Mangels Alternativen zimmern wir uns ein Vorab-Frühstück aus Nescafé und Banane; Aufbruch zum gestern ausgeguckten Steg um kurz nach neun. Wir haben viel vor!
Unterwegs kaufen wir einen Bäcker leer, zweites Frühstück am Château. Während wir im Stehen speisen, verdoppelt sich die Zahl der Touristen-Busse auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Der Wind weiß, woher er wehen muss – wer den Radler liebt, der schiebt –, die Sonne lacht, wir lachen mit.
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| Da geht's lang! |
Mo nutzt die Pause vor der Kasse, isst ihr Pain au chocolat und sagt: „Die Leute hier laufen alle, als wären sie auch schon 2.000 Kilometer mit dem Rad gefahren.“ Vom Château sehen wir dank weiträumiger Abschottung leider nix, auch der Versuch einer Umfahrung in der Hoffnung auf Fernblick scheitert nach wenigen Kilometern kläglich.
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| Mittagszeit bei Königs in Amboise |
An der Hauptstraße finden wir einen Carrefour City und damit endlich was zum Mittagessen. Es gibt lokale Käse, ansonsten das normale Programm aus Wasser, Apfelsaft, Bananen, Joghurt, Petit pains und Tomaten. Der Azubi an der Kasse lässt sich den Panier zwecks Transport der Ware zum Rad abschwatzen, als ich ihn wiederbringe ruft er: "heffeneisdehbei". Irgendwie traut er dem Frieden nicht, wenn Touristen mit ihm Französisch sprechen.
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| Amboise: edle Gemäuer, ... |
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| ... große Namen, ... |
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| ... Speisen auf hohem Niveau |
Nicht weit vom Clos Lucé (13,50€ Eintritt), wo da Vinci die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte, finden wir einen windigen Essplatz mit Blick auf Cretin City. Um kurz nach zwei brechen wir auf nach Chaumont, mal sehen, was uns da erwartet. Die Strecke ist super, der Wind gibt sein Bestes. Wir auch.
Entsprechend kommen wir top voran und erreichen das nächste Château, das wir nicht anschauen. Diesmal beträgt der Eintritt 15,50€, damit haben wir heute summa summarum rund 80€ an Eintrittsgeldern gespart. Am Fluss entlang summen wir weiter nach Candé-sur-Beuvron, die Loire ist inzwischen schmal wie ein Handtuch. In Candé merken wir, woran es liegt: Das Handtuch ist nicht die Loire, sondern der Beuvron.
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| Am Hafen von Chaumont |
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| Am Schloss von Chaumont |
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| Am Schild von Chaumont |
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| Blick auf Blois, im Vordergrund: Froschkonzert |
Wir entscheiden uns für das Ibis am Château, fahren hin und nehmen das Zimmer. Hier hat accor-Ibis ein grandioses altes Gebäude versaut: abgehängte Decken, hässliche Möbel, zu kurze Duschvorhänge, usw. Aber accor wirtschaftet nachhaltig und stellt für fünf mehrfach benutzte Handtücher irgendwo in der Welt neue Vittel-Wälder auf.
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| Il était une fois ... à Blois |
Das unterwegs angesteuerte Fisch-Restaurant ist Madame zu teuer, wir gehen zur nächsten Adresse und kommen en passant an dem Logis-Hotel vorbei, das bei unserem Reservierungsversuch am Nachmittag schon complet war. Aber Essen gibt es: Rillettes de Cabillaud, Blanc manger de Chèvre, Foie de Veau und Veau marengo, was bei uns daheim unwidersprochen als Kalbsgulasch durchgehen würde.
Auf dem Rückweg zieht es uns nochmal an den Platz, an dem vorhin die Musik spielte. Wir kriegen gerade noch die beiden letzten Stücke der R&B-Band mit, die Gitarrenmusik im Stil der 70er Jahre zum Besten gibt. Die Gattin ist begeistert, ich erschrecke.
Morgen probieren wir's mit Chambord.


































