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Mittwoch, 27. Juli 2011

26.07. 8ème étape: Montceau-les-Mines–Saligny-sur-Roudon (78,32 km, 3:56:21) (Access interdit sauf fauteuils roulants)


Das Frühstück im Hotel ist deutlich besser als zu erwarten war; beim Nachfüllen des Buffets gibt es noch Luft nach oben, dafür funktioniert plötzlich das WiFi. Um uns herum sitzen viele offensichtlich Einheimische, die man ihrem Alter entsprechend eher am Arbeitsplatz erwarten würde. Später in der Stadt sehen wir diesen Trend bestätigt, die Arbeitslosigkeit in Stadt und Umland muss hoch sein.

Nach dem Auschecken fahren wir den grünen Radweg-Schildern nach. Natürlich bergauf, natürlich falsch. Oben angekommen, finden wir einen Auto-Service, der mein Vorderrad mit kostenfreier Luft füllt, danach fragen wir einen, der wissen muss, wo's lang geht: den Postboten. Er schickt uns runter zu unserem Hotel und gibt klar die Richtung vor – tout canal, tout canal.

Einerseits liegt Erhebendes hinter uns

Andererseits liegt Großes vor uns

Den Canal du Centre begleiten wir auf einer schmalen Straße, der Verkehr läuft nördlich an uns vorbei auf der N70, der Route Centre Europe Atlantique. Es geht leicht rauf und runter, durch kleine Orte, immer wieder sehen wir riesige Binnenschiffe (zumindest im Vergleich zu den vielen Penichettes), und wir fragen uns, wie die wohl durch die Schleusen kommen. Sie kommen tatsächlich durch, wir haben zwei Mal zugeschaut, es hätte aber an allen vier Seiten kein Blatt Papier mehr dazwischen gepasst.

Statt der üblicherweise am Fahrbahnrand verwesenden Tierkadaver (Igel, Katze, Vogel) hat der nächtliche Straßenverkehr hier einen anderen Kollateralschaden hinterlassen: eine ziemlich ausgewachsene Biberratte; auf ein Foto verzichten wir aus Gründen der Pietät.

Mit den Minen starben auch die Zulieferer

Am Ortsausgang von Palinges passieren wir die ehemalige Ligne de démarcation, kurz darauf erhalten wir von ganz oben in Form einer tiefschwarzen Wolke die Nachricht, dass wir besser etwas essen gehen sollten. Das machen wir in der Auberge de Digoine, unweit des gleichnamigen Schlosses. Das Gute fängt schon damit an, dass die Chefin bereitwillig ein paar Tische unter der Veranda zusammen schiebt, damit unsere Räder Platz finden. Drinnen dann viel mehr Raum als erwartet und vier Frauen, die ihren Job mit Freude und Klasse machen.

Busse willkommen, Qualität nicht verabschiedet

Wir votieren für Plat du jour zum Preis von 12 Euro: Entrées vom weitläufigen (und leckeren) Buffet, Poulet mit Erbsen-Möhren-Gemüse, Käse, Dessert-Buffet, Wasser, Wein, Café, es nimmt kein Ende. Unsere Kellnerin bringt ungefragt die zweite Carafe d'eau, bietet uns frische Teller für einen Nachschlag beim Dessert an – ein Leben wie Tourist in Frankreich.

Dabei haben die Damen auch ohne uns genug zu tun. Etwa 70 Prozent der Plätze im Restaurant sind besetzt, im Saal nebenan werden ca. 40 ältere Menschen bewirtet, die wohl vor oder nach der Schlossbesichtigung noch etwas für den Gaumen tun wollen, und allen schmeckt's offensichtlich sehr gut.

Wir können den Kanal einfach nicht voll kriegen

Kurz vor Paray-le-Monial schreckt uns die gesperrte Straße, ein Rennradler macht uns Mut, weiter zu fahren, was wir den von ihm angedrohten Anstiegen links und rechts auch eindeutig vorziehen. Wie so oft im Leben, wird der Mut auch hier belohnt. Der Bautrupp macht noch Mittag als wir kommen, so dass der Weiterfahrt zwar eine massive Hebebühne im Weg steht, die wir aber elegant umkurven können.

Schon wieder nichts, was uns aufhalten könnte

Bei der Ortsdurchfahrt sehen wir am Hafen riesige Zelte über eine noch riesigere Grünanlage verteilt, viele junge Menschen, fröhliche Gesichter – ich tippe auf Pfadfinder, Mo denkt an eine musikalische Darbietung. Wir fragen eine Frau, die ihr Mittagessen mit Kindern auf einer Bank am Rande des Geländes verzehrt, sie sagt uns, dass es sich um die jährliche Kongregation der Gemeinschaft Emmanuel handelt, und lädt uns ein, gleich da zu bleiben. Da wir für den Abend bereits verabredet sind, müssen wir dankend ablehnen. Zur Strafe fragt sie mich, ob wir Deutsche seien.

Von Paray-le-Monial sind es nur noch ein paar Kilometer nach Digoin, wo ich am Hafen eine Frau frage, ob es vor Ort einen Fahrradladen gibt. Sie bezweifelt das zunächst, sagt dann aber, dass sie mal im Bureau fragen wolle. Im Abdrehen fragt sie mich, ob ich Deutsch spreche. Ich antworte: „Ja, auch!“

Sie kommt zurück, weist uns den Weg zu E. Leclerc Sports & Loisirs und erzählt, dass sie aus Brügge kommt und es „hier toll zum Leben ist“. Dem können wir mit unseren bisherigen Erfahrungen nur zustimmen. Bei Leclerc bekomme ich die passenden Schläuche (schwere Geburt) und habe Gelegenheit, der Kassiererin dabei zuzuschauen, wie sie mittels perfekt modellierter Fingernägel versucht, einen Taschenrechner dazu zu bringen, ihr den Preis eines T-Shirts abzüglich der endgültig letzten Preisreduktion zu verraten. Sie tippt drei, vier, fünf Mal ergebnislos, wirft das blöde Dinge frustriert auf den Tresen, probiert es erneut und nimmt dem jungen Käufer letztendlich 4,33 Euro ab. Sicher kein schlechtes Geschäft. Für ihn.

Ich zahle, trage die Schläuche hinaus und gehe mit meinem Helm gleich wieder hinein. Eine weitere Kollegin frage ich, ob es die Schweiß-Einlagen im Helm auch als Ersatzteile gibt. Sie sagt, dass sie nachschauen müsse, und kommt kurz darauf mit ihrer Beute zurück. Ich bin nicht sicher, ob die Teile passen, frage also erstmal, was sie kosten, und sie strahlt mich an: „Un sourire et un merci.“ Da ich beides mehrfach bei mir trage, sind wir uns schnell einig.

Wir fahren gleich wieder zurück an den Kanal, wo uns Sehenswertes erwartet:

Loire trifft Kanal

Kanal trifft Loire

Karte trifft Loire und Kanal


Von Digoin nach Pierrefitte-sur-Loire ist es nicht mehr weit, uns reicht's aber langsam. Direkt am Kanal überqueren wir die kurze, steile Brücke, und dann geht es noch fünf Kilometer südwärts in Richtung Saligny-sur-Roudon. Die Straße führt hauptsächlich bergauf, meist mehr, selten weniger. Kurz bevor es hinab in den Ort geht, sieht Mo rechts die Reithalle und den Stall des Gestüts, das wir besuchen wollen. Wir biegen ab, noch dreihundert Meter, dann ist das Tagesziel erreicht.

Hier ist es schön, hier bleiben wir ein paar Tage

Bitte beachten: Die Sättel sind nicht aus Pferdeleder

Die Züchterinnen wissen, dass wir kommen, freuen sich trotzdem, und wir machen uns einen schönen Abend bei Salat, Käse und Wein. Mit am Tisch sitzen zwei Praktikantinnen aus den Niederlanden, die im Rahmen ihrer Pferde-orientierten Berufsausbildung ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland absolvieren müssen und sichtlich zufrieden sind, dass sie einen Platz mit starken Bezügen ins Heimatland gefunden haben.

Wir machen voraussichtlich zwei Tage Station, waschen schmutzige Wäsche und bereiten uns auf das Neuland vor, das wir mit der Abfahrt beradeln werden.

25.07. 7ème étape: Cuisery–Montceau-les-Mines (97,19 km, 5:21:04) (Attention croisement)

„Soyez prudent!“ – „Schon zu spät.“

Wir frühstücken um acht, Jean-Francis empfiehlt nachdrücklich seinen Kuchen – ohne Fett, nur mit Mehl, Eiern und Zucker produziert, und damit ideal für unsere Zwecke. Na gut, dann esse ich halt noch drei Stücke.

Nach dem Frühstück wird gepackt (wir reduzieren das Gewicht und lassen einige Stücke in der Obhut des Hauses), bezahlt (unangenehmster Aspekt des Aufenthalts) und herzlich verabschiedet. Madame schüttelt weiterhin den Kopf über unser Vorhaben und rät zumindest zur Vorsicht. Mo schaut auf ihren gut verheilten Ellbogen und murmelt: „Schon zu spät.“

Die Landstraße nach Chalon-sur-Saône fährt sich mit leichtem Rückenwind und nahezu frei von Lastern super (der kleine Nick schickt heute keine Flieger, sondern zwei seiner Laster als Convoi exeptionnel). Nach ca. acht Kilometern kommt uns mit großem Hallo eine 30- bis 40-köpfige Rennrad-Gruppe samt großen Gepäcktransporter entgegen, nach etwa zehn Kilometern sieht es auf den Feldern zu beiden Seiten aus, als hätten Riesenkinder mit Strohballen gespielt und vergessen aufzuräumen.

Und nach rund 18 Kilometern kommt der Regen. Um Strecke zu sparen, biegen wir schon vor Chalon-sur-Saône nach Westen ab und stellen dann fest, dass wir einen ziemlich gut frequentierten Autobahnzubringer erwischt haben. Die Straße ist absolut nicht breit genug für alle, deshalb weichen wir ins Schotterbett nach rechts aus, während die Zehndonner im Abstand von zehn Zentimetern an uns vorbei donnern. Von Schotter kann auch nur bedingt die Rede sein, da der Regen nicht schnell genug versickert und sich große, tiefe Pfützen bilden.

Irgendwann ist der Spuk vorüber, wir haben viel Strecke abgekürzt, leider hat mein Vorderrad den Schotter (oder was sich sonst noch am Wegesrand in den Pfützen versteckte) nicht vertragen; kurz bevor wir den bekannten Intermarché erreichen, ist der zweite Schlauch hin. Bei dieser Gelegenheit der Hinweis, dass Franzosen vor und nach Verlassen des Stadtgebiets gerne mal Ballast abwerfen; wir sehen nicht nur immer wieder Scherben, sondern zum Teil auch intakt gebliebene Glasflaschen sowie den auch aus Deutschland hinlänglich bekannten Müll.

Wer macht hier die Drecksarbeit?

Während Mo einkauft, wechsle ich den Schlauch. Das Modell, das wir brauchen, hat der Laden leider nicht, beim vorhandenen Schlauch ist das Ventil ziemlich kurz für die Hohlkammerfelge, und ich kann nicht richtig aufpumpen. An der Tankstelle gibt's keine Luft, also fahre ich nach dem Mittagessen im Fahrradunterstand mit zu wenig Luft weiter.

Was schlägt die Option „Wort vervollständigen“ beim Schreiben von Intermarché vor? Unterbäuche!!

Die bereits bekannte Voie verte führt uns über Givry, Buxy und Saint-Boil bis nach Saint-Gengoux-le-National; die Bahnhöfe entlang der ehemaligen Eisenbahntrasse sind durchweg liebevoll renoviert, alle paar hundert Meter warnen uns Schilder vor Übergängen, die zusätzlich mit einer Schikane und einem dreifarbigen Schachbrettmuster in den Farben des Radwegs gekennzeichnet sind: blau, grün und weiß. Unter einer Brücke wartet ein deutscher Endzwanziger auf besseres Wetter, mittels seiner Pumpe kann ich meinem Vorderrad etwas mehr Druck machen.

Keine Bahn, aber viel Verkehr

Wehe, wenn er losgelassen

Die heutige Streckenführung ist ja überwiegend dem Umstand geschuldet, dass wir die starken Steigungen von Cuisery hinauf nach Cluny vermeiden wollten (über Pont-de-Veaux. Fleurville usw.). Nun kommt aber doch ein bisschen Berg von Saint-Gengoux-le-National hinüber nach Montceau-les-Mines. Der Aufstieg ist moderat zu nennen, ich fahre vorne auf dem kleinen Blatt, hinten auf dem fünften Ritzel und bewege mich mit einem Tempo zwischen 12 und 13,5 km/h. Die Abfahrt ist sensationell – über mehrere Kilometer geht es bei guter Voraus- und Rundumsicht leicht bergab, so dass wir entspannt mit etwa 40 km/h zu Tal brausen.

Im ersten Teil der Fahrt denke ich manchmal an unser Cabrio in Freiburg, spätestens bei der Abfahrt kommt der Mercedes emotional nicht mehr mit.

Wer hier ankommt, ist noch lange nicht angekommen

Anders als gedacht, erreichen wir im Tal nicht Montceau-les-Mines, sondern Joncy. Und es gibt keine Hinweise auf unser angestrebtes Ziel. Die Dame am örtlichen Supermarkt lässt uns die Wahl: etwas kürzer, aber steiler oder etwas flacher, aber stark befahren. Nach den Erfahrungen vom Vormittag entscheiden wir uns für die Lkw-freie Variante, die sechs Kilometer fahre ich vorne auf dem kleinen Blatt, hinten fast durchweg auf dem ersten Ritzel, dabei bin ich froh, wenn ich ein Tempo zwischen acht und neun km/h schaffe.

Jede Pause ist recht für einen weiteren Blick zurück ins Tal


Die wenigen Menschen am Straßenrand sind entweder besonders gut drauf oder sie haben noch die gestern zu Ende gegangene Tour de France im Blut: Sie feuern uns an – Allez! Allez! –, spenden Trost oder klatschen tatsächlich! Über Mary arbeiten wir uns zum Gipfel des Mont-Saint-Vincent, von dort geht es mit fest angezogenen Bremsen und nahezu kopfüber auf die wenig befahrene D980, die uns rasant ans Ziel dieses Tages bringt.

Höhepunkt des Tages

Montceau-les-Mines ist die wohl charmefreieste Stadt Frankreichs. Wir irren entlang des Kanals, durch die triste Fußgängerzone und wieder zurück. Ein Office de Tourisme ist nicht zu finden, erst die dritte Passantin, die wir fragen, weiß, wo das gesuchte Hotel ist. Nach den bereits überwundenen Anstiegen geht es noch einmal ordentlich bergauf, als wir oben am Hotel ankommen, stellen wir fest, dass es montags Ruhetag hat.

Im Eurovelo-6-Radführer finden wir eine Alternative, natürlich am Kanal, also genau dort, wo wir herkamen. Das Nota Bene liegt direkt an einer der vielen Ponts levants der Stadt, die Fassade wird gerade frisch gedämmt, es sieht aus wie kurz vor dem Abriss. Drinnen ist alles hübsch gemacht, auch die junge Frau am Counter. Sie macht den Eindruck, als sei die Rezeption für sie nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Ruhm.

Da es bereits spät ist und wir nichts Besseres wissen, essen wir im Haus. Das wird zumindest très interessant. Es gibt Salate, Tavolas und Burger, wir entscheiden uns für zwei Salate vorneweg, zwei Tavolas und ein Fläschchen „Pinot Noir 2008 & 2005“. Was die Jahrgangsbezeichnung bedeuten könnte, weiß die Bestellungsaufnehmerin nicht, nach großer Wartezeit erneut auf den Wein angesprochen, erklärt sie, dass es ihn nicht mehr gibt. Wir ändern in einen Côte Chalonnaise von 2009.

Mit dem Wein können die Damen aus dem Tellertransportgewerbe insgesamt wenig anfangen. Eine von ihnen quält sich drei Mal sichtlich mit dem Öffnen der Flaschen, in allen Fällen dreht sie danach den Korken vom Zieher, stellt den Leuten die Flasche auf den Tisch und dreht wortlos ab. Wir haben Glück, unsere Flaschenbringerin ist schon im dritten Lehrjahr und weiß, dass sie den Gast probieren lassen sollte.

Die Salate sind akzeptabel, das dazu gereichte Baguette ist ein unmögliches schlabber-weiches Teig-Ding. Aber wir haben Hunger. Für die Tavolas reicht der Hunger allerdings nicht. Keine/r schafft mehr als die Hälfte, die Teile sind und schmecken derart vorproduziert und im Backofen heiß gemacht – wir sind verwöhnt und immer noch (!) im Burgund.


Sonntag, 24. Juli 2011

24.07. Jour du Seigneur: Cuisery–Cuisery (17,48 km) (Réservé convoyeurs de fonds)

„Die Kuh ist einfach ruhiger.“

Heute schon wieder Ruhetag, die Salzdiät schlägt an, meine Welt dreht sich wieder in normalem Tempo. Ich setze beim Frühstück gleich noch ein Ei drauf.

Anschließend längeres Telefonat mit unserem Geburtstagskind, danach erneuter Besuch bei Colruyt – ohne Sonnenbrille sieht's drinnen gleich viel heller aus, wir prüfen gemeinsam das Angebot. Vorne stehen die Grands Crus der Region sowie weitere Spirituosen, die wir noch nie gesehen haben. Die Auswahl ist – Achtung! – beachtlich. In den folgenden Gängen das übliche Sortiment, eher ungewöhnlich scheint uns, dass am Fleischstand zwei Metzger live die Nachfrage befriedigen.

Neben den vielen Dingen, die es bei uns nicht gibt, fällt das Fehlen der bei uns üblichen Brotauswahl auf, außerdem steht zwischen den Batterien von Kellog's-Packungen nur eine verschämt dekorierte Packung Haferflocken. In Deutschland kostet sie in dieser Darreichungsform 25 bis 50 Cent, der Franzose muss 1,24 Euro berappen. Kein Wunder, wenn er lieber zu Schnecken und Froschschenkeln greift.

Wir haben heute das Zimmer wechseln müssen, deshalb schaffen wir Käse und Baguette (wenn das mal keine einseitige Ernährung ist!) in die neuen Räumlichkeiten. Etwas Besseres als Rad fahren fällt uns nicht ein, aber es soll leicht schmecken. Also in Zivil nach Tournus, wo am Geldautomaten extra ein Parkplatz für Geldtransporter frei gehalten wird. Das hält uns natürlich nicht davon ab, beim Patissier ein bisschen was Süßes zu erwerben (vor dem Mittagessen!) und uns mit der Beute auf die Kaimauer zu setzen.

Resteverwertung à la française

Was man für solche Reste backen muss

Unten liegen mehrere Kanalboote, oben ist nicht besonders viel los. Das liegt einerseits am Wetter, andererseits daran, dass viele Häuser an der Uferstraße zum Verkauf stehen oder wenigstens darauf warten, neu belebt zu werden.

Fernweh kanalisiert

Alte Substanz, keine neue Verwendung

Nach dem Backwerk fahren wir bergauf zurück, schauen uns unterwegs in Lacrost eine Gîte an (leider nicht gerade das, was man sich wünscht) und passieren eine stoisch stehende Rinderherde. Wir überlegen, dass wir mit unseren gelben Hemdchen bei Pferden, Hunden und Katzen wesentlich heftigere Reaktionen hervor gerufen hätten. Aber Mo weiß, woran es liegt: „Die Kuh ist einfach ruhiger.“

Im Zimmer essen wir das bisschen Eingekaufte, dann machen wir Pause vom harten Alltag: Mo schläft, ich erhole mich beim Schreiben. Um sieben fangen wir mit dem Packen an. Und dann wird ja schon wieder aufgetischt: vorneweg Hecht-Terrine bzw. ein Dutzend Schnecken, dann Tournedos de Boeuf gefolgt von zwei Tellerchen flambiertem Epoisses und ein paar zusätzlichen Dessert-Kalorien.

Wir sind jetzt wieder à jour, morgen fahren wir ein Stück gen Norden (komische Routenplanung), um ab Chalon-sur-Saône kurz westlich und dann wieder südwärts abzubiegen. Der nächste längere Aufenthalt ist in der nördlichen Auvergne geplant, ab dort beradeln wir völliges Neuland.

Seien wir gespannt ...

22.07. 6ème étape: Rully–Cuisery (58,94 km, 2:56:22) (Arrêt minute)

„Sind Sie deutsch?“

Alles trocken, bitte weiterfahren!

Das Aufstehen fällt schwer (wie immer), das Frühstück ist gut, der Supermarché schräg gegenüber hat alles, was wir brauchen.

Wir wollen über Givry nach Chalon-sur-Saône fahren, unterwegs fragen wir zwei Herren, die sich mit dem Bau einer niedrigen Grundstückseinfassung beschäftigen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Die Frage führt zu kontroversen Einschätzungen, am Ende setzt sich der Dickere durch. Er hat gesehen, dass wir mit drei Kettenblättern vorne fahren, die Fahrt also sowieso pas de problem sein wird. Und schön ist die Strecke nach seiner Meinung auch.

Sie führt vor allem wieder steil bergauf. Vorbei am Château de Rully und mindestens fünf Lagen des Hauses Faiveley, das in der Gegend nicht sonderlich beliebt zu sein scheint. Jede der in Messing gravierten Lagenbezeichnungen ist bereits Zielscheibe eindeutiger Missfallensbekundungen geworden, die Weine weisen neben den Volumenprozenten wahrscheinlich auch einen hohen Bleigehalt auf.
 
Château de Rully, 2011

Weit verbreitet, weithin ungeliebt

Woher wir kommen

Wir kämpfen uns durch bis Mercurey, von dort entlang der Landstraße nach Mellecey, und dann wollen sie uns schon wieder bergauf schicken, aber langsam reicht's. Wir biegen vor Givry nach links ab, landen im zauberhaften Dracy-le-Fort und entdecken dort eine Voie verte, die uns Richtung Chalon-sur-Saône führt.

Nahe Chalon-sur-Saône, nahe Givry ist Frankreich nicht weit

Auf der alten Bahntrasse nach Chalon-sur-Saône kommen wir zügig voran

Bei der Einfahrt nach Saint-Rémy beginnt es zu tröpfeln, wir legen einen Zahn zu, um eine nicht weit entfernte Tankstelle als Schutz zu erreichen, doch daraus wird nichts. Die Tropfen werden zu ausgekippten Eimern, und wir erreichen mit Ach und Krach eine kleine Unterführung, in der wir die nächsten zwanzig Minuten darüber nachdenken, wie es wohl sein wird, wenn das Wasser von beiden Seiten kommt ...


Als der Regen nachlässt, fahren wir rechts hoch und sehen, dass die Tankstelle zu einem großen Intermarché gehört – hätten wir ihn noch vor dem Guss erreicht, hätten wir die Wartezeit zum Mittagessen nutzen können. So kaufen wir erstmal nur ein, fahren dann weiter und sprechen im südlichen Saint-Rémy ein älteres Ehepaar an, um unseren weiteren Weg abzusichern. Sie überlegen kurz, sprechen sich ab, dann erklärt er in sehr angenehmem Französich, wie wir fahren sollen.

Am Ende fragt er, ob wir alles verstanden hätten, als wir bejahen, fragt er nahezu akzentfrei: „Sind Sie deutsch?“ Wir bejahen schon wieder, fragen, warum er so gut Deutsch spricht, und er fängt an zu sprudeln. Deutsch hätte er an der Uni gelernt, inzwischen aber fast schon wieder verlernt, weil ja die Praxis fehle usw. usf. – es ist beeindruckend, wie gut der Mann Deutsch spricht und wie sehr er sich freut, es mal wieder sprechen zu können. Seine Frau ist sichtlich stolz auf ihren Mann, am Ende wünscht sie bonne route und er „gute Fahrt“. Endlich mal wieder fahren ohne Courage.

Zum Mittagessen bleiben wir am Ufer der Saône, nach Abzug der Wolken könnte die Stadt heute auch Chaleur-sur-Saône heißen. Hinter uns fährt ein deutlich überladenes Rad vorbei, und Mo meint, ich solle aufpassen, damit  ich nicht wie dessen Fahrer ende, der bei seiner letzten Radtour wohl den Absprung verpasst habe. Was sie damit meint, sehe ich erst nach dem Essen, als unser Weg am Besitzer des Fahrrades vorbei führt: Er sieht aus wie eine ausgezeichnet gelungene Kreuzung aus diesem und jenem.

Auf der anderen Seite des Flusses liegt ein gut besuchter Campingplatz, wir fahren durch Saint-Marcel und Épervans, um bei Ouroux-sur-Saône endlich auf die D933 nach Cuisery zu kommen. Die Verkehrsdichte nach dem Mittagessen sowie Menge und Fahrweise der Lkw machen uns nochmal klar, warum wir eigentlich  beschlossen hatten, nie mehr in dieser Richtung auf dieser Straße zu fahren.

Im Hotel werden wir freundlich empfangen und bekommen comme d'habitude die Garage 1. Darin stehen die Räder zwar ziemlich verlassen beieinander, aber es ist eine freundliche Geste. Wir installieren uns in Zimmer 5, Dusche und kurze Pause, gegen sechs gehen wir in die Halle, um der (Büro)Arbeit zu frönen, um sieben folgt der Apéritif, danach das Essen.

Wir gönnen uns Hechtterrine, Kalbsbries und Poulet de Bresse, dazu gibt's den feinen Weißen von Hubert Laferrere aus Lugny.


23.07. Jour de repos: Cuisery–Cuisery (56,58 km, 2:26:18) (Absence de marquage)

„Auch 48 Zähne können beißen.“

So ein Ruhetag ist eine tolle Sache, man kann z.B. morgens länger ruhen. Nach dem Frühstück wollen wir dann mal ausprobieren, wie sich eine Strecke, die wir schon oft mit den Rennrädern gefahren sind, mit den Reiserädern fährt. Diese Strecke ist nicht übertrieben lang, bietet aber alles, was man sich wünschen kann: gerade Stücke, steile Anstiege, lange Abfahrten, Stadtverkehr, kleine Orte und Landschaft satt.

Vor dem Haus fängt uns der Chef persönlich ab, wirft einen fragenden Blick auf die Räder und meint: „Sind die neu oder frisch lackiert?“ Da weiß man: Es ist Zeit, los zu fahren. Wasser kaufen wir gegenüber bei Colruyt, dem einzigen Supermarkt in Cuisery. Der Laden sieht außen aus wie alle, innen aber ganz anders: Es ist ziemlich dunkel (das kann an der Sonnenbrille liegen), es sieht aus wie in einem Lager, die Kassiererinnen müssen stehen und die Waren der Kunden beim Kassieren in einen leeren Einkaufswagen umräumen.

Bei dem Kunden vor mir ist das besonders spannend. Er fährt etwa 15 bis 20 Flaschen Wein und einen riesengroßes Paket Hundefutter spazieren. Abgesehen von dieser sehr speziellen Kombination ist auch die Mischung der Weine beachtlich, es sind keine zwei Flaschen der gleichen Sorte dabei. Wahrscheinlich will er übers Wochenende alle mal durchprobieren und danach entscheiden, welchen er am Montag kauft.

Mo fällt der Mann auch auf. Sie sieht, wie er mit der hochkant im Wagen stehenden Hundefutterpackung aus der Tür kommt und mangels Sicht gegen eine der vier Metallstreben fährt, die den Eingang vom Parkplatz trennen. Das hätte ich auch gern gesehen.

Hier kommt nicht jeder durch

Los jetzt! Die Strecke verläuft entlang der Seille, gleich im ersten Ort die bei uns weltberühmte „Mauer von Loisy“, die sich mit knapp 1.000 Kilometern Anlauf aber recht gut fahren lässt.

Wo der Bürgermeister von Loisy-sur-Seille seine Arbeitsleistung erbringt

Erinnert an Lübeck, liegt aber an der Seille

Weiter geht's durch Huilly, wo sich eine Hausbesitzerin sichtlich freut, dass die Tour endlich auch mal bei ihr vorbeikommt. Danach der obligatorische Blick auf die Seille und weiter in Richtung Savigny, das wir so schnell wie noch nie zuvor erreichen. Auffällig bisher ist die über viele Kilometer sorgsam neu asphaltierte Straße, da haben die Gemeinden unsere seit Jahren üppig entrichtete Kurtaxe wohl zusammengelegt und ausgesprochen sinnvoll investiert. Dass die Markierung noch nicht aufgebracht ist, können wir verschmerzen.

Der SPAR-Markt in Louhans ist Anlaufstelle für unseren Einkauf, leider erweist er sich primär als Haltestelle, denn heute kauft Familie Dupont für ihr Fest am Wochenende ein. Salate, Platten, Brote, Kuchen, Chips und weiß der Henker, was sonst noch alles, werden vor, hinter und durch die Kasse rausgetragen. Der Chef persönlich räumt den Einkaufswagen aus und sagt der Kassiererin, was sie eintippen soll – er ist völlig aus dem Maisonchen (vielleicht hat er aber auch nur bei Colruyt gelernt?).

Am Ende hat sich die Aufregung für SPAR jedenfalls gelohnt. Madame Dupont schreibt einen Scheck über 729 Euro aus, da hätten wir mit unseren läppischen 2,70 eigentlich viel länger warten müssen.

Gespeist wird in La Chapelle-Naudé; über Montpont-en-Bresse, Romenay und Ratenelle fahren wir zurück ins Hotel. Insgesamt waren wir fast so schnell wie mit den Rennrädern, sind aber längst nicht so schlapp. Das liegt an der komfortableren Sitzposition, dem größeren Spektrum der Schaltung und den etwas geringeren Spitzen in der Übersetzung.

Konkret heißt das: Bergauf kann man viele Gänge leichter schalten und ist nicht so fertig, wenn man oben ankommt, bergab und auf gerader Strecke hat man mit 48 statt 53 Zähnen auf dem großen Blatt immer noch genug Widerstand, um sehr schnell vorwärts zu kommen und seinen Muskeln weh zu tun. Oder wie Mo es formuliert: „Auch 48 Zähne können beißen.“

Das Abendessen bestreiten wir mit Foie gras, Verrine de lapin und Carré d'agneau. An den Nachbartischen einerseits die französische Mutter mit den beiden Jungs, die sehr interessiert und hoch konzentriert von der Vorspeise bis zum Dessert jedes Detail kosten bzw. aufsaugen, andererseits das niederländische Ehepaar mit dem Jungen und dem Mädchen, die nicht wissen, was sie tun, wie sie es tun und warum sie es tun. Speziell das Mädchen sollte seit mindestens einer Stunde im Bett liegen, und als die Mutter das endlich akzeptiert, will auch der Junge sofort abgelegt werden.

Beim Toilettenbesuch treffe ich vor der Schiebetür einen weiteren Jungen von vielleicht zehn Jahren an, der verzweifelt an der Tür drückt. Ich schiebe sie freundlich zur Seite, er jauchzt vor Freude, stürzt in den Raum und verschwindet gleich hinter der nächsten Schiebetür. Da fällt mir glatt mein Pfadfinder-Motto wieder ein.

Zurück im Restaurant reden wir über die Spitze der Alterspyramide. Am Tisch schräg gegenüber sitzt ein Ehepaar in den Achtzigern, ihm fällt das Leben schon sichtlich schwer, sie erinnert an Mutter Riele und hat die Angelegenheit gut im Griff. Beide essen ausladend und mit sichtbarer Freude an der Sache. Beide sind rank und schlank, das macht uns Mut für die Zukunft.

Als sie aufbrechen, sieht man, wie viel Mühe ihm das Stehen und Gehen macht, sie dagegen versammelt sich am Tisch wie ein Springpferd vor dem Ochser – und raus geht's.

21.07. 5ème étape: Nuits-Saint-Georges–Rully (50,47 km, 3:08:55) (Boue par orage)

„Admirez le paysage!“

Da wir das Frühstück noch von gestern kennen, fahren wir heute ohne los. Im Ort gönnen wir uns erstmal zwei Croissants, während Mo sie kauft, telefoniere ich mit unserer Ärztin wegen des nichtendenwollenden Schwindels am Morgen, sie diagnostiziert Salzmangel und verordnet mir ein Päckchen Salzstangen.

Im Café du Centre führen wir jeder ein 3-Euro-Frühstück plus Café au lait zu, irgendwer in der Nähe schenkt uns einen Internetzugang, so dass auch die Büroarbeit leicht von der Hand geht. Zwei Handwerker bringen über den Schaufenstern der lokalen Sparkasse auf hellgrauem Grund eine hellgrauen Folie an – da muss wirklich jeder Handgriff sitzen.

Wir kennen den Weg, denn es geht schon wieder nach Beaune. Salzbrezeln bei Casino (ob die auch wirken?), gleich essen nahe der Fußgängerzone, sprachlich alles wie gehabt, aber gestern hatten wir mehr Glück mit dem Publikum.

Schön stehenbleiben!

Diesmal fahren wir den Weinbergweg andersrum, er wird davon nicht weniger schön. Mittagessen oberhalb von Puligny-Montrachet, von dort weiter über Chassagne-Montrachet nach Santenay.

Hinauf ins Vergnügen

Over the hills and far away

Wer A trinkt, ...

... muss auch B trinken

Zum Mittagessen gibt's Panorama du jour

Anschauen umsonst, probühren nur gegen Gebühren

In Chassagne-Montrachet wird dem geneigten Gast übrigens nichts geschenkt. Die Weinprobe in der örtlichen Caveau Municipal wird von einem Asiaten betreut, der mit vielen Besuchern in seiner Muttersprache spricht. Für zehn Euro darf man vier Weine verkosten, die Highlights der umfangreichen Karte sind bei diesem Angebot leider exkludiert, sie kosten bis zu 285 Euro. Uns bietet der Kollege freundlich ein Wasser an, wir verabschieden uns mit dem Hinweis, dass wir die Weinprobe lieber aufs nächste Mal verschieben.

Da kommen wir mit dem Auto und können mehr trinken.

Von Santenay fahren wir über Remigny und Changy nach Bouzeron, wo es eine Querverbindung nach Rully, unserem heutigen Zielort, geben soll. Die Straße ist nach heftigen Regenfällen stark verschmutzt, bis in den Ort kommen wir trotzdem gut. In Bouzeron eine gute Nachricht: Es gibt ein Schild nach Rully. Die schlechte Nachricht: Es geht steil bergauf. Wir fahren am Haus einer freundlichen Dame vorbei, freundlich deshalb, weil sie uns auf Anfrage gerne erklärt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und weil sie sich offensichtlich freut, wenn sich Radler bei ihr vorbei quälen.

Sie sagt, dass es noch wesentlich steiler werden wird, und rät uns, bei Bedarf unbedingt zu schieben. Dann könnten wir auch mal stehenbleiben und die Landschaft bewundern.

Unten Bouzeron, oben wir

Wir fahren wieder ein Stück, machen Pause, auf einmal kommen von oben zwei Menschen auf Klapprädern. Sie ist vorn, sie bremst, sie zückt eine Karte und sagt: „Can you tell us where we are?“. Von der Sprache müsste sie eindeutig aus Beaune kommen, aber das ist die andere Richtung. Wir zeigen ihr, wo wir sind, sie freut sich, auf dem richtigen Weg zu sein, und bleibt mit ihrem Mann für ein Schwätzchen stehen.

Das Paar kommt aus Schweden, ist mit dem Boot auf dem Kanal unterwegs und macht gerade mal einen kleinen Ausflug. Sie sagen, dass es noch wesentlich steiler werden wird, und auf der anderen Seite noch steiler nach unten geht. Nebenbei erzählen sie, dass sie bereits seit 2009 durch Europa fahren.

Und da glauben wir, wir wären lange unterwegs!

Unten Rully, oben wir

Die Abfahrt nach Rully ist tatsächlich so steil, dass wir mit angezogenen Bremsen fahren müssen (und es an manchen Stellen trotzdem auf über 20 km/h bringen). Der Weg zu unserem Hotel ist gut ausgeschildert, es liegt mitten im Ort, es ist das einzige am Ort, es hat Charme und verspricht lecker Essen.

Der Platz vor dem ersten Haus am Platz

La lampe de la chambre de charme

L'escalier de charme

Über das Essen hatten wir bereits in einem Internetforum gelesen, es sei to die for. Das möchten wir natürlich nicht, aber was wäre das Leben ohne Risiko.

Das Mikado-Messer: sieht nicht besonders aus, ist schwer zu platzieren und trotzdem weit verbreitet

Wir nehmen das große Menu, das haben wir bergauf verdient, und zum Hauptgang einen Roten aus dem Ort (nein, nicht den Bürgermeister):

Gambas grillée
Foie gras de canard mariné au Porto blanc
compotée de poire au vin et son pain brioché aux fruits secs
Minute de noix de Saint Jacques au Rully blanc 
et son risotto crémeux
Granité au Marc de Bourgogne
Filet de Bœuf charolais aux morilles
Plateau de fromages frais et affinés
La carte des desserts

Die Jakobsmuscheln sind ein Knaller, das Risotto dazu ebenfalls. Das Granité kommt derart locker daher, dass man darüber nachdenken sollte, lieber doch kein Eis mehr selbst zu machen, und das Filet de Bœuf ist superb. Als dann noch die kleine Käseauswahl vor uns steht, stellt sich die Frage, ob man vor Freude oder in Trauer über deutsche Käsetheken weinen soll. Viele Käse, von denen wir noch nie gehört haben. Andere, deren Namen wir kennen, hier aber in Art, Umfang und Reife, die wir nicht für möglich gehalten hätten.

Es wird Zeit fürs Bett.

Ach ja, der Wein war auch lecker