto Platz finden. Um vier sind wir wieder auf der A5, die leider stark staut. Also weichen wir bei Riegel auf die Landstraße aus und suchen den kürzesten Weg über den Rhein:

Keine Kosten, starker Andrang: le Bac à Rhinau

Es ist Montagnachmittag, die in Deutschland arbeitenden Franzosen und in Frankreich lebenden Deutschen sind auf dem Heimweg, dementsprechend gut ist die Zufahrt zur Fähre frequentiert. Wir stehen mittendrin und staunen, wie schnell man von Frankreich nach Deutschland und wieder zurück kommt.

Auf der anderen Seite geht es auf Nebenstraßen schnell voran und bei Eschau auf den Zubringer zur A35, der wir bis Lauterbourg folgen. Im örtlichen Carrefour erstehen wir noch ein paar Dinge des täglichen Bedarfs, dann geht es auf deutscher Autobahn heimwärts.

Um halb neun kommen wir relativ müde an, packen aus und begutachten die Situation im Keller. Danach gibt es Petit salé aux lentilles aus Castelnaudary (und aus der Dose). Ein bisschen Wehmut kaut mit.

17. Juni 2012, der neununddreißigste Tag: Saligny-sur-Roudon–Chagny, 126,08 km

Der letzte Abend – darf's etwas mehr sein?

Nach gemeinsamem Frühstück stimmen wir die Modalitäten der Rückreise nochmal mit Europcar ab. Bis zehn sind alle Habseligkeiten gepackt, alle Neugeborenen an der Nase gestreichelt und alle Anwesenden ausgiebig umarmt. Auf geht's!

Am Kanal ist wenig los, bis zur Pont canal bei Digoin rollt es fast von allein. Am Port de plaisance biegen wir links ab in Richtung Intermarché, wo wir uns mit dem fürs Mittagessen Erforderlichen eindecken.

Salut, Loire, so sieht man sich wieder!

Bei Paray-le-Monial wechseln wir vom Radweg auf die D974, die direkt am Kanal verläuft und mit der wir im letzten Jahr schon gute Erfahrungen gemacht haben. Der Verkehr ist nicht der Rede wert, zwei junge Männer versuchen einige Zeit, mit den Alten mitzuhalten, aber meine Frau macht das Tempo und weiß das zu verhindern.

Etwa zehn Kilometer vor Montceau-les-Mines entdecken wir auf der anderes Seite des Kanals „Les Touillards“, ein kleines Picknick-Naherholungsgebiet, das uns fürs Mittagessen gerade recht kommt. Man braucht schon eine solide Grundlage, um die Schrecken der vor uns liegenden Stadt schadlos zu überstehen.

Essen mit Aussicht

Gut gestärkt kommt uns der Minenmoloch heute fast schon erträglich vor. Wir halten uns zur Sicherheit vom Zentrum fern, was die Sache erleichtert. Nach Verlassen der Stadt erwartet uns ein neuer Weg. Nachdem wir im letzten Jahr aus dem südöstlich gelegenen Saint-Gengoux-le-National aufwärts geklettert waren, fahren wir diesmal in nordöstlicher Richtung am Kanal weiter. Die Piste ist löchrig, die Umgebung schön, wir erreichen Montchanin, wo es keinen Café gibt. Klar, es ist Sonntag und alles geschlossen.

Wo sich der Franzose einen schönen Nachmittag macht, sehen wir kurz darauf: an dem Angelsee mitten im kleinen Grüngürtel der Stadt. Und heute ist nicht irgendein Sonntag, heute ist Concours de pêche, da wird erbittert um jeden Fisch gekämpft. Die Herren haben deshalb auf WM-Niveau aufgerüstet: Jeder bringt durchschnittlich drei Ruten zu Wasser, jede Rute ist mit Carbon-Verlängerer auf etwa sechs Meter gewachsen, und jeder Verlängerer liegt vollsperrend quer über dem Radweg.

Da gibt's nur eins: handgreiflich werden. Nachdem ich die erste Rute einen halben Meter nach rechts geschoben habe, um durch zu kommen, ziehen einige der folgenden Angler nach freundlicher Bitte ihre guten Stücke selbst etwas zur Seite. Etwa in der Mitte treffen wir jedoch auf einen Uneinsichtigen, der die Konfrontation sucht und laut wird, u.a. mit einem klaren, deutschen „Nein!“.

Um die Sache abzukürzen, greife ich erneut zu, und auf dem Rest des Weges gibt es keine Diskussionen mehr. Alle rücken ihre Angeln zur Seite, wir kommen anstandslos durch. Da sich der Weg danach im Ungewissen verliert, kürzen wir auf verbotenem Pfad entlang des Kanals und unterhalb eines Autobahndreicks ab.

Durchfahrt nur für Fahrzeuge mit behördlicher Genehmigung (und renitente deutsche Radtouristen)

Bei Saint-Julien-sur-Dheune bekommen wir den inzwischen heiß ersehnten Café, bis Saint-Léger-sur-Dheune bleiben wir auf der schmalen, aber heute nur mässig befahrenen D974 am Kanal. Bei einer Rast kurz vor der Stadt habe ich das Vergnügen, einem französischen Ehepaar den Weg nach Montchanin zu erklären. Das Vergnügen stellt sich am Ende ein, als Monsieur sagt: „Ah! Vous êtes Belge… “.

Ich werte das als Kompliment und als Beweis dafür, dass jeder Tag der vergangenen sechs Wochen sein Geld wert war!

Bitte notieren: Nicht weit von hier wurde mein Französisch gelobt!

Am Marktplatz in Saint-Léger-sur-Dheune einigen wir uns darauf, den Weg bis Chagny fortzusetzen, greifen für die restlichen Kilometer nochmal zu kalorienreicher Nahrung aus der Schokoladenfabrik und reservieren das einzig verfügbare Hotel.

Das wird kein billiger Abend. Dafür ist der Rest des Weges ein Traum.

Am Kanal nahe Santenay

Am Kanal nahe Santenay 2

Der Weg durch Chagny ist nicht selbsterklärend, zwischendurch müssen wir nochmal im Hotel anrufen und fragen, wie wir fahren sollen. Schließlich landen wir dort, wo wir vor ein paar Jahren bereits einen Nachmittags-Café genommen und entschieden hatten, dass uns ein Aufenthalt entschieden zu teuer käme.

Kompliziert ist er auch. Denn noch vor Aufsuchen des Zimmers müssen wir entscheiden, was wir abends essen wollen. Die Auswahl ist zudem stark eingeschränkt, schließlich ist immer noch Sonntag. Mo hat sich längst nach oben verdrückt: Das Hotel hat im Garten ein Schwimmbad, und wenn sie schon mal da ist ...

Eine Herberge mit Licht und Schatten

Den Apéritif auf der Terrasse versüßt uns ein neureicher Franzose, der geschmacklos gekleidet ist und mit lauter Stimme, großer Geste und ausladenenden Schritten vor uns auf und ab telefoniert. Das Essen im voll besetzten Restaurant ist akzeptabel: Foie gras, Salmon fumé, Käse und Crème brûlée, der Wein ist gut (Vous êtes en Bourgogne!).

Morgen gehen wir auf die letzten Meter.

16. Juni 2012, der achtunddreißigste Tag: Ruhetag in Saligny-sur-Roudon


Nach all der Aufregung gestern, schlafen wir heute etwas länger. Ich hole wieder Brot, wir frühstücken zusammen – der Tag fängt gut an.

Leider geht er weniger gut weiter, denn ich habe die freudige Aufgabe, alle Buchungen abzusagen und mir einen zügigen Heimweg auszudenken. Nach neuestem Stand geht das Wasser im Keller nämlich nicht zurück, stattdessen steigt der Pegel stetig. Die Nachbarn verdächtigen die extremen Regenfälle der letzten Tage, das können wir uns nicht vorstellen.

Neue Züchtung: Das Pferd, das nicht weiß, ob es vorwärts oder rückwärts läuft


Mo packt die Taschen und entscheidet sich für weitere Handwäschen (warum das denn?), ich prüfe die Konditionen der Bahn. Tendenziell wollen wir noch bis Chalon-sur-Saône mit den Rädern fahren und von dort die Rückfahrt antreten; die Stadt bietet wahrscheinlich einigermaßen passable Anschlüsse.

Die Bahnfahrt gestaltet sich allerdings deutlich umständlicher als erwartet: Fahrzeit zwischen elf und 18 Stunden, umsteigen in Dijon, Besançon, Belfort, Mulhouse, Strasbourg, Appenweier und Karlsruhe, Fahrradmitnahme teilweise reservierungspflichtig – da können wir ja fast mit den Rädern fahren. Oder wir nehmen einen Mietwagen.

Kaum hat die eine geboren, wird die nächste befüllt (hinten die linke Hand Gottes)

Bevor ich mich darum kümmern kann, bricht draußen die Hölle los: Der junge Vater, der von Mutter und Kind durch einen spannungsgeladenen Zaun getrennt steht, sieht seine Familie durch das aufreizende Gebahren eines den beiden zumindest räumlich nahe stehenden Rivalen bedroht und reißt den Zaun trotz aller Elektrik nieder, um die Familie zu vereinen.

Das ruft unsere Gastgeberinnen auf den Plan, die das Kind vor dem Vater schützen und deshalb schnellstens eine Umgruppierung aller Akteure sowie die Wiederherstellung des Zaunes vornehmen müssen. Ich lerne: Wo die Natur regiert, ist ganz schön was los!

Familienleben, zweiter Tag (Ruhe nach dem Sturm)

Beim Thema Mietwagen denke ich natürlich sofort an unsere Freundin in Gundelfingen. Ich rufe sie an, sie versteht unser Anliegen und schlägt vor, dass sie uns einen Europcar von Chalon-sur-Saône nach Mulhouse bucht, uns von einem ihrer französischen Kollegen abholen lässt, und wir dann von Gundelfingen mit einem anderen Wagen die Fahrt nach F fortsetzen.

Das hört sich gut an, sie prüft Verfügbarkeit und Preise der Fahrzeuge in Frankreich und beginnt, schwer zu atmen. Grund: Die Miete eines geeigneten Fahrzeugs von Chalon-sur-Saône nach Mulhouse wird teurer als ihr nächstes Angebot. Sie lässt uns von einem deutschen Kollegen in Chalon-sur-Saône abholen, wir müssen nicht umsteigen und sind schneller und formalitätenfreier als gedacht zu Hause. Außerdem wird diese Variante nur unwesentlich teurer als es die 12-Stunden-Bahnfahrt geworden wäre.

Ich sage also begeistert zu und kann mich ums Abendessen kümmern.

Früher Abend, Blick von der Terrasse

Unsere Mädels vom Immenhof hatten uns gestern schon gesagt, dass sie eine gute Adresse in der Nähe kennen, dorthin laden wir heute die ganze Truppe ein. Abfahrt wie immer spät, es gibt stets mehr zu tun als erwartet. Außerdem kommt Françoise unerwartet mit Mutter und Nichte vorbei. Sie will sich das Fohlen anschauen.

Und sie bringt mir meine liegengelassene Sonnenbrille mit. Ich bin beschämt.

Das Hotel-Restaurant liegt traumhaft, die Terrasse ist super, die Stimmung ebenfalls. Um uns herum ausschließlich Franzosen, alle Tische sind besetzt, an einem feiert eine etwa 15-köpfige Familie. Betrieben wird das Haus von Lydiane und David Carneiro, er kümmert sich um die Küche, sie um alles andere.

Je später der Abend, desto schöner die Aussicht

In der Praxis sieht das so aus: David kocht (und wird dabei von einem Helfer unterstützt), Lydiane nimmt die Bestellungen auf, berät bei der Auswahl des Weines, trägt die Speisen auf, trägt sie ab, spült zurückgehende Teller in der Küche vor und rechnet mit aufgegessenen Gästen ab. Das alles macht sie mit einer atemberaubenden Entspanntheit und Ruhe.


Da David auch noch ausgesprochen gut kocht und die Stimmung an unserem Tisch nicht besser sein könnte, verbringen wir hier einen der schönsten Abende dieser Reise.


Irgend jemand der Meinung, es gäbe in der Auvergne nur Saint-Pourçain?