Seiten

Sonntag, 31. Mai 2026

Déjà-vu 2026 | 31. Mai 2026 – Ein Sonntagsspaziergang

Radweg mit eingebauter Bremse

Trotz der Randale in der Nacht schlafen wir sehr gut. Gegen drei Uhr wird es ruhiger, da können wir zumindest ein Fenster etwas aufmachen. Ab etwa sechs Uhr hört man dann die Autos der Stadtreinigung, die mit dem Aufräumen beginnen.

Wir müssen heute Zeit schinden. In Tournus lässt man uns erst nach 15:00 Uhr ins Zimmer, der Weg ist kaum der Rede wert, deshalb bleiben wir erstmal so lange wie möglich, wo wir gerade sind.

Die Stadtreinigung hat ihre Arbeit schon gemacht

Wir frühstücken ab neun Uhr, lassen uns Zeit dabei, obwohl das nicht einfach ist. Den Orangensaft pressen wir uns frisch, das ist ein bisschen klebrig, schmeckt aber super. Das Müsli ist gut, das Baguette sehr gut. Die Kuchenabteilung ist verbesserungsfähig, das Rührei eine Katastrophe. Bei den vergangenen elf Frühstücken gab es zweimal richtiges Rührei. Sonst gab es eine vorkonfektionierte Masse mit Ei-Anteil, die unter Wärmeeinwirkung bröckelig gerührt worden war. Heute ist es am schlimmsten. Das ist Ei-Papp mit Mehl.

Nach dem Frühstück lassen wir uns also gaaaanz viel Zeit, fangen mit dem Packen an und reden über die letzte Nacht und die letzten Tage. Irgendwann muss es aber dann doch sein. Wir checken aus, holen die Räder und satteln für die Weiterfahrt.

Ab in den Süden

Um kurz vor zwölf fahren wir los, Komoot ist gut vorbereitet und führt uns schnell durch die noch relativ ruhige Stadt. Besonders nett ist der vor uns durch die Straßen gleitende Pkw unbekannter Marke, dessen Schürzen ihn zwingen, an den hierzulande weit verbreiteten Erhöhungen des Niveaus quasi millimeterweise vorwärts zu fahren, stets darauf bedacht, den jederzeit möglichen Bodenkontakt zu vermeiden.

Hinter ihm kommen wir in etwas mehr als Schritttempo an den Pont Jean Richard, und es gibt kein Halten mehr. Ab hier kann der Motor wieder brüllen, können die Fehlzündungen wieder die sonntägliche Mittagsruhe bereichern.

Wir fahren (etwas leiser und langsamer) über Saint-Marcel nach Ouroux-sur-Saône und kurz darauf auf den Radweg entlang des Saône-Ufers. Die Fahrt verläuft ohne Anstrengung, heute lassen wir das Motörchen arbeiten, es sind ja gerade mal 30+ Kilometer.

Endlich mal keine Sonne

Im Hotel angekommen, dürfen wir wieder noch nicht ins Zimmer, also machen wir Mittagessen auf der Terrasse. Wir kennen das Prinzip.

Um Viertel nach drei erteilt uns die etwas spröde Rezeptionistin die Freigabe. Für 16:00 Uhr haben wir das Schwimmbad gebucht, vorher packen wir aus und tun, was wir immer tun. Im Schwimmbad gewinnt die latente Müdigkeit dann endgültig die Oberhand.

Aus der Ferne grüßt die Stadt

Nach ein paar Bahnen schleppen wir uns zurück ins Zimmer, duschen und fallen ins Bett. Kurz nach 18:00 Uhr wachen wir auf und bereiten uns aufs Abendessen vor. Heute ist Sonntag, die meisten Restaurants haben geschlossen, wir haben also im Restaurant des Hauses reserviert.

Heute essen wir mal beide dasselbe: Paté croute au ris de veau, Paleron de boeuf charolais und Entremets poire au vin rouge. Das Essen ist wirklich super, der Service höchstens bemüht. Anfangs dauert es endlos, bis wir überhaupt mal eine Karte bekommen. Dann bringt der Kellner den falschen Perlwein (was uns zwei Gläser kostenlosen Apéritif beschert).

Geschmortes Rind unter Wirsing versteckt

Die Truppe rennt wie ein Hühnerhaufen, der den am Himmel kreisenden Habicht gesehen hat, durchs Lokal. Man hat nicht das Gefühl, dass die Arbeit einem System oder einer Ordnung folgte, sondern eher, dass die überhöhte Geschwindigkeit dem Fehlen eines solchen Systems geschuldet ist.

Egal, am Ende ist es ein gelungener Abend. Bis Mittwoch machen wir uns hier zwei schöne Tage, morgen besuchen wir die Domaine des Tourterelles, um bei Christine Wein zu bestellen. Ja, und dann schauen wir mal.

Für die paar Meter lohnt das Packen kaum

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen