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| Genau darum geht es im Leben |
Wir stehen um kurz nach acht auf, das Packen heben wir uns für später auf.
Beim Frühstück keine Besonderheiten, unsere Nahrungsaufnahme reduziert sich mehr und mehr in Richtung Brioche und anderen Süßkram. Gegen 10:00 Uhr sind wir mit dem Packen fertig, ich verabschiede uns noch von unserer Femme de chambre. Kurz darauf ist das Auto gut gefüllt, sogar die neue Glacière geht noch gut rein.
Also fahren wir los, erstmal durch die Stadt zum Bäcker und zu dem kleinen Carrefour. Leider gibt es dort keinen Le Mothais, dafür hat der Bäcker noch ein Baguette für uns. Die Temperatur liegt jetzt schon über 30 Grad.
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| Auf der Autobahn tags um bald drei |
Von Châtelaillon-Plage geht es ohne große Verzögerung auf die Autobahn in Richtung Orléans, bzw. zunächst einmal in Richtung Meung-sur-Loire, wo wir ja noch Ziegenkäse kaufen wollen. Die ersten 80, 85 Kilometer fahren wir kostenlos auf einer gut ausgebauten Schnellstraße, die uns zur Autobahn A10 bringt, der wir bis Meung folgen. Wir fahren sehr langsam, der Tempomat ist auf 100 km/h eingestellt. Das Auto macht das sehr gut.
Bei Hyper U tanken wir erstmal: 31 Liter nach ca. 650 Kilometern. Dann gehen wir rein, um den Käse zu kaufen, aber mit Blick auf unsere etwas abgewrackte Glacière rät uns die Verkäuferin von den frischen Ziegenkäsen ab, weil sie umkippen können. Also beschränken wir uns auf die affinierten Vertreter der Gattung, die in der Lage sein sollten, auch mal drei, vier Tage canicule auszuhalten.
Die letzten Kilometer nach Orléans fahren wir übers Land, das heißt: vom Supermarkt einfach geradeaus. Meung ist gleich das erste schöne Dorf, das wir passieren. Die alten Häuser, von denen viele zum Verkauf stehen, bräuchten dringend eine Sanierung.
Unser CarPlay verträgt die aktuelle Hitze nicht gut. Heute früh haben wir von Englisch auf Deutsch umgestellt, das hat gut geklappt, jetzt plötzlich nicht mehr. Jetzt spricht Hildegard Englisch mit deutschem Akzent: „Edd ze neggsd raundebaud tehk ze seggend eksid.“ Beim Kreisverkehr angekommen, spricht sie wieder Deutsch, und manchmal mischt sie auch. Wir werden das beobachten.
Um kurz nach 17.00 Uhr erreichen wir unser Hotel, wir halten kurz in der Seitenstraße und bringen unser stark reduziertes Gepäck in die Halle. Dann fahren wir in das sehr nahe Parkhaus über der Markthalle und finden tatsächlich einen Parkplatz, der unseren langen, breiten Leihwagen den Launen anderer Parker möglichst wenig aussetzt.
Das Hotel ist eine Notlösung, nachdem das gebuchte Haus uns wegen Ausfall der Klimaanlage eine kostenfreie Stornierung angeboten hatte. Wir haben das gern angenommen, weil das Leben hier in Orléans derzeit ohne Klimaanlage nicht zu meistern ist. Jetzt ist es ein bisschen teurer, weil die Hotels in der Stadt sehr ausgebucht sind, was wohl dem Grand PianO Festival geschuldet ist, das von morgen bis einschließlich Samstag über 30 Konzerte präsentiert, davon 29 bei freiem Eintritt. Was Eintritt kostet, bringt Stars wie Avishaï Cohen und Yaël Naim auf die Bühnen der Stadt.
Nach dem Einchecken wird geduscht, die Gattin legt sich kurz hin, ich eile gleich mal zu Martin-Pouret und spreche über die Dinge, die ich gerne kaufen würde. Dort im Laden gibt es die sowieso nicht, aber die Dame ist nett und hört sich das alles an, obwohl sie eigentlich schon Feierabend hätte. Ergebnis: Wir werden morgen zur Fabrik fahren und dort schauen müssen, ob man uns mit dem Fünf-Liter-Bidon, den ich gerne hätte, davonkommen lässt.
Um 19:30 Uhr gehen wir dann zum Essen. Das Restaurant ist nicht weit vom Hotel, wir waren vor drei Jahren schon mal an meinem Geburtstag dort und fanden die Küche sehr gut. Im Lauf des Abends werden 13, 14 Gäste bekocht, das Essen ist immer noch hervorragend, die Weine sind nach wie vor moderat bepreist.
Wir trinken zwei Gläser Devaux zum Apéritif und zum Essen einen trocknen Vouvray. Apropos Essen: Es gibt einmal Vitello tonnato, ein bisschen anders interpretiert und nicht so in der Thunfischsauce ertränkt wie bei vielen Italienern. Und einmal die langen Muscheln, die ich neulich bereits in Châtelaillon-Plage gegessen hatte – sie heißen Couteaux –, diesmal ohne Schale, dafür mit Basilikum-Pesto und auf einer halben Fenchelknolle drapiert. Das war richtig klasse, genau wie das Mignon de Porc zum Hauptgang.
Der Weg zurück führt wieder durch die 35-Grad-Temperaturwand. Vorbei an Johanna, quer über den Platz zu ihren Füßen, auf dem zwei Jungs mit einem nassen Pizzakarton Schubball spielen. Nach dem Zähneputzen geht's direkt ins Bett, weil morgen ist ja wieder ein harter Tag mit der Fahrt in die Essigfabrik und in Richtung Langres.
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| Was Johanna sieht, wenn sie nach links schaut |







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