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Mittwoch, 28. Mai 2025

Frühling 2025 – 26. Mai: Erbalunga

Der Strand von Pietracorbara

Nach dem Wochenende ist heute wieder Schule, und die Schule ist praktisch direkt neben unserem Zimmer. Wir lernen, dass französische Schüler nicht direkt in den Unterricht gehen, sondern sich vor Lesen und Rechnen erstmal austoben dürfen. Das macht den Touristen wach; wir sind vor neun Uhr beim Frühstück.

Da fallen uns zwei junge Frauen auf, eine feengleich schön, die andere unförmig und hässlich wie die Nacht finster. Diese Kombination habe ich schon oft gesehen, warum ist das so, warum finden die Mädels so zusammen, gibt's da tiefere Gründe?

Egal, angesichts eines Blickes in den Spiegel kümmern wir uns um unsere eigenen Unzulänglichkeiten, damit sind wir schon gut genug ausgelastet.

Heute soll es nochmal in Richtung Norden gehen und von Macinaggio aus eventuell hinauf zum Col de la Serra. Wir kommen überraschend gut in die Gänge und sind schon vor elf unterwegs.

Nach knapp zwei Stunden haben wir den höchsten Punkt unserer Ausfahrt erreicht

Die Strecke in den Norden ist ein wahres Vergnügen, denn all jene, die gestern noch mit Autos und Rennrädern die Straße verstopften, sitzen heute wieder in ihren Büros oder sonstwo und nehmen uns geplagten Reisenden nicht den kargen Raum entlang der Uferstraße weg.

Nach Macinaggio brauchen wir eine knappe Stunde, den Col de la Serra lassen wir aus, schauen wir doch lieber mal, was uns in Luri erwartet.

Der entscheidende Abzweig befindet sich in Santa Servera, wo es zunächst auf breiter Straße und ganz sanft nach oben geht. In Luri sieht es aus wie in anderen südeuropäischen Kleinstädten auch: schattig und dunkel – Stadtplanung im Zeichen der Sonne.

Die Turnhalle der örtlichen Schule hat keine Wände, dafür einen Zaun und ein luftiges Dach, das den Platz mit Basketballkörben und Fußballtoren überspannt. Der Korse gibt sich als mehr Italiener und weniger Franzose zu erkennen, und das Hôtel de ville heißt plötzlich Casa comuna.


Ein Ausblick jagt den nächsten


Im weiteren Verlauf wird die Straße immer schmaler, über Suare geht es zurück an die D80. Auf dem Weg dorthin passieren wir einen Trupp lokaler Handwerker, hören im Wald die Glocken frei grasender Ziegen oder Schafe und sehen einen großen, weißen Plüschbären, der quasi gekreuzigt an einem Zaun hängt.


Nahe Cagnano überrascht uns eine große Kirche und kurz vor der Zufahrt zur D80 sehen wir auf der linken Seite der Straße das Hotel Misincu. Es ist recht neu, macht einen feinen Eindruck und berechnet laut booking.com 341,00 Euro pro Nacht, Frühstück inklusive.


Von unserem Hotel brechen wir später mit dem Auto nach Pietracorbara auf, wo wir am örtlichen Strand anbaden wollen.

Der Strand ist gut erreichbar, hat einen ausreichend großen Parkplatz und wird, nach Aussage der Nummernschilder, gern von Deutschen, Holländern und Briten genutzt. Wir reihen uns nahtlos in diese Gruppe ein, gehen schnurstracks ins sehr flache Wasser und tauchen nach etwa dreißig Schritten ab.

Das Wasser ist klar und sehr angenehm, vom Ufer wird angewärmtes Wasser weggezogen und gegen einige Grad kälteres ausgetauscht. Das führt zu gewissen Schreckmomenten, wenn man ungewollt in diesen Austausch einbezogen wird. Wir halten das aus und verabschieden uns nach etwa einer halben Stunde mit dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

Wie kamen die Menschen nur auf Île de Beauté?

Erst bei der anschließenden Pause merken wir, wie anstrengend der heutige Tag war. Alles dauert länger und nur mit Ach und Krach schaffen wir es, bis halb acht so weit verfügbar zu sein, dass wir das Abendessen in Angriff nehmen können.

In Erbalunga ist heute nicht viel los, die meisten Restaurants haben geschlossen, die einschlägigen Wege und Plätze sind wenig frequentiert und weitgehend leer. Wir können uns nicht recht entscheiden und kommen am Ende ganz am Ende der Uferlinie zu Les Galets.

Draußen sitzt der Patron, drinnen sind auch nur zwei Tische besetzt. Der Kellner ist gut drauf und bietet uns einen Tisch im Zentrum des Geschehens an, den wir dankend zu Gunsten eines anderen, weniger exponierten Platzes ablehnen.

Essen gibt es auch: zuerst Rillettes de Thon und Tataki de Thon, danach zwei Mal Côte de Cochon in einer Portionsgröße, die mehr als einen hungrigen Erwachsenen satt gemacht hätte. Dazu empfiehlt der muntere Kellner ordentliche Weine, und am Ende kommen wir auch finanziell besser weg als erwartet.

Ganz geschafft haben wir die üppigen Portionen übrigens nicht, die reichhaltigen Reste lassen wir uns in drei(!!) Plastikbehälter einpacken. Der Kellner fragt: „Vous avez un chien?“ Viel zu spät fällt mir einen, dass „Nous sommes le chien“ die richtige Antwort gewesen wäre.

Fazit: Ein paar Schritte mehr, die sich gelohnt haben.

Uferstraße mit starker Abweichung

Dienstag, 27. Mai 2025

Frühling 2025 – 25. Mai: Erbalunga

Eine andere Welt, nur ein paar hundert Meter üdM

Das Frühstück im Innenhof gibt dem Tag gleich eine positive Perspektive. Wir lassen es gemütlich angehen, schauen den Menschen an den Nachbartischen zu, die sich ebenfalls einen schönen Sonntag machen wollen.

Das klappt mal besser, mal schlechter.

Unser kleiner Freund z.B. sitzt mit seiner hochschwangeren Mutter am Tisch, macht keinen Mucks und studiert das fremde Leben um sich herum. Irgendwann bricht er sein Studium ab und nötig die Mutter zum Abbruch des gesamten Frühstücks. Parallel tritt ein Pärchen auf den Plan, das partout mit einem anderen, bereits am Tisch sitzenden Paar kommunizieren will (man kennt sich wohl von gestern), was die anderen mehr gezwungen als erfreut hinnehmen.

Wir haben's auch nicht leicht, denn die Sonne wandert über unseren Tisch und auf unsere Köpfe und zwingt uns am Ende sogar, das Frühstück am nächsten freien Tisch zu beenden.

Wie überall, kommt die Sprache der Besatzer auch bei den Korsen nicht gut an

Unsere eigenen Ziele sind heute etwas mehr als 30 Kilometer lang und knapp 700 Meter hoch. Ein Stück südlich des Hotels geht es rechts hoch, wir folgen der schmalen und immer schmaler werdenden, steilen Straße durch ein eng bebautes Wohngebiet bis zur Cappella della Madonna delle Nevi, der verschneiten Gottesmutter.


Nur wenige der Häuser sind richtig alt, die meisten wirken wie in den letzten 10–20 Jahren gebaut bzw. renoviert oder umgebaut. Viele nehmen traditionelle Materialien und Formen auf, einige würden besser nach Spanien, in die Toskana oder in die Musterhaus-Ausstellung passen.


Über dem Meer herrscht die Ruhe, die man sich unten wünscht


Die Rampen sind zum Teil so steil, dass sich unser Motörchen richtig lohnt. Insgesamt wären die Straßen bestimmt auch mit traditionellen Rädern zu bewältigen, aber es gibt sicher gute Gründe dafür, dass wir abseits der Uferstraße kaum einem Rennrad begegnen.


Was wir oben sehen, sind Milane, die elegant durch die Luft gleiten. Überall steht die Macchia in voller Blüte und es fliegt mehr Artenvielfalt herum, als es sich der in der Großstadt und nahe der deutschen Kulturlandschaft sozialisierte Deutsche je hätte vorstellen können.


Nachdem wir den ersten Abstecher in die Hügel beendet haben und bei Lavasina wieder auf die Uferstraße treffen, sind auch die Rennräder wieder da. Bei einer einspurig wechselnden Verkehrsführung kommen wir gerade noch mit durch die Ampel in Richtung Süden und fahren die folgenden vier Kilometer allein entlang eines Pkw-Staus in der entgegenkommenden Richtung.


An diesem Stau vorbei kommt uns in langer Schlange und natürlich auf unserer Spur das ein- bis zweihundertköpfige Sonntags-Peloton entgegen. Alle hoch motiviert, alle gut ausgestattet, mehrheitlich männlich zwischen 30 und 50 Jahre alt und alle bereit, es allen anderen zu zeigen.


Was genau gezeigt werden soll, ist nicht bekannt. Die Gattin hört zwischendurch auch das Jauchzen von Geschlechtsgenossinnen. Wir biegen bei Pietranera wieder nach rechts in die aufwärts strebende Einsamkeit ab.


Die verschneite Gottesmutter ist gut mit dem lokalen Schiefer eingedeckt

Der Weg führt hinauf nach Santa-Maria-di-Lota, wo wir feststellen, dass Komoot uns irgendwie anders geleitet hat als gedacht. Ein Teil der Strecke fehlt einfach, aber wir können zumindest sehen, dass wir früher hätten abbiegen und die Runde andersherum hätten fahren können bzw. wollen. Aber das ist pas de problème, wir sind ja mit dem Fahrrad da und fahren jetzt einfach andersrum runter.

So kommen wir bei Miomo wieder ans Ufer, wo wir erfreut feststellen, dass der Stau sich komplett aufgelöst und die Zweirad-Kollegen einander längst weiter nördlich zeigen, was Kette rechts bedeuten kann.

Einer von vielen Stränden, an denen wir nicht waren

Irgendwann nach eins sind wir zurück im Hotel und essen weiter an unserem Käse aus Tournus. Dazu gibt's wieder die kleinen, bunten Tomaten und den Rest der Monoprix-Brioche. Um drei gehen wir an den Pool, spulen ein paar Bahnen ab und schleichen zurück in unser Zimmer, wo wir uns zur Ruhe betten.

Nach dem Aufstehen machen wir uns einen Kaffee, waschen wir noch ein paar T-Shirts usw. aus und hängen alles zum Trocknen auf die Terrasse. Das System funktioniert sehr gut, wir haben bislang kaum Wäsche verbraucht.

Leere Straße auf dem Rückweg nach Erbalunga

Kurz nach sieben gehen wir dann zum Essen aus dem Haus in Richtung Hafen. Dort gibt es viel Gastronomie, aber alles nicht so recht nach unserem Geschmack. Wir gehen hierhin, gehen dorthin und landen am Ende widerwillig bei „A Piazzetta“.

Das Lokal akzeptiert nur Bargeld, wird bei Tripadvisor als Nummer drei in Erbalunga geführt, wäre aber auch auf Platz zehn oder zwölf nicht falsch gelistet. Wir teilen uns ein Fritto misto und nehmen hinterher Pizza – eine mit Chorizo, eine mit Tomaten, Käse und Pilzen. Beide sind sehr fettig und haben einen deutlich zu harten Boden, aber das können wir nun auch nicht mehr ändern.

Zurück im Hotel bleibt die nachmittags bei SPAR erworbene Flasche Wein im Kühlschrank, für heute haben wir genug von allem und gehen schlafen. Die Zwergohreule ruft nach uns.

Ostküste mit Abzweigen ins Hinterland

Sonntag, 25. Mai 2025

Frühling 2025 – 24. Mai: Erbalunga

Das erste Etappenziel in Sichtweite

Im Hafen ist eine Menge los, wir kommen aber gut raus. Auf der schmalen und vom Verkehr schwerst gezeichneten D80 fahren wir durch ein paar geschäftige Städtchen hinauf nach Erbalunga zu unserem Hotel.

So früh, wie wir da sind, ist das Zimmer natürlich noch nicht bezugsfertig, aber wir können uns gerne fürs Radfahren umziehen, und die Rezeption wird sich melden, wenn das Zimmer fertig ist. Vorher möchten wir aber das Frühstück auf der Fähre kompensieren und setzen uns in den sonnigen Innenhof für einen zweiten Versuch.


Insgesamt ist das eine gute Idee, denn das Angebot ist reichhaltig und von sehr guter Qualität. Außerdem ist eine der Kellnerinnen deutscher Provenienz und lebt seit 33 Jahren auf Korsika. Sie freut sich nach eigener Aussage immer, wenn sie mal wieder Deutsch sprechen kann.


Wir freuen uns nicht nur über das muntere Treiben rund ums Frühstück, sondern z.B. auch über die Zimmermädchen-Brigade, die gegen neun Uhr ins Büro läuft, die Einsatzplanung abholt und von dort mit fröhlicher Anmutung zu den Zimmern strebt. Man denkt unwillkürlich ans „Weiße Rössl am Wolfgangsee“.


Endlich wieder ordentlich untergebracht


Als wir uns um halb elf endlich zum Umziehen aufraffen, klingelt das Telefon, und wir dürfen auf unser Zimmer. Was wir sehen, gefällt uns, aber wir halten uns nicht lange damit auf, denn wir wollen ja fahren.


Wir entscheiden uns für die Uferstraße, die wir bis zu ihrem Ende fahren und dann entweder umdrehen oder noch ein paar hundert Höhenmeter hochfahren können. Das Fahren klappt prima, die Straße geht immer mal wieder ein bisschen rauf und runter, wird aber mit jedem Kilometer leerer. Das ist auch gut so, denn bei den vielen entgegenkommenden und grüßenden Rennradfahrern kriegt man kaum mehr die Hand an den Lenker.


Unterwegs zieht die Gattin am Plage de Misincu die Radschuhe aus und trippelt beglückt ins kühle Meer. Ein paar Meter weiter liegen die Dörrpflaumen von morgen: zwei blonde Grazien, von denen eine sogar ihre Haare mit Sonnenmilch einreibt, bevor sie sie zum Zopf verdreht.


Erste Ausfahrt – nordwärts, bis die Uferstraße aufhört

Am Ende der Straße erreichen wir Macinaggio, von wo es entweder nach Westen bergauf oder nach Süden zurück geht. Wir entscheiden uns für den Rückweg, halten unterwegs noch kurz beim Honighändler, der uns den bitteren Honig des korsischen Erdbeerbaums für 13 Euro anbietet. Na, mal sehen, ob's den nicht günstiger gibt.

Mit jedem Kilometer mehr weniger Verkehrsteilnehmer

Gegen halb zwei sind wir zurück im Hotel, hängen die Räder in der Fahrradgarage an große Deckenhaken und stöpseln sie an die Ladegeräte. Dabei passiert, was vor einigen Wochen schon mal passierte und einen erneuten Besuch bei Decathlon erforderlich machte: Mein Rad verweigert die Aufnahme von Strom.

Ich bin absolutely not amused und rufe Felix Brahmer, den Filialleiter von Decathlon Würzburg, an, um ihn zu informieren. Ich erkläre ihm, was passiert ist, was Decathlon beim letzten Mal alles falsch gemacht hat und was ich nach unserer Rückkehr erwarte. Er nimmt es hin und verspricht, das Ganze in der sechsköpfigen Chatgruppe zu behandeln, die Decathlon wegen unserer Räder und den mit ihnen verbundenen Problemen eingerichtet hat.

Die Gattin meint hinterher, ich sei viel zu milde gewesen.

Pflanzen, Bauten, Menschen, Meer – alles fremd

Anschließend tauschen wir die Rad- gegen Badebekleidung und gehen erstmal in den Hotelpool. Danach duschen wir, essen vom Mitgebrachten zu mittag und legen uns anschließend hin. Nach einem ereignisreichen Neun-Stunden-Tag haben wir das verdient.

Gegen sechs schaue ich nochmal nach den Rädern. Das eine ist inzwischen frisch aufgeladen, das andere (= meins) nimmt die elektrische Nahrung jetzt wieder an. Für morgen keimt Hoffnung auf.

Früher war der Korse wehrhafter als heute

Um halb acht gehen wir zum Essen. Das Restaurant von heute Abend ist der Frühstücksraum von heute Morgen, nur der Service ist neu besetzt.

Unsere erste Kontaktperson ist eine junge Frau aus Asien, die mindestens so schlecht wie wir Französisch spricht und beruflich nicht unbedingt zu den Meisterinnen ihres Fachs zählt. Wenigstens hat die Küche zwei Gault-Millau-Mützen, das heißt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der korsische Apéritif ist prima, der Wein entpuppt sich als schwierig. Der nationale Stolz des korsischen Hotels verbietet es allerdings, Weine aus anderen Teilen der Welt auch nur anzubieten. Wir versuchen es glasweise.

Wenigstens aus der Küche kommt nur Gutes. Die Gattin nimmt anfangs einen sehr guten Salade de lentilles vertes, der Gatte wählt Langoustines rôties du Cap Corse, fünf kleine Schwänze, die in Fischsuppe gereicht werden. Insgesamt eine überschaubare Portion bei ambitioniertem Preis. Es folgen Ballotine de poulet noir fermier und Sauté de veau corse, beides sehr feine Gerichte, die mit einem guten Rotwein wahrscheinlich noch besser gewesen wären. Allein, es hat nicht sollen sein.

Die junge Dame zieht sich mehr und mehr von uns zurück. Statt ihrer kommen jetzt zwei muntere junge Männer, die ihren Job um ein Vielfaches besser machen. Mal sehen, wohin es uns morgen verschlägt. Sowohl mit dem Rad als auch zum Essen.

In unserem Zimmer ruft uns später beharrlich die Zwergohreule. Laut Wikipedia „ist der Gesang der Zwergohreule unverwechselbar. Er ist ein peilsenderartiges, fast immer einsilbiges, etwas nasales und nicht besonders lautes „Djü“ in einer Tonhöhe von etwa 1400 Hz, das in Abständen von 2 bis 3,5 Sekunden oft stundenlang wiederholt wird.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer: gute Nacht.

Da sollten wir nochmal hinfahren, dann aber mit bergauf

Frühling 2025 – 23./24. Mai, Zwischenspiel: la nuit méditerranée

Gleich sind wir in Sicherheit

Wo waren wir stehengeblieben? Vor dem Tor zur Hölle! Und dann fahren wir rein.

Das Einparken regeln die Profis im Bauch des Ungeheuers sehr professionell, wir haben kleine Täschchen mit Wäsche und Essen gepackt, die wir bloß greifen und mitnehmen müssen. Dann geht es mit dem Fahrstuhl von Ebene drei auf Ebene sechs, wo uns ein weniger freundlicher Steward die Kabinentür öffnet und verschwindet.

Cabin with a view

Nach den upgrades der letzten Tage haben wir das Gefühl, diesmal deutlich zu wenig für unser Geld zu bekommen. Aber was soll's – die Welt ist halt nicht gerecht. Stellen wir doch erstmal alles hin und gehen nach oben, wo wir die Ausfahrt live erleben können.

Aus der Kabine treten wir zurück in den langen Gang, der links und rechts von anderen Kabinen gesäumt wird. Die rechts haben auch ein Fenster, die links nicht. Dafür stehen links öfter mal zwei Doppelstock-Bettchen in einem Raum.

Vom Gang geht es nach links in das Treppenhaus, wo wir mit dem Aufzug angekommen waren. Unten gibt es Wellness und Spa, oben ein Restaurant und die Lido Beach Bar. Überall lagern Menschen in Ecken auf Isomatten, manche haben Schlafsitze gebucht und sitzen jetzt Seit' an Seit' in dunklen Innenräumen.

Wir folgen den Treppen nach oben, bis wir ins Freie treten können. Alle anderen sind auch schon da. Und die Lido Beach Bar ist nicht weit.

Blick zurück auf die Zeit, als wir noch festen Boden unter den Füßen hatten

Madame macht Fotos vom Land, Fotos vom Meer. Ich sehe überall Menschen, denen nichts peinlich ist. Von meiner Frau verlassen, reihe ich mich in die Schlange ein, die in die Bar führt. Ich will irgendwie an zwei Plastikbecher kommen, weil wir den Wein zu unserem mitgebrachten Essen nicht aus der Flasche trinken möchten.

Von drinnen dröhnt schreckliche Musik, im Innenraum angekommen, sehe ich eine ältere Dame an einem Tisch mehr hängen als sitzen. Sie ist grau im Gesicht und fand die Musik wohl auch zum Kotzen. Um sie herum stehen Angehörige, unter ihr liegt ein Mageninhalt in mundgerechten Stücken. Später wird ein gelb-blau bekleidetes Team des Fährbetreibers kommen und die Schäden beseitigen.

Sprachlich wirkt fast die gesamte Mitarbeiterschar weniger französischen, sondern mehr rumänischen Ursprungs. Da erleichtert die Kommunikation nicht zwingend, wobei man nicht sicher sein kann, dass es mit Französisch besser funktionierte.

Nach etwa 20 Minuten erreiche ich die Bar. Inzwischen habe ich jede Orientierung verloren und bestelle einfach auch das, was mein Vordermann gerade bestellt hat. Die Gattin treffe ich achtern wieder, sie freut sich, wir trinken alles aus.

Gut, wenn man weiß, wo man ist

Um uns herum steht alles, was man nicht um sich herum stehen haben möchte: Soldaten, halb ausgezogene, übergewichtige 25-jährige Frauen. Außerdem junge Männer, die als Rocker oder Türsteher Karriere machen könnten, mittelalte Männer, deren gestählte Körper kurz vor dem Platzen stehen, und ältere Männer, die offensichtlich nicht wissen, was die Wörter auf ihren bedruckten T-Shirts bedeuten.

Es gibt viele Hunde an Bord. Die wenigsten benutzen die Bereiche, die speziell als Hundeklos ausgestattet und gekennzeichnet sind. Vielleicht haben Hunde einfach ein (zu) feines Gespür für echtes Gras und richtige Bäume.

Irgendwann gibt's Internet und Telefonie nur noch gegen Aufpreis. Der Wind nimmt zu, wir haben genug gesehen und gehen zurück in unsere Deluxe-Kabine, um das Mitgebrachte zu essen. Es gibt Käse, Baguette und Rotwein, très français.

Die Vomacur macht das Einschlafen leicht, um halb eins klingelt der Wecker, dann nehmen wir noch eine.

À demain

Um halb sechs klingelt der Wecker schon wieder, denn wir haben ein Frühstück gebucht und möchten es vor der Einfahrt in Bastia noch essen.


Es könnte so schön sein


Die erste dicke Überraschung des Tages: Alle, die gestern da waren, sind immer noch da. Aber jetzt stehen sie nicht mehr an der Lido Beach Bar an, sondern an der Essensausgabe für alle, die Frühstück vorgebucht haben.


Diese Essensausgabe ist etwa 15 Meter lang, die Schlange bringt es locker aufs Dreifache. Die Zahl der Uniformierten hat sich verzehnfacht, ein deutscher Harly-Davidson-Fahrer trägt aus Sympathie ebenfalls Tarnfleck. Gegenüber und oben könnte man für erträgliches Geld zwei Café und zwei Croissants erwerben, statt sie zu erstehen. Mit Blick auf die Uhr teilen wir uns auf: Eine schlängelt sich weiter, einer packt zusammen.


Da die Zimmerkarte nicht mehr funktioniert, bietet sich mir noch die Chance, der jungen Dame an der „Reception“ mein Missfallen über verschiedene Aspekte dieser Reise mitzuteilen. Sie steckt das mit einem Schulterzucken weg.


Die Landungstruppen vor der Attacke

Nach unserer Frühstückserfahrung gehen wir nochmal hoch, um die Landung zu beobachten. Dabei sehen wir wieder diese Menschen: Rennradfahrer, die bereits ihre Radschuhe anhaben und sich dementsprechend ungelenk durchs Treppenhaus bewegen. Orientierungslose beiderlei Geschlechts, die im Treppenhaus mal hoch, mal runter hasten. Eltern, die ihren Kindern diese Welt erklären müssen ...

Die Aufzüge nach unten sind übrigens noch nicht zu benutzen. Dafür werden die Treppen nach unten ab Ebene sechs immer voller. Man möchte sich nicht ausmalen, was wohl passierte, wenn jetzt etwas passierte.

Irgendwie geht aber doch alles gut aus. Nach dem last-in-last out-Prinzip befahren wir erst gegen acht Uhr korsischen Boden.

Frühling 2025 – 23. Mai: Toulon

Im Süden sieht die Welt gleich ganz anders aus

Unser Tag fängt heute etwas früher an, bis spätestens 18 Uhr müssen wir zur Einschiffung im Hafen von Toulon sein.

Nach dem Aufstehen packen wir schon mal ein bisschen, dann gehen wir zum Boulanger, schauen en passant beim Fromager rein und verabschieden uns nach allen weiteren Verrichtungen sehr angenehm vom Hotel. Um 10.20 Uhr fahren wir ab.

Bis Lyon sind es nur etwa 45 Kilometer, der Verkehr ist flüssig, aber irgendwann vor Lyon fällt der Gattin auf, dass wir umzingelt sind von alten, grauhaarigen Menschen, die offensichtlich nichts Besseres zu tun haben, als mit ihren SUV die Autobahn rund um Lyon zu verstopfen.

Wir gehören auf jeden Fall dazu.

Toulon – unser Tagesziel an der Mittelmeerküste

Nach Lyon wird die Fließgeschwindigkeit zäher. Es gibt viele Staus, mal mit kürzerem Zeitverlust, mal mit längerem. Nördlich von Montélimar texte ich mit Sylvie, dass wir spätestens um halb fünf bei ihr sind, um den Essig abzuholen.

Ab und an machen wir noch eine kurze Pause, nach Avignon sieht das Land plötzlich nach Süden aus. Leider nehmen die Staus nicht ab, sondern eher zu. Kurz vor Aix-en-Provence telefoniere ich nochmal mit Sylvie und sage unseren Besuch ab. Wir sind inzwischen nicht mehr auf der sicheren Seite.

Sylvie ist betrübt, ich bin es auch. Wir einigen uns darauf, die Telefonnummern gegenseitig zu speichern – man weiß ja nie. Auf ihre Frage, woher wir kommen, sage ich „Würzburg, Nürnberg“, und sie antwortet „Bamberg“. So erfahren wir, dass sie eben dort eine zeitlang in einer Familie gelebt und Deutsch gelernt hat.

So klein ist die Welt.

Dass die Absage richtig war, zeigt der weitere Verlauf der Fahrt: Wir erreichen den Hafen von Toulon um 17.35 Uhr, da wäre die Abfahrt bei Gémenos wirklich zu viel Risiko gewesen.

So läuft alles nach Plan, wir stehen zwar noch einige Zeit wartend in der Sonne, nehmen gegen halb sieben die erste Vomacur und fahren guten Mutes und mit allen anderen auf die Riesen-Fähre nach Bastia.

Die Fähre nach Ajaccio sieht unserer täuschend ähnlich

Was danach geschieht, ist uns glatt einen eigenen Eintrag wert.

Samstag, 24. Mai 2025

Frühling 2025 – 22. Mai: Tournus

Der Geist in der Schüssel

Viele französische Hotels haben ein eigenartiges Verhältnis zur Notdurft. An den separaten Raum zur Verrichtung haben wir uns schon gewöhnt, manchmal legt der Franzose aber noch eine Schippe drauf.

In unserer upgrade-Suite wird das Klo von innen beleuchtet und der Sitz mittels Strom erwärmt. Besagter Sitz macht aber nicht nur den Hintern warm, er kann auch allerhand, zumindest wenn man ihn lässt. Spoiler: Man lässt ihn nicht.

Entweder haben frühere Gäste mit den Funktionen rumgespielt, oder das Überangebot an Leistungen hat einen Kollaps herbeigeführt. Jedenfalls sind alle Maßnahmen hors service.

Für uns wär's sowieso egal, wir sind nicht auf Toiletten-Spielereien aus. Außerdem soll's heute reichlich regnen, wir bleiben also etwas länger liegen. Gegen neun sind wir bei unserem Boulanger in Centre ville, nehmen vor Ort zwei Formule p'tit dej und gleich noch ein bisschen was fürs zweite Frühstück im Hotel und für den Nachmittag mit.

Was er könnte, wenn er dürfte, wie er könnte

Danach holen wir das versäumte Duolingo von gestern nach und machen uns fertig fürs Schwimmbad. Zurück im Zimmer ist das Housekeeping noch aktiv. Wir warten kurz, dann warten wir auf besseres Wetter, essen noch was und legen uns zum Mittagsschlaf nieder.

Nach knapp fünf Minuen bricht im ganzen Haus und in allen Rauchmeldern Feueralarm aus.

Die Rezeption beruhight mich auf Nachfrage, dass es nur ein Test ist, dieser aber zumindest von der Dauer gerade etwas aus dem Ruder läuft. Wir nehmen es mit Humor, legen uns wieder hin, und irgendwann hören die Sirenen auch wieder auf. Nach dem Schlafen, essen wir das Mitgebrachte vom Morgen – très calorique!

Draußen der Regen, drinnen wir

Der Regen hört zwar ab 16 Uhr langsam auf, aber es bleibt kühl. Also beschließen wir, für morgen ein bisschen einzukaufen. Im Carrefour um die Ecke werden wir nicht fündig, aber im Essig-Regal stehen tatsächlich knapp zehn normale Flaschen Martin-Pouret. Leider alle mit Cidre-Essig gefüllt, mit dem wir nichts anfangen können (und wollen).

Macon ist nicht weit, wir kennen da einen gut sortierten Auchan mit günstiger Tankstelle, er wird unser nächstes Ziel. Den Sprit gibt's dort tatsächlich billiger als in Deutschland, und drinnen rührt uns dann der Donner: Auch hier stehen im Essig-Regal normale Flaschen Martin Pouret, diesmal ist es der Rotwein-Essig in der 0,75-Liter-Flasche. Sie kostet weniger als die 0,25-Liter-Flasche im online-Shop.


Insgesamt halten wir uns mit dem Einkaufen wieder länger als nötig auf, so dass wir zurück im Hotel gerade noch Zeit zum Umziehen haben. Dann fahren wir zu Guillaume nach Le Villars, der eine neue Kellnerin beschäftigt, die uns sehr an Irena erinnert und irgendwie angespannt wirkt.


Die Gattin nimmt das Œuf bio servi mollet et asperges française en déclinaison, ich begnüge mich mit einer Tartelette sablée aux escargots d’Amandine. Beim Hauptgang sind wir uns einig: Poulette de Bresse farcie aux morilles, beim Dessert nicht, die eine nimmt das Soufflé chaud au Grand-Marnier, der andere La Rhubarbe rôtie en crumble, pochée au gingembre.


Wie Großeltern ihre Enkel prägen

Dazu gibt's, wie immer, Les pierres blanches von der Domaine des Tourterelles. Hier haben wir ihn zum ersten Mal getrunken, hier bleiben wir ihm treu. Nach dem Essen gehen wir noch rüber zur Kirche, schauen nach der Varèse-Tafel und machen uns schließlich auf den Rückweg. Morgen geht's auf die Fähre ...

Donnerstag, 22. Mai 2025

Frühling 2025 – 21. Mai: Tournus

Abendgäste am Quai der Sâone

Beim hervorragenden Frühstück im Storchen kommen wir mit der Schwiegertochter Helfesrieder ins Gespräch, sprechen u.a. über die Möglichkeit längerer Aufenthalte und den jungen Mann von gestern Abend.


Und dann fragen wir noch, ob sie wisse, was Frau Disch so mache.


Kurzfassung: Steffen Disch, „der Fitteste von uns allen“, ist am 3. März beim Langlaufen auf der Notschrei-Loipe an einem Herzinfarkt verstorben. Seine Ex-Frau Kirsten war kurz vorher wieder in den Betrieb eingestiegen und führt das Freiburger „Kuro Mori“ jetzt allein.


Da fällt uns spontan nichts Besseres ein, als unsere Reise durch einen Abstecher nach Freiburg und einen Kurzbesuch im Kuro Mori zu verzögern. Frau Disch freut sich sichtlich, wir sprechen kurz über Vergangenes und Künftiges und einigen uns darauf, dass wir bei unserem nächsten Besuch im Freiburg zum Essen reinschauen werden.


Deutlich nach elf fahren wir dann auf die A3 in Richtung Tournus, bzw. zunächst in Richtung Chalon-sur-Sâone, wo wir bei Monoprix Essig kaufen wollen. Nicht irgendeinen, sondern den von Martin-Pouret. Für uns ist das der beste Essig, aber neuerdings gibt es ihn nicht mehr dort, wo es ihn immer gab. So kamen wir auf Monoprix, die auf der website des Herstellers als Verkaufsstelle genannt werden.


Allerdings gibt es bei Monoprix nicht die Flaschen und Größen, die wir normalerweise kauf(t)en. Die vormals quadratischen Flaschen mit Füllungen von 0,5 und 0,75 Liter wurden abgelöst von runden Fläschen mit 0,25 Litern Inhalt. Dafür sind wenigstens die Preise pro Flasche nur leicht gestiegen.


Noch mehr Zimmer als bezahlt

Also nur schnell eine große Brioche für die kommenden Tage mitgenommen und an der Kasse lange der alten Frau zugeschaut, die nicht mehr sehen kann oder nicht versteht, was das Bezahl-Terminal von ihr will, dafür aber alles laut und abschätzig kommentiert.

Irgendwann übernimmt die chérie genannte Kassiererin den Prozess, damit die wachsende Zahl von Zuschauern zu zahlenden Kunden werden kann. Für uns geht's dann auch weiter; etwa eine halbe Stunde später stehen wir vor unserem Hotel in Tournus, gleich danach an der Rezeption.

Die freundliche Mitarbeiterin checkt uns ab und ein und informiert uns danach, dass unsere Buchung ein upgrade erfahren hat – vom Chambre standard zur Suite. Was das bedeutet, sehen wir in der ersten Etage: zwei große Räume, kleiner Flur, ein Bad mit Dusche und Philippe-Starck-Badewanne sowie eine Terrasse für größere Familienfeiern.

Aussicht auf zwei Regentage

Nachdem wir uns von dieser Überraschung erholt haben, zwängen wir uns in die engen Leibchen, bauen die Räder zusammen und fahren auf bekannter Voie bleue in Richtung Fleurville. Eine Stunde und 26 Kilometer später sind wir zurück, stecken die Räder wieder ins Auto und gehen ins Schwimmbad.

Links rauscht die Sâone, rechts rauschen wir

Tournus–Roubaix

Frisch geduscht und frischgemacht schaue ich nochmal in die Liste der Essig-Verkäufer auf der Martin-Pouret-website und finde tatsächlich einen kurz vor Toulon, unserem Ziel am Freitag. Ich rufe also bei „Gastromaniak“ in La Destrousse an, höre die Weiterleitung und lande bei Sylvie, die sich meine Probleme mit Engelsgeduld anhört.

Leider hat sie ihr Restaurant inzwischen geschlossen, und den Essig von Martin-Pouret verkauft sie auch nicht mehr. Aber sie hat noch einen 5-Liter-Kanister, den sie uns gern sans commission überlässt. Der Abstecher zu ihr wird uns etwa 30 Minuten kosten, am Freitag ist sie nachmittags vor Ort.

Ich sage zu, die Gattin rollt mit den Augen.

Um kurz nach sieben geht's in Richtung Ufer, wir haben einen Tisch im „Le Quai“ reserviert, wo wir im letzten Jahr so freundlich mit Coulis de Cassis versorgt worden waren. Die Tische sind gut besetzt, der Service gut wie immer und Speisen & Getränke gibt es auch ordentlich: Escargots de Bourgogne für Madame, Ceviche de truite für Monsieur. Und für beide anschließend Tartare de bœuf charolais. Danach teilen wir uns noch ein bisschen Epoisses en émulsion (müssen wir dringend mal zu Hause versuchen).

Vorbei an unserer ersten Bleibe in Tournus, längst vorbei

Zum Dessert gibt's Crème brulée à la vanille bzw. Soufflé chaud au Grand Marnier. Zufrieden und gut gelaunt schleppen wir uns zurück zum Hotel. Dort wartet in der Toilette ein blauer Geist auf uns, aber dazu morgen mehr.

Neun Prozent Stromverbrauch auf 25 Kilometer, da staunt der Tesla

Mittwoch, 21. Mai 2025

Frühling 2025 – 20. Mai: Schmidhofen

Mehr Zimmer als bezahlt

Dieses Blog ist eigentlich Radreisen vorbehalten. Aber in den ersten zwei Tagen ist nun schon so viel passiert, dass wir uns doch für Blog-Einträge entschieden haben. Und da die Räder im Auto stehen, kann man das sicher auch irgenwie verargumentieren.


Also: Was ist passiert?


Wir fahren am Dienstag gegen zwölf los und wollen am Nachmittag noch ein bisschen ums Hotel gondeln, ist ja nicht weiter weit von Franken in den Breisgau. Die erste Abweichung von dieser Idee ereilt uns kurz nach dem Biebelrieder Dreieck: Von Randersacker bis Heidingsfeld geht's nur sehr schleppend voran – insgesamt verlieren wir rund eine Stunde im Stau auf der A3.


Danach läuft's besser – Heilbronn, Walldorfer Kreuz, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg – kurz vor 17 Uhr sind wir im Storchen und Frau Helfesrieder beglückwünscht uns erstmal zum Upgrade unseres Zimmers. Upgrade bedeutet: etwa dreimal so groß wie die Zimmer, die wir bisher hatten. Plus riesige Terrasse mit Blick über die Felder.


Auf getrennten Wegen

Vor dem Essen gönnen wir uns noch eine veritable Meinungsverschiedenheit, die individuell in getrennter läuferischer Frustbewältigung verabeitet wird.


Fundstück entlang des Weges

Kurz nach sieben sitzen wir grummelnd am Tisch und essen in der Folge so gut wie lange nicht mehr.

Der junge Mann im Service ist super, hat auf jede blöde Frage eine mindestens ebenso blöde Antwort und macht sich und uns einen schönen Abend. Dazu trägt vor allem die Küche ihren Teil bei, und von Heinemanns Weißburgundersekt hätten wir auch zwei Flaschen trinken können.


Abendessen wie lange nicht

Gegen elf ist der Tag dann vorbei. Bis morgen ...