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Freitag, 7. Juni 2013

6. Juni 2013 – Satteldorf–Aalen, 78,98 km

Ein Alb-Traum

Nach durchwachsener Nacht – Bett zu kurz, Luft zu stickig, Straßen zu laut – sitzen wir um acht beim Frühstück. Oben ist alles gepackt, unten erwartet uns das „exzelente Frühstück vom Büffett“. Es gibt das übliche Sortiment in reduzierter Qualität und einer Umgebung, die darauf hindeutet, dass man bei der Planung von zu hohen Gästezahlen ausgegangen ist.

Wir sind heute die einzigen Abnehmer, im Hintergrund begrüßt uns Lionel Richie. Alle sind sehr freundlich, der Hotelier erzählt uns ein bisschen über Frau Gröger, nach dem Essen kümmern wir uns noch ein Dreiviertelstündchen um Büro und Blog.

Wie unser Metzger die Kirche sieht.

5. Juni 2013 – Züttlingen–Satteldorf, 107,47 km

Der weiße Engel von Satteldorf

Eigentlich haben wir heute alles richtig gemacht: früh aufgestanden, gut gefrühstückt, schön aufgeräumt und schon vor neun gestartet. Der Weg nach Züttlingen war frei und zügig befahrbar, um kurz vor zehn sind wir da, um Viertel nach zehn schon weg.

Eindeutige Aussage, das wird nicht so bleiben.
An dieser Stelle eine Entschuldigung an alle, die zwischen halb elf und elf zum Mitfahren kamen, da waren wir schon weg. Aber es hat sich sicher eine größere Verfolgergruppe gebildet, die uns im Lauf der nächsten Tage einholen wird. Gute Fahrt!

Dienstag, 4. Juni 2013

4. Juni 2013: Kocher-Jagst-Radweg 2.0

Neustart!

Morgen fahren wir wieder gen Züttlingen und neu-starten unsere unlängst abgebrochene bzw. gar nicht erst begonnene Vier-Tage-Tour im Uhrzeigersinn entlang des Kocher-Jagst-Radwegs.

Falls jemand mitkommen möchte: Wir treffen uns zwischen halb elf und elf am Parkplatz an der Neuenstadter Straße, gegenüber der Volksbank Möckmühl-Neuenstadt.

Alles wiederholt sich.

Montag, 13. Mai 2013

13. Mai 2013: Kocher-Jagst-Radweg – Die Radtour der Superlative!

Westwärts immer, ostwärts nimmer!

Nach dem letzte Woche ins Wasser gefallenen Südost-Versuch besinnen wir uns heute auf das Motto unseres Blogs und fahren nach (Süd)Westen. Unser Ziel: Züttlingen, die romantische 1166-Seelen-Gemeinde am Jagst, dem Start- und Zielpunkt unserer Vier-Tage-Tour im Uhrzeigersinn entlang des Kocher-Jagst-Radwegs.

Schon bei der Abfahrt stellen wir fest: Auf Asphalt kommt man einfach am besten vorwärts. Für die ersten 132 Kilometer brauchen wir deshalb nur wenig mehr als eine Stunde. Und dann finden wir auch noch direkt an der Neuenstadter Straße, gegenüber der Volksbank Möckmühl-Neuenstadt, einen Parkplatz.

Frisch geputzt, frisch geölt und für alles offen.

Donnerstag, 9. Mai 2013

8. Mai 2013 – Regensburg & Rückfahrt, 22,98 km

Die Bahn macht mobil

Was macht man morgens in einer fremden Stadt? Richtig: frühstücken.

Anschließend gehen wir gegenüber in den Dom, wo uns das Bronzedenkmal für Fürstbischof Kardinal Philipp Wilhelm das kirchliche Verständnis von der Verbindung von Staat und Kirche erläutert. Im nördlichen Seitenschiff verstehen wir spontan den Michaelsaltar und erfreuen uns an den weiblichen Figuren der Verkündigungsgruppe an den Vierungspfeilern.

Strahlt wie eh und je: Glasmalerei aus dem Mittelalter.

7. Mai 2013 – Dietfurt an der Altmühl–Regensburg, 69,29 km

Kachelmann lügt! Alle anderen auch!!

Tage voller Sonnenschein hatten sie uns vorhergesagt, nun haben wir zwar drei schöne Tage hinter, aber vor allem einige ergiebige Regentage vor uns. Ab Freitag soll es im Süden und Südost bis zu elf Liter Regen pro Quadratmeter schütten. Auf solch wetterwendische Wetterfrösche können wir gut verzichten. Egal, ob sie Kachelmann oder sonstwie heißen.

Aber fahren wir doch erstmal los.

Hinter Dietfurt ist die Welt noch in Ordnung (meint man).


Montag, 6. Mai 2013

6. Mai 2013 – Hüttendorf–Dietfurt an der Altmühl, 94,02 km

„Hoid fria hob i scho zwoa g'seng.“

Über der Krone lacht die Sonne, wir frühstücken reichlich und rollen kurz nach neun in Richtung Radweg. Unter der Brücke führt am anderen Ufer ein Mann seinen Hund spzieren, die Welt ist schön.

Morgens gehen alle Gassi.

Bis Fürth sind es etwas mehr als zehn Kilometer, bis Nürnberg etwas mehr als zwanzig. Die Strecke ist absolut monoton, mal durchqueren wir ein Gewerbegebiet, mal fahren wir über eine Brücke. Mal führt der Kanalweg vom Kanal weg, dann wieder hin. Es gibt keine Fixpunkte, kein Ziel und vor allem: keinen Schiffsverkehr.

Sonntag, 5. Mai 2013

5. Mai 2013 – Die Kanalien sind wieder los!

Wir sind unterwegs nach Süden

Ab heute gehen wir mit dem Titel unseres Blogs schlecht um, denn unser aktuelles Ziel liegt gar nicht im Westen, sondern im Südosten. Die Wettervorhersager machen uns Mut, dass es das Wetter gut mit uns meinen könnte, also nutzen wir die vielen Feiertage im Mai, um kurz diverse Brücken zu schlagen.

Aufbruch um kurz nach neun. Der Bauch voll, die Taschen voll und schon nach drei Kilometern die erste 12%-ige Steigung. Unsere Kenntnis des Streckenprofils macht uns ziemlich sicher, dass es für lange Zeit auch die letzte gewesen sein wird.

Passend zur gerade aufkommenden Spargelsaison begegnen uns in Geiselwind zwei Autos voller Holländer, die sichtlich keine große Lust auf ihre Arbeit haben. So, wie Polen und Rumänen in der Gegend als Erntehelfer eingesetzt werden, sind unsere niederländischen Nachbarn hier, um die zum Spargel passende Sauce anzurühren.

Bei Hirschaid stoßen wir auf den Kanal, dem wir nach Süden folgen.

Samstag, 4. Mai 2013

4. Mai 2013, ein spätes Fazit


Im letzten Jahr sind wir knapp 4.000 Kilometer durch Frankreich gefahren und haben einiges gelernt:

1.  Es gibt überraschend viele Radwege in Frankreich.
2.  Das Fahren zwischen zwei Meeren war super, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.
3.  Am Atlantik kann man sehr gut Austern essen.
4.  Eine Flusskreuzfahrt hätten wir wohl nie gemacht. Und jetzt wissen wir sogar, warum.

Was wir außerdem wissen: Wir werden uns bei passender Gelegenheit wieder auf den Weg nach Westen machen. Im Herbst sowieso. Und dann schauen wir mal ...

Morgen fahren wir aber erstmal ein paar Tage in die andere Richtung.


Nachtrag zum überfluteten Keller:


Es lag natürlich nicht am starken Regen. Sondern am feuchten Toilettenpapier, mit dem Alexander Hartmann bzw. später Ernstberger, unser Kuckuckskind im Dachgeschoss, den Abfluss verstopft hatte.


Freitag, 1. Februar 2013

18. Juni 2012, der vierzigste Tag: Chagny–Chalon-sur-Saône–Frankfurt am Main, 20,39 km

Drei Mal kleiner Grenzverkehr

Das Frühstück ist nicht toll, aber in unserem Komplettpreis mit drin, da wollen wir keine Spielverderber sein. Beim Bezahlen hat sich der gestern vereinbarte Preis dann plötzlich um 30 Euro erhöht, was wir Madame freundlich wieder ausreden.

Die Tours zum Ende der Tour

Der Weg nach Chalon-sur-Saône ist kurz, aber schmerzlich. Trotz durchgängig leichter Neigung kommt auf den verbleibenden 20 Kilometern keine rechte Freude auf. Außerdem fragen wir uns natürlich, ob unsere weiteren Planungen tatsächlich wie geplant zu realisieren sind.


Dunkle Wolken, passende Stimmung

In Chalon-sur-Saône angekommen, suchen wir uns einen Carrefour. Dort ziehen wir uns um, kaufen noch ein paar Kleinigkeiten und informieren den nahenden Abholer per Telefon, wo er uns bitte finden soll.

Gegen halb zwölf fährt ein riesiger Mercedes-Van auf den großen Parkplatz. Er hat Platz für uns, für alle Taschen und Täschchen, und die Räder können wir bequem hinten rein stellen. Was wir nicht erwartet hatten: Mo muss ab hier fahren, denn ab hier gilt der Mietvertrag.

Wir tanken, suchen uns einen Aldi in der Nähe (die Schokoladen-Quader sind fast aufgebraucht und in Saligny gab's aus eben dieser Quelle einen Crémant, den wir gerne auch zu Hause trinken würden) und fahren nach erfolgreichem Einkauf auf der bestens bekannten Autoroute A36 in Richtung Mulhouse.

In Gundelfingen regeln wir die noch offenen Formalitäten, bauen die fehlende Rückbank wieder ein und die Räder auseinander, damit sie im kleiner gewordenen Auto Platz finden. Um vier sind wir wieder auf der A5, die leider stark staut. Also weichen wir bei Riegel auf die Landstraße aus und suchen den kürzesten Weg über den Rhein:

Keine Kosten, starker Andrang: le Bac à Rhinau

Es ist Montagnachmittag, die in Deutschland arbeitenden Franzosen und in Frankreich lebenden Deutschen sind auf dem Heimweg, dementsprechend gut ist die Zufahrt zur Fähre frequentiert. Wir stehen mittendrin und staunen, wie schnell man von Frankreich nach Deutschland und wieder zurück kommt.

Auf der anderen Seite geht es auf Nebenstraßen schnell voran und bei Eschau auf den Zubringer zur A35, der wir bis Lauterbourg folgen. Im örtlichen Carrefour erstehen wir noch ein paar Dinge des täglichen Bedarfs, dann geht es auf deutscher Autobahn heimwärts.

Um halb neun kommen wir relativ müde an, packen aus und begutachten die Situation im Keller. Danach gibt es Petit salé aux lentilles aus Castelnaudary (und aus der Dose). Ein bisschen Wehmut kaut mit.