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| Für manche der Mittelpunkt der (Urlaubs)Welt |
Wir frühstücken etwas später, der Atlantik ist ja auch noch nicht am Strand.
Die Leute von ibis geben sich wirklich alle Mühe. Aber irgendwie ist das hier Auberge du jeunesse mit Vier-Sterne-Bepreisung. Im Zimmer dominiert eine „wunderschönes-Strandleben“-Optik und -Atmosphäre, beim Frühstück wird diese Idee der Einfachheit mit einfacher Bestuhlung, Mensa-Tabletts und mittelmäßiger Qualität aufgegriffen.
Müsli Fehlanzeige, Rührei schrecklich, Backwaren frisch aufgebacken. Einzig die Brioche gefällt mit Geschmack, Größe und Fluffigkeit. Dreimal werden wir noch wach ...
Nach dem Frühstück holen wir die Räder aus dem Auto, bauen ein Hinterrad aus, um zu prüfen, ob wir die Räder eventuell doch aufrechtstehend transportieren und damit Platz für Einkäufe schaffen können. Das geht leider nicht, der Wagen ist einfach zu flach.
Also bauen wir die Räder komplett zusammen, stellen sie kurz vors Hotel und packen unsere Strandtasche. Dann geht es an genau diesen und direkt ins leider ziemlich braun-graue Meer. Nach ein paar Schritten am Strand, gehen wir ein zweites Mal ins Wasser. Erneut sehen wir Menschen in Neoprenanzügen, die 15 Euro dafür bezahlt haben, dass sie im Rahmen einer Führung im brusthohen Wasser am Strand entlanglaufen.
Die Welt ist verrückt.
Wir fahren mit leichten Hautirritationen am Bein zurück zum Hotel und finden in der Lobby eine Steckdose zum Laden unserer Transporteure. Das Zimmer ist leider noch nicht gemacht, wir ziehen den Bademantel über und gehen nochmal runter. Ich muss mal sehen, wie ich den rechten Radschuh vom Fuß bekomme, der Ratschen-Verschluss lässt sich nicht mehr öffnen.
Sprachlich kann ich die Problematik nicht stemmen, da ist es gut, dass ich den Fuß mit Schuh dran jederzeit vorzeigen kann. Irgendwann habe ich Rezeptionistin so weit, dass sie dem Hausmeister um Werkzeug bzw. Hilfe bittet. Er kommt, schüttelt wie alle anderen den Kopf, sieht aber dann, dass sich tatsächlich ein Sandkorn in den Mechanismus geklemmt hat. Das holt er mit spitzem Instrument heraus, und das Problem ist gelöst.
Madame geht gleich nochmal ins große Becken, Monsieur telefoniert mit dem Sohn, danach geht's unter die Dusche und in die schwer verdiente Mittagspause. Um 16.00 Uhr geht das Leben mit diesem Blog und weiterem Telefonat weiter.
Gegen 19.00 Uhr gehen wir an die Rezeption, wo wir unsere Räder seitlich zum Laden versteckt haben. Wir scherzen mit der Rezeptionistin, geben ihr das Netzteil zum Aufpassen und fahren mit frisch geladenen Akkus in Richtung Centre ville. Wo genau wir reserviert haben, ist plötzlich nicht mehr genau nachzuvollziehen, denn im Ort gibt es zwei Restaurants, die mit L'Atélier anfangen. Deshalb halten wir einfach mal hier, fragen nach und stellen fest, dass wir an der richtigen Adresse sind.
Die Chefin versteht ihren Job und gibt sich Mühe mit uns, um 19,30 Uhr sind wir die einzigen Gäste. Die Gattin entscheidet sich für Croustillant de chèvre und Salade Atelier, der Gatte für ein längliche Muschel, deren Namen er nicht mehr weiß und das japanisch gewürzte Tartare de boeuf. Als Dessert gibt es ein Nougat glacé maison und eine sehr gute Dame blanche.
Getränke gibt es auch: eine Flasche Sancerre, einen Pineau des Charentes, einen Vieux Pineau de l'Île de Ré und vier Liter Wasser.
Nach dem Essen fahren wir schnell noch ans nördliche Ende der Strandpromenade. Wir suchen die webcam des Ortes und finden einen einen guten Platz, von dem aus wir morgen unseren Lieben daheim zuwinken können.
Danach fahren wir zurück zum Hotel, stellen die Räder in einem günstigen Moment und vor allem unbemerkt wieder seitlich in die Lobby und nehmen noch ein Gläschen Weisswein von der Ile d'Oléron auf der oberen Terrasse.
Danach ist Schluss für heute.






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